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Stadtgeschichte Jena 14.03. Vergessene Bauwerke entdecken.

März 14 @ 10:30 - 18:30
Kostenlos
Stadtgeschichte Jena 14.03. Vergessene Bauwerke entdecken. Foto: C. Haecker

Stadtgeschichte Jena 2026 erinnert an verschwundene Bauwerke 

Historische Orte und ihre Bedeutung für das Stadtgedächtnis

Am Samstag, 14. März 2026, lädt die Stadt Jena erneut zum Tag der Stadtgeschichte ein. Die mittlerweile vierzehnte Ausgabe der Veranstaltungsreihe steht unter dem Motto „Erinnerungsräume. Jenas verschwundene Bauwerke“. Im Mittelpunkt stehen Gebäude und Orte, die einst das Stadtbild prägten, heute jedoch nicht mehr existieren.

Die Veranstaltung widmet sich der Frage, welche Rolle diese verlorenen Bauwerke für das historische Verständnis der Stadt spielen. Gleichzeitig wird untersucht, wie sich Erinnerung an Orte im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung verankert und welche Bedeutung sie für die heutige Stadtidentität besitzt.

Ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Stadtrundgängen, Führungen, Workshops und Filmvorführungen ermöglicht unterschiedliche Zugänge zur Stadtgeschichte. Ziel ist es, historische Entwicklungen sichtbar zu machen und gleichzeitig Raum für Austausch und Diskussion zu schaffen.

Alle Programmpunkte sind öffentlich zugänglich, kostenfrei und können ohne vorherige Anmeldung besucht werden.

Historischer Schauplatz: Die Alte Bibliothek

Ein zentraler Veranstaltungsort des diesjährigen Programms ist der Standort der ehemaligen Alten Bibliothek. Viele Menschen wissen heute nicht mehr, dass die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek ihre Wurzeln in der sogenannten Bibliotheca Electoralis aus dem Jahr 1549 hat.

Die Alte Bibliothek selbst wurde im Jahr 1945 während der Bombardierung Jenas zerstört. Gerade deshalb besitzt der Ort eine besondere symbolische Bedeutung für die Auseinandersetzung mit verschwundenen Bauwerken.

Am Standort der heutigen Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena finden Vorträge, Diskussionsrunden und Präsentationen statt, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Jenaer Bau- und Stadtgeschichte beschäftigen.

Einige der ehemaligen Gebäude sind heute noch als Modelle dokumentiert. Andere Bauwerke wurden erst kurz vor ihrem Abriss digital erfasst. Dazu gehört beispielsweise die frühere Tierarzneyschule, deren Dokumentation inzwischen wichtige historische Einblicke ermöglicht.

Fotovorträge zeigen außerdem die Veränderungen rund um den Löbdergraben und die historischen Straßenbahnanlagen der Stadt.

Alte Univeristaetsbibliothek, Foto: Stadtmuseum Jena
Alte Univeristaetsbibliothek, Foto: Stadtmuseum Jena

Spurensuche zu verlorenen Orten der Stadt

Der Tag der Stadtgeschichte widmet sich nicht nur repräsentativen Gebäuden. Auch Orte, die mit schwierigen Kapiteln der Stadtgeschichte verbunden sind, werden thematisiert.

So wird etwa an Bauwerke erinnert, die während der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Dazu zählen Anlagen von Lagern sowie Einrichtungen der Flugabwehr im Bereich des Jenaer Forsts. Diese Bauten sind heute nicht mehr vorhanden, dennoch bilden sie einen wichtigen Teil der historischen Erinnerung.

Gleichzeitig wird auf kulturelle Entwicklungen hingewiesen, die in dieser Zeit ihren Anfang nahmen. Dazu gehört unter anderem die Geschichte der Jenaer Philharmonie.

Während viele Bürgerinnen und Bürger noch persönliche Erinnerungen an die frühere Altstadt besitzen, werden andere historische Orte erst durch aktuelle archäologische Funde wieder sichtbar. Ein Beispiel dafür sind neue Entdeckungen auf dem Gelände des Alten Guts Zwätzen.

Am Nachmittag erhalten Besucherinnen und Besucher zudem die Möglichkeit, in den Historischen Sammlungen der ThULB Überreste der alten Bibliothek sowie Quellen zu weiteren verschwundenen Bauwerken zu besichtigen.

Stadtrundgänge lassen historische Gebäude wieder lebendig werden

Neben Vorträgen und Ausstellungen spielen auch geführte Rundgänge durch das Stadtgebiet eine wichtige Rolle im Programm. Sie ermöglichen es, die Standorte früherer Gebäude direkt vor Ort kennenzulernen.

Der Leiter des Romantikerhaus Jena, Max Pommer, erläutert beispielsweise die Geschichte des historischen Romantikerhauses in der Jenaer Altstadt. Gleichzeitig wird erklärt, wie es zur Namensverwechslung mit dem heutigen Museumsstandort kam.

Auch das ehemalige Jenaer Stadtschloss wird im Rahmen einer Führung thematisiert. Bei einem Rundgang durch das Universitätshauptgebäude erklärt die Kustodin der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dr. Babett Forster, welche Spuren des Schlosses heute noch vorhanden sind.

Weitere Rundgänge führen zu Orten der Industrialisierung sowie zu historischen Standorten von Klöstern, Druckereien und Theatern. Auch ehemalige Standorte des ZEISS-Hauptwerks oder Erinnerungsorte von NS-Opfern werden in das Programm einbezogen.

Ein besonderer Rundgang widmet sich Bauwerken, die zwar noch existieren, deren Zukunft jedoch ungewiss ist. Denkmalpfleger Fridtjof Florian Dossin erläutert dabei die Bedeutung dieser Gebäude für die Industrialisierung der Stadt.

Stadtgeschichte Jena entdecken. Erinnerungsräume erleben. Foto: Stadt Jena
Stadtgeschichte Jena entdecken. Erinnerungsräume erleben. Foto: Stadt Jena

Kreative Angebote für Familien und jüngere Besucher

Der Tag der Stadtgeschichte richtet sich bewusst an ein breites Publikum. Neben Fachvorträgen gibt es daher auch Angebote, die speziell Familien und jüngere Besucher ansprechen.

In der Künstlerischen Abendschule Jena findet ein intergenerationeller Workshop statt, bei dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam malen, erzählen und Erinnerungen austauschen können. Ziel ist es, persönliche Geschichten mit der historischen Entwicklung der Stadt zu verbinden.

Eine weitere besondere Veranstaltung ist eine 360-Grad-Filmvorführung im Domzelt der Imaginata Jena. Die Präsentation ermöglicht eine visuelle Reise in das Wohnhaus des Universalgelehrten Erhard Weigel und in die Lebenswelt vergangener Jahrhunderte.

Das Veranstaltungsprogramm als PDF Datei

Historisches Jena verstehen. Tag der Stadtgeschichte 2026. Das Programm als PDF downloaden.
Historisches Jena verstehen. Tag der Stadtgeschichte 2026. Das Programm als PDF downloaden.

Öffentlicher Dialog über Erinnerungskultur

Den Abschluss des Tages bildet ein öffentliches Stadtgespräch. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Jena, der Universität sowie der Ernst-Abbe-Stiftung diskutieren gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern über den Umgang mit historischen Orten.

Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Erinnerung an verschwundene Gebäude bewahrt werden kann. Ebenso wird diskutiert, welche Rolle solche Orte für die heutige Stadtentwicklung spielen.

Kulturdezernent Johannes Schleußner betont die Bedeutung der Veranstaltung für die lokale Erinnerungskultur. Ziel sei es, auch Menschen anzusprechen, die sich bisher wenig mit der Geschichte der Stadt beschäftigt haben, aber neugierig auf historische Orte und sogenannte „Lost Places“ sind.

Stadtgeschichte Jena 14.03. Vergessene Bauwerke entdecken. Foto: C. Haecker
Stadtgeschichte Jena 14.03. Vergessene Bauwerke entdecken. Foto: C. Haecker

Eine etablierte Veranstaltungsreihe zur Stadtgeschichte

Der Tag der Stadtgeschichte wurde 2009 vom damaligen Stadthistoriker Dr. Rüdiger Stutz ins Leben gerufen. Inzwischen hat sich die Veranstaltungsreihe als fester Bestandteil des kulturellen Programms der Stadt etabliert.

In diesem Jahr wird die Veranstaltung von Stadthistorikerin Dr. Jenny Price organisiert. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Themen der Jenaer Geschichte aufgegriffen und in unterschiedlichen Formaten präsentiert. Dazu gehörten unter anderem Vorträge, Ausstellungen, Lichtinstallationen, Musikveranstaltungen sowie multimediale Rundgänge.

Ein Beispiel ist der Tag der Stadtgeschichte 2016, der sich intensiv mit dem historischen Eichplatz und der ehemaligen Altstadt zwischen Johannisstraße und Leutrastraße beschäftigte.

Mit dem Schwerpunkt auf verschwundenen Bauwerken erweitert die diesjährige Ausgabe den Blick auf weitere Orte, die einst prägend für die Stadt waren.

Tag der Stadtgeschichte Jena: Vergangenes Stadtbild erleben. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx
UkaliTag der Stadtgeschichte Jena: Vergangenes Stadtbild erleben. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx

Offene Veranstaltung für alle Interessierten

Der Tag der Stadtgeschichte ist eine Veranstaltung der Stadt Jena und wird von JenaKultur organisiert. Zahlreiche Institutionen, Vereine und engagierte Akteurinnen und Akteure der Stadtgeschichtsforschung beteiligen sich an der Umsetzung.

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei zugänglich. Für die Führungen und Stadtrundgänge ist jedoch zu beachten, dass die Teilnehmerzahl aus organisatorischen Gründen auf etwa 25 bis 30 Personen begrenzt ist.

Mit seinem vielfältigen Programm schafft der Tag der Stadtgeschichte 2026 eine Gelegenheit, sich intensiv mit der Vergangenheit Jenas auseinanderzusetzen und die Erinnerung an verschwundene Bauwerke lebendig zu halten.

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Veranstaltungshinweis JenaKultur | Fotos, Stadt Jena, Stadtmuseum Jena, JenaKultur, Frank Liebold

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