Clara-Rosenthal-Stipendium für Politische Bildung ausgeschrieben
Die Stadt Jena setzt ein starkes Zeichen für Demokratie, Erinnerungskultur und politische Bildung. Mit dem Clara-und-Eduard-Rosenthal-Stipendium für Politische Bildung wird auch 2026 wieder ein Förderprogramm ausgeschrieben, das sich gezielt an engagierte Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler sowie Projektakteurinnen und Projektakteure richtet. Bewerbungen sind bis einschließlich 19. Februar 2026 möglich. Das Stipendium knüpft an eine lange Tradition an und eröffnet neue Perspektiven auf ein zentrales Kapitel der jüngeren Stadtgeschichte Jenas.
Stipendienprogramm mit Tradition und gesellschaftlicher Relevanz
Seit der Wiedereröffnung der Villa Rosenthal im Jahr 2009 hat JenaKultur insgesamt 37 Stipendien vergeben, die den Namen von Clara und Eduard Rosenthal tragen. Grundlage ist eine testamentarische Verfügung des Ehepaares, mit der bis heute kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Projekte gefördert werden. Das Clara-und-Eduard-Rosenthal-Stipendium für Politische Bildung wird nun bereits zum zweiten Mal ausgeschrieben und baut inhaltlich auf der ersten öffentlichen Vergabe auf.
Ziel des Programms ist es, politische Bildungsarbeit in Jena nachhaltig zu stärken und stärker mit städtischen Themen sowie lokalen Akteurinnen und Akteuren zu verknüpfen. Dabei steht nicht nur die historische Aufarbeitung im Fokus, sondern auch die zeitgemäße Vermittlung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen.

Thematischer Schwerpunkt – Jugendsozialarbeit in Zeiten des Umbruchs
Im Mittelpunkt des aktuellen Stipendiums steht die Geschichte der Jugendsozialarbeit in Jena vom Ende der 1980er Jahre bis in die Mitte beziehungsweise das Ende der 1990er Jahre. Diese Phase war geprägt von tiefgreifenden gesellschaftspolitischen Umbrüchen, strukturellen Brüchen und neuen sozialen Herausforderungen nach der Wiedervereinigung.
Ein besonderer Fokus soll auf der Transformationszeit liegen sowie auf Prozessen der Radikalisierung, die später im Kontext des sogenannten NSU sichtbar wurden. Die inhaltliche Ausrichtung erfolgt in enger Anlehnung an Impulse aus dem Arbeitskreis des „Runden Tischs für Demokratie“ sowie der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Ziel ist es, diese historischen Entwicklungen kritisch zu analysieren und für heutige politische Bildungsarbeit nutzbar zu machen.
Wissenschaftliche Analyse als Basis für innovative Vermittlungsformate
Grundlage der Arbeit bildet eine wissenschaftliche Auswertung vorhandener Akten mit lokalem Bezug. Dieses Aktenmaterial wurde bereits im Rahmen des ersten Stipendiums systematisch erschlossen und dient nun als solides Fundament für die Weiterarbeit. Darauf aufbauend sollen innovative Vermittlungsformate entwickelt werden, die Geschichte verständlich, zugänglich und nachhaltig erfahrbar machen.
Denkbar sind unter anderem multimediale Ausstellungen, Audioguides, Workshop-Formate oder hybride Bildungsangebote. Ergänzend sollen offene Fragen identifiziert werden. Dazu zählen beispielsweise der Umgang mit Lücken im Aktenmaterial, die Einbeziehung zusätzlicher Quellen oder die Einordnung der Ergebnisse in größere Zusammenhänge wie Förderstrukturen, Präventionsarbeit, Programme gegen Radikalisierung oder die historische Entwicklung des NSU.
Ziel des Stipendiums. Politische Bildung zeitgemäß gestalten
Das Clara-und-Eduard-Rosenthal-Stipendium verfolgt einen klaren Anspruch. Politische Bildung soll nicht nur historisch korrekt, sondern auch gesellschaftlich wirksam sein. Die Ergebnisse des Stipendiums sollen langfristig in die Bildungslandschaft Jenas einfließen und Impulse für zukünftige Projekte liefern. Gleichzeitig bietet das Programm Raum für eigenständige Forschung, kreative Konzepte und interdisziplinäre Ansätze.

Laufzeit, Förderung und Rahmenbedingungen
Die wichtigsten Informationen zum Stipendium auf einen Blick:
Bewerbungsfrist ist der 19. Februar 2026.
Die Stipendienlaufzeit beginnt am 01. November 2026 und endet am 31. Oktober 2027.
Die Förderung beträgt 1.000 Euro pro Monat.
Für Arbeitsaufenthalte stellt der Stipendiengeber eine möblierte Wohnung im Dachgeschoss der Villa Rosenthal miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung.
Diese Rahmenbedingungen schaffen ideale Voraussetzungen, um sich intensiv und konzentriert dem Forschungsvorhaben zu widmen und gleichzeitig eng mit der Stadt Jena verbunden zu sein.
Jetzt bewerben und politische Bildung aktiv mitgestalten
Interessierte Bewerberinnen und Bewerber erhalten alle detaillierten Informationen, Teilnahmebedingungen und Bewerbungsunterlagen im Downloadbereich der Webseite der Villa Rosenthal. Das Stipendium bietet eine besondere Chance, wissenschaftliche Arbeit, gesellschaftliche Verantwortung und politische Bildung miteinander zu verbinden und einen nachhaltigen Beitrag zur demokratischen Erinnerungskultur in Jena zu leisten.
Alle weiteren Infos findet Ihr hier: https://www.villa-rosenthal-jena.de/de/stipendien/politische_bildung/1019411
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