Klima-Aktionsplan Jena: Mehrheit der Klimaschutzmaßnahmen bereits gestartet oder umgesetzt
Die Stadt Jena hat erstmals ein umfassendes Monitoring zur Umsetzung ihres Klima-Aktionsplans vorgelegt. Der Bericht wird zunächst im Jenaer Klimaschutz-Beirat und anschließend in den Gremien des Stadtrates vorgestellt. Er gibt einen Überblick über den Fortschritt von insgesamt 73 Maßnahmen in sieben zentralen Handlungsfeldern der kommunalen Klimapolitik.
Die Auswertung umfasst den Zeitraum von 2023 bis Oktober 2025. Demnach wurde ein Großteil der Maßnahmen bereits angestoßen. Sechs Projekte gelten als abgeschlossen, sieben wurden dauerhaft in bestehende Strukturen integriert. Weitere 36 Maßnahmen befinden sich aktuell in der Umsetzung. 16 Vorhaben werden vorbereitet, während acht Maßnahmen bislang noch nicht begonnen wurden.
Das Monitoring dient als Instrument zur Bewertung der Fortschritte auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität der Stadt Jena.
Warnstreik im Nahverkehr Jena vom 9. bis 12. März. Busse und Straßenbahnen fallen weitgehend aus. Einige Linien und Regionalzüge verkehren weiter.

Klimaschutzstrategie umfasst sieben zentrale Themenfelder
Der Klima-Aktionsplan der Stadt Jena umfasst Maßnahmen in sieben Bereichen. Dazu gehören strategische Grundlagen, klimaneutrale Gebäude und Quartiere, nachhaltige Mobilität, Energieversorgung sowie klimafreundliche Lebensweisen. Ergänzt werden diese Felder durch Maßnahmen innerhalb der Stadtverwaltung und strukturelle Instrumente zur Umsetzung der Klimastrategie.
Ziel des Aktionsplans ist es, die Treibhausgasemissionen der Stadt langfristig zu reduzieren und konkrete Schritte zur Erreichung der Klimaneutralität zu definieren. Das Monitoring ermöglicht eine regelmäßige Überprüfung des Fortschritts und schafft Transparenz über den Stand der Umsetzung.
Die vollständige Berichtsvorlage zum Monitoring ist öffentlich über das Ratsinformationssystem der Stadt Jena einsehbar.
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Positive Entwicklung bei priorisierten Sofortmaßnahmen
Besondere Aufmerksamkeit gilt den sogenannten Sofortmaßnahmen des Klima-Aktionsplans. Insgesamt 17 dieser Maßnahmen waren für einen Umsetzungsbeginn im Jahr 2023 vorgesehen.
Nach aktuellem Stand wurden zwei dieser Maßnahmen bereits vollständig umgesetzt. Elf befinden sich in der Umsetzung und drei weitere werden derzeit vorbereitet. Nur eine Maßnahme konnte bislang noch nicht begonnen werden.
Dabei handelt es sich um die geplante Einrichtung einer Klima-Servicestelle für Unternehmen bei der Jenaer Wirtschaftsförderung. Die Umsetzung scheiterte bislang an der Finanzierung einer zusätzlichen Personalstelle.
Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima der Stadt Jena, ordnet die Ergebnisse ein:
„Das Monitoring macht deutlich, dass wir beim Klimaschutz Schritt für Schritt vorankommen. Viele Maßnahmen sind angestoßen oder bereits umgesetzt. Gleichzeitig zeigt der Bericht, welche Maßnahmen noch nicht begonnen wurden. Entscheidend ist, dass wir dranbleiben und die begonnenen Prozesse auf dem Weg zur Klimaneutralität Jenas konsequent fortführen.“
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Klimaschutzagentur stärkt organisatorische Strukturen
Eine wichtige strukturelle Grundlage für die Umsetzung des Klima-Aktionsplans ist die Gründung der Klimaschutzagentur Jena gGmbH. Die Agentur übernimmt eine koordinierende Rolle bei zahlreichen Projekten und unterstützt sowohl Verwaltung als auch Bevölkerung bei Klimaschutzmaßnahmen.
Zu den Aufgaben gehören unter anderem kostenfreie Energieberatungen für Bürgerinnen und Bürger, Informationsveranstaltungen zur kommunalen Wärmeplanung sowie Umweltbildungsprogramme für Schulen.
Zusätzlich wurden innerhalb der Stadtverwaltung weitere Stellen zur Klimaschutzkoordination geschaffen. Diese personellen Ressourcen sollen die Umsetzung der Maßnahmen beschleunigen und eine langfristige strategische Steuerung ermöglichen.

Fortschritte bei Gebäuden, Energie und Verwaltung
Im Bereich klimaneutrale Gebäude und Quartiere laufen mehrere Pilotprojekte zur energetischen Sanierung. Parallel wird der Ausbau von Photovoltaikanlagen vorangetrieben, um den Anteil erneuerbarer Energien in der lokalen Stromversorgung zu erhöhen.
Auch innerhalb der Verwaltung wurden neue Instrumente eingeführt. Eine Dienstanweisung zum Energiemanagement definiert verbindliche Vorgaben für den Energieverbrauch kommunaler Gebäude. Gleichzeitig wurde ein kommunales Energiemanagement aufgebaut, das Einsparpotenziale identifizieren und langfristig Energiekosten senken soll.
Darüber hinaus wird die Stromversorgung der Verwaltung schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt. Parallel dazu wird der kommunale Fuhrpark zunehmend elektrifiziert.
Maßnahmen zur nachhaltigen Mobilität
Im Themenfeld Mobilität wurden zahlreiche Maßnahmen in bestehende Planungen integriert. Dazu gehört unter anderem die Erweiterung des Car-Sharing-Angebots im öffentlichen Raum.
Darüber hinaus wurden Temporeduzierungen in verschiedenen Bereichen umgesetzt. Ein zentrales Infrastrukturprojekt ist außerdem der geplante Ausbau der Straßenbahnstrecke in Richtung Jena-Nord.
Zusätzlich nutzt die Stadt Förderprogramme zur Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs. Diese Maßnahmen sollen langfristig dazu beitragen, verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren und nachhaltige Mobilitätsformen zu stärken.

Kommunale Wärmeplanung als strategischer Meilenstein
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die beschlossene kommunale Wärmeplanung. Sie bildet die Grundlage für den langfristigen Umbau der Energieversorgung in der Stadt.
Durch diese Planung erhalten sowohl öffentliche Einrichtungen als auch private Investoren eine bessere Orientierung über zukünftige Versorgungsstrukturen. Damit wird frühzeitig Planungs- und Investitionssicherheit geschaffen.
Die Wärmeplanung gilt als zentrales Instrument, um die Transformation der Energieversorgung auf kommunaler Ebene strategisch zu steuern.
Initiativen für klimafreundliche Lebensweisen
Neben technischen Maßnahmen umfasst der Klima-Aktionsplan auch Initiativen zur Förderung nachhaltiger Lebensweisen. In diesem Themenfeld befinden sich alle vorgesehenen Projekte bereits mindestens in der Umsetzung.
Unterstützt werden unter anderem Initiativen wie ein Foodsharing-Café oder ein Tauschhaus. Diese Projekte sollen ressourcenschonenden Konsum fördern und die Wiederverwendung von Produkten erleichtern.
Darüber hinaus werden Bildungsangebote und Informationsveranstaltungen kontinuierlich ausgebaut, um das Bewusstsein für Klimaschutz im Alltag zu stärken.
Transparenz durch digitale Monitoring-Plattform
Um Fortschritte künftig noch besser nachvollziehbar zu machen, plant die Stadt Jena den Einsatz der digitalen Plattform „Climate View“. Dieses Instrument soll zentrale Daten zum Klimaschutz öffentlich zugänglich machen.
Die Plattform ermöglicht eine transparente Darstellung einzelner Maßnahmen und ihrer Wirkung auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Bürgerinnen und Bürger können damit den Fortschritt der kommunalen Klimastrategie verfolgen.
Solche digitalen Monitoringinstrumente werden zunehmend von Städten genutzt, um komplexe Klimaschutzprogramme verständlich darzustellen.
Evaluation der Maßnahmen bis 2026 geplant
Neben dem Monitoring läuft derzeit eine umfassende Evaluation der begonnenen Maßnahmen. Ziel ist es, die tatsächliche Wirksamkeit der Projekte im Hinblick auf die angestrebte Klimaneutralität zu untersuchen.
Die Ergebnisse dieser Analyse werden voraussichtlich im Herbst 2026 vorliegen. Sie sollen zeigen, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um die Klimaziele der Stadt zu erreichen.
Auf Grundlage der Evaluation können einzelne Projekte angepasst oder ergänzt werden. Damit bildet die Untersuchung einen wichtigen nächsten Schritt in der langfristigen Klimastrategie der Stadt Jena.
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