Reallabor der Energiewende: Ausstellung „ENERGIE – WAS UNS BEWEGT“ öffnet nächste Woche
Die Energiewende in Deutschland nimmt zunehmend konkrete Formen an – auch in der Stadt Jena. Mit dem Forschungsprojekt JenErgieReal beginnt nun eine neue Phase: Nach umfangreichen Analysen und Planungen startet das Reallabor der Energiewende in die bauliche Umsetzung vor Ort. Damit werden innovative Technologien und neue Ansätze zur Energieversorgung direkt im urbanen Raum getestet.
In den kommenden Jahren sind umfangreiche Investitionen in Jena und den Saale-Holzland-Kreis geplant. Ziel des Projekts ist es, Lösungen zu entwickeln, mit denen Städte die Energiewende effizient, kostengünstig und bedarfsgerecht umsetzen können.
Energiepreise schwanken weltweit. Stadtwerke Energie Jena-Pößneck geben Entwarnung und bieten Planungssicherheit für Kunden.

Große Investitionen in Jena und Umgebung
Im Rahmen des Projekts werden bereits ab diesem Jahr zentrale Energieinfrastrukturen aufgebaut oder erweitert. Dazu gehören unter anderem:
- Batteriespeicher in Göschwitz und Drackendorf
- Elektroladesäulen im Stadtzentrum, im Westviertel und im Stadtteil Winzerla
- innovative Betriebsmittel zur Versorgung mit Strom und Fernwärme
Diese verschiedenen Komponenten werden digital miteinander vernetzt. Dadurch können sie abhängig von Angebot und Nachfrage am Energiemarkt intelligent gesteuert werden. Das Projekt verfolgt damit einen zentralen Ansatz der Energiewende: Energieproduktion, Speicherung und Verbrauch möglichst effizient miteinander zu koordinieren.
Über die ersten Projektergebnisse sowie die nächsten Schritte informierten am 27. März 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtverwaltung im Rahmen eines Pressegesprächs.
Virtuelles Kraftwerk als Schlüsseltechnologie
Ein zentrales Element von JenErgieReal ist der Aufbau eines virtuellen Kraftwerks. Dabei werden unterschiedliche Energieanlagen – beispielsweise Speicher, Verbraucher und Stromerzeuger – digital vernetzt.
Das Ziel:
- Energieangebot und Energiebedarf sollen intelligent aufeinander abgestimmt werden.
- Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien können gespeichert und später genutzt werden.
- Spitzenlasten im Stromnetz lassen sich vermeiden.
Dieser Ansatz wird immer wichtiger. Mit dem Umstieg von fossilen Energieträgern auf Wärmepumpen, Elektroautos und erneuerbare Energien verändert sich der Energiebedarf deutlich. Gleichzeitig schwankt die Stromproduktion aus Sonne und Wind stärker als bei konventionellen Kraftwerken.
Das virtuelle Kraftwerk soll genau diese Herausforderungen ausgleichen und so die Stabilität der Stromnetze sichern.

Modellquartier in Lobeda-Ost als Testfeld
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist ein Modellquartier am Salvador-Allende-Platz in Lobeda-Ost. Dort wird seit 2023 ein Plattenbaukomplex umfassend saniert.
Bis Anfang 2028 entstehen hier 292 Wohnungen mit ein bis sechs Zimmern im mietpreisgebundenen Segment. Die Gebäude dienen gleichzeitig als Testfeld für neue Technologien zur klimafreundlichen Energieversorgung.
Zu den eingesetzten Lösungen gehören unter anderem:
Intelligente Gebäudetechnik
- eine intelligente Hausanschlussstation (iHAST), die den Fernwärmebedarf automatisch anpasst
- Wärmepumpen, die Abwärme aus Trinkwasser- oder Abwassersystemen nutzen
- digitale Steuerungen für Heizung und Energieverbrauch
Smarte Technologien in den Wohnungen
Auch die Wohnungen selbst werden mit moderner Technik ausgestattet, darunter:
- digitale Heizungssteuerungen
- intelligente Heizkostenverteiler
- smarte Fenstergriffe, die das Lüftungsverhalten berücksichtigen
- Photovoltaikanlagen an Balkonen, mit denen Mieterinnen und Mieter Solarstrom direkt nutzen können
Ziel ist es, Energieverbrauch und CO₂-Emissionen zu reduzieren, ohne die Wohnkosten stark zu erhöhen.
JenaMedia – Veranstaltungstipp:
Darkwave- und Electro-Event „Our Darkness“ am Samstag, 25.04. im M-Pire Music Club Jena

Energiewende im Alltag: Was die Menschen denken
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Sozialforschung. Denn die Energiewende kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn sie von der Bevölkerung akzeptiert und unterstützt wird.
Im Jahr 2024 führte die Ernst-Abbe-Hochschule Jena eine umfangreiche Befragung unter 2.045 Bürgerinnen und Bürgern durch. Die Ergebnisse geben interessante Einblicke:
- 69 % sorgen sich stark über die Folgen des Klimawandels
- 72 % halten umweltfreundlich erzeugte Energie für wichtig
- 84 % achten bewusst auf sparsamen Stromverbrauch
- 86 % bemühen sich, Heizenergie zu sparen
- knapp 49 % interessieren sich stark für neue Energietechnologien im Haushalt
Gleichzeitig zeigt die Studie auch, dass viele Menschen unsicher sind, welche persönlichen Auswirkungen die Energiewende für sie haben wird.

Ausstellung „ENERGIE – WAS UNS BEWEGT“ macht Energiewende erlebbar
Parallel zur technischen Umsetzung des Projekts startet eine Ausstellung, die die Energiewende für die Öffentlichkeit verständlich und erlebbar machen soll.
Unter dem Titel „ENERGIE – WAS UNS BEWEGT“ wird die Projektarbeit an mehreren Orten in Jena präsentiert.
Zu den wichtigsten Stationen gehören:
EnergieLabor in der Löbderstraße
Der zentrale Showroom der Ausstellung öffnet am 1. April 2026 seine Türen. Besucherinnen und Besucher können dort:
- innovative Energietechnologien entdecken
- die Funktionsweise eines virtuellen Kraftwerks kennenlernen
- mehr über lokale Klimaeffekte und erneuerbare Energien erfahren
Darüber hinaus zeigt die Ausstellung konkrete Möglichkeiten, wie Menschen selbst zur Energiewende beitragen können – etwa durch Energieeinsparung oder gesellschaftliches Engagement.
Weitere Elemente der Ausstellung
- eine Plattform am Engelplatz, die bereits seit März öffentlich zugänglich ist
- Informationsstelen an acht Innovationsstandorten im Stadtgebiet mit weiterführenden Inhalten
40 Millionen Euro für die Energiewende in Jena
Das Projekt JenErgieReal startete bereits im Jahr 2022 mit theoretischen Analysen und Machbarkeitsstudien. Die Sanierungsarbeiten im Modellquartier begannen im Oktober 2023.
Bis zum geplanten Projektabschluss im Herbst 2027 sollen zahlreiche Technologien getestet und weiterentwickelt werden.
Das Gesamtvolumen des Reallabors beträgt 40 Millionen Euro, davon stammen 20 Millionen Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
An dem interdisziplinären Projekt beteiligen sich zahlreiche Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung – darunter Energieversorger, Hochschulen, soziale Träger und die Stadt Jena selbst.
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