Ukrainische Ärzte zu Gast in Jena: Medizinischer Austausch vertieft
Internationale Zusammenarbeit, fachliche Expertise und konkrete humanitäre Hilfe standen im Fokus eines besonderen Treffens im Jenaer Rathaus. Am 20. Januar empfing Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche drei Mediziner aus der Ukraine, um über weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Partnerstadt Brovary zu beraten. Gleichzeitig diente der Besuch dem intensiven medizinischen Austausch über die Versorgung von Patientinnen und Patienten unter den extremen Bedingungen des Krieges.
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Die Begegnung zeigt, wie eng kommunale Partnerschaften, medizinische Fachkompetenz und bürgerschaftliches Engagement ineinandergreifen können. Jena setzt damit ein klares Zeichen für internationale Solidarität und nachhaltige Unterstützung im Gesundheitsbereich.
Hochrangige Mediziner aus der Ukraine in Jena
Zu Gast waren mit Prof. Dr. Andrii Sirko aus Dnipro und Dr. Maksym Pylypenko aus Kyjiw zwei führende Vertreter der ukrainischen Medizin. Prof. Sirko gilt als ausgewiesener Experte der Neurochirurgie mit umfangreicher Erfahrung in der Behandlung schwerer Kriegsverletzungen. Dr. Pylypenko bringt als Intensivmediziner fundierte Kenntnisse aus der Notfall- und Intensivversorgung unter Ausnahmebedingungen mit.

Beide reisten als Referenten zu einem Fachsymposium am Universitätsklinikum Jena an. Dort tauschten sie sich mit deutschen Kolleginnen und Kollegen über moderne Behandlungsmethoden, Strukturen der Notfallversorgung und Herausforderungen im medizinischen Alltag während eines bewaffneten Konflikts aus. Solche Fachgespräche sind von hoher Bedeutung, da sie Wissen bündeln und langfristig die Qualität medizinischer Versorgung verbessern.
Kooperation mit Partnerstadt Brovary wird ausgebaut
Ebenfalls in Jena war Dr. Olena Dolynska, Chefärztin der Anästhesie am Klinikum in Brovary. Ihr Besuch erfolgte auf Einladung der Stadt Jena. Neben der Teilnahme am Symposium stand vor allem der persönliche Kontakt mit den Verantwortlichen der Klinik für Anästhesiologie in Jena im Mittelpunkt.
Ziel ist der Aufbau einer direkten, langfristigen Kooperation zwischen den medizinischen Abteilungen beider Städte. Durch den persönlichen Austausch entstehen tragfähige Strukturen für fachliche Beratung, gemeinsame Projekte und gegenseitige Unterstützung. Gerade in Krisenzeiten ist ein solches Netzwerk von unschätzbarem Wert.
Konkrete Hilfe für medizinische Einrichtungen in der Ukraine
Der Austausch im Rathaus führte nicht nur zu Gesprächen, sondern auch zu greifbaren Ergebnissen. In Kürze wird eine Lieferung von Rehabilitationsmöbeln und Reha-Geräten das Klinikum in Brovary erreichen. Diese Ausstattung ist für die Versorgung verletzter Patientinnen und Patienten von großer Bedeutung.
Die Beschaffung der Geräte wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit finanziert. Die Stadt Jena übernimmt Organisation und Kosten der Logistik. Zusätzlich wurde ein weiteres Projekt im Rahmen eines Förderprogramms von Engagement Global besprochen. Noch in diesem Jahr sollen weitere dringend benötigte medizinische Geräte bereitgestellt werden. Damit wird die medizinische Infrastruktur in Brovary gezielt gestärkt.

Engagement aus Jena als treibende Kraft
Eine zentrale Rolle bei der Vernetzung spielt Prof. Dr. Uwe Klein. Der Jenaer Arzt im Ruhestand engagiert sich seit Jahren für den medizinischen Austausch mit der Ukraine. Als Initiator und Vermittler begleitete er die Delegation und trug maßgeblich dazu bei, Kontakte herzustellen und Projekte voranzubringen.
Sein Einsatz zeigt, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement für internationale Kooperationen ist. Persönliche Initiative verbindet Fachwissen, kommunale Strukturen und internationale Partner auf nachhaltige Weise.
Stadt Jena setzt Zeichen für Solidarität
Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche würdigte die Professionalität der ukrainischen Ärztinnen und Ärzte, die unter extremen Bedingungen Leben retten. Der direkte Austausch mit Jenaer Fachkräften sei ein wichtiger Schritt, um Wissen zu teilen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Besonders für die Partnerschaft mit Brovary sei dieser persönliche Kontakt unverzichtbar.
Die Zusammenarbeit zeigt, wie Städtepartnerschaften über symbolische Gesten hinausgehen können. Sie schaffen konkrete Unterstützung, fördern Wissenstransfer und stärken das europäische Miteinander.
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Hintergrund der Städtepartnerschaft
Seit 2022 pflegt Jena eine intensive Solidaritätspartnerschaft mit Brovary. Neben Hilfslieferungen stehen fachlicher Austausch, kulturelle Kontakte und langfristige Kooperationen im Mittelpunkt. Ziel ist es, die ukrainische Partnerstadt in einer schwierigen Zeit zu unterstützen und zugleich gemeinsame Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Der Besuch der ukrainischen Mediziner in Jena steht beispielhaft für diese gelebte Partnerschaft. Medizinische Expertise, persönliche Begegnung und konkrete Hilfe verbinden sich zu einer Zusammenarbeit, die direkt bei den Menschen ankommt.
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