Regionalmuseen im Aufbruch. Zukunft ländlicher Museumsarbeit im Fokus

Regionalmuseen im ländlichen Raum stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Zwischen knappen finanziellen Ressourcen, gesellschaftlichen Veränderungen und neuen Erwartungen des Publikums müssen sie ihre Rolle neu definieren. Genau hier setzt die Fachtagung „Regionalmuseen im Aufbruch. Zwischen Forschung und Praxis“ an, die am 16. Februar 2026 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet. Die Veranstaltung bringt Fachleute aus Museen, Kulturverwaltung und Wissenschaft zusammen, um zukunftsfähige Strategien für die Museumsarbeit in ländlichen Regionen zu entwickeln.

Organisiert wird die Tagung im Rahmen eines Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Universität Jena. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zusammenzuführen und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung mitteldeutscher Regionalmuseen zu geben.

Weitere Nachrichten aus Jena

Starke Zukunft: Thüringer Hochschulen setzen auf Reformkurs

Blick auf die Jenaer Ernst-Abbe-Hochschule. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx
Blick auf die Jenaer Ernst-Abbe-Hochschule. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx

Forschung trifft Praxis – Jena als Impulsgeber für Regionalmuseen

Im Mittelpunkt der Tagung steht das Forschungsprojekt „KLEIN, aber FEIN. Forschung für eine gelingende Kulturarbeit in Museen und Ausstellungen in ländlichen Räumen“. Dieses Projekt untersucht die Situation von Regionalmuseen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Einrichtungen sind weit mehr als Ausstellungsorte. Sie sind Identitätsanker, Bildungsorte und Bewahrer des kulturellen Erbes.

Gerade in ländlichen Regionen spielen Regionalmuseen eine zentrale Rolle für das kulturelle Selbstverständnis. Sie sammeln, erforschen und vermitteln sowohl materielles als auch immaterielles Kulturerbe. Gleichzeitig stehen sie unter starkem Druck, sich zu modernisieren und neue Formate zu entwickeln. Die Fachtagung schafft eine Plattform, auf der Forschungsergebnisse aus Jena direkt mit der Museumspraxis in Dialog treten.

Herausforderungen für Museen im ländlichen Raum

Die Rahmenbedingungen für Regionalmuseen haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Viele Häuser kämpfen mit begrenzten kommunalen Budgets. Investitionen in Ausstellungen, Digitalisierung oder Vermittlungsangebote sind oft schwer umzusetzen. Hinzu kommt der demografische Wandel. In vielen ländlichen Regionen sinkt die Bevölkerungszahl, gleichzeitig steigt der Altersdurchschnitt.

Auch das zivilgesellschaftliche Engagement verändert sich. Ehrenamtliche Strukturen, auf die viele Regionalmuseen angewiesen sind, werden fragiler. Gleichzeitig verändern sich Freizeitgewohnheiten und kulturelle Erwartungen. Besucherinnen und Besucher wünschen sich interaktive Formate, digitale Angebote und erlebnisorientierte Ausstellungen. Klassische Präsentationsformen reichen häufig nicht mehr aus, um neue Zielgruppen zu erreichen.

Die Tagung greift genau diese Herausforderungen auf. Diskutiert wird, wie Regionalmuseen trotz schwieriger Rahmenbedingungen innovative Wege gehen können. Themen wie Digitalisierung, partizipative Projekte, Kooperationen und neue Vermittlungsstrategien spielen dabei eine zentrale Rolle.

Austausch zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Museumsarbeit

Ein besonderer Schwerpunkt der Fachtagung liegt auf dem Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Vertreterinnen und Vertreter aus der Kulturverwaltung bringen strategische und strukturelle Sichtweisen ein. Museumspraktikerinnen und -praktiker berichten aus dem Alltag kleiner und mittlerer Häuser. Die Wissenschaft liefert Daten, Analysen und neue theoretische Ansätze.

Blick auf die Thulb via Instagram @jenafotografx.de

Dieser interdisziplinäre Dialog ist entscheidend, um tragfähige Lösungen zu entwickeln. Regionalmuseen können ihre Zukunft nicht isoliert gestalten. Sie sind eingebunden in kommunale Strukturen, Bildungslandschaften und regionale Netzwerke. Die Tagung in Jena versteht sich daher als Impulsraum, in dem gemeinsam Perspektiven für eine nachhaltige Museumsarbeit im ländlichen Raum erarbeitet werden.

Regionalmuseen als Orte kultureller Identität

Trotz aller Herausforderungen bleibt die Bedeutung von Regionalmuseen enorm. Sie erzählen lokale Geschichten, machen regionale Besonderheiten sichtbar und stärken das Zugehörigkeitsgefühl der Bevölkerung. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche können sie Orte des Dialogs und der Verständigung sein.

Die Diskussion in Jena richtet den Blick deshalb nicht nur auf Probleme, sondern auch auf Potenziale. Wie können Regionalmuseen als lebendige Kulturorte weiterentwickelt werden. Welche Rolle spielen sie in der regionalen Bildungsarbeit. Und wie lassen sich neue Zielgruppen für Museumsbesuche im ländlichen Raum gewinnen. Antworten auf diese Fragen sind entscheidend für die Zukunft der Kulturarbeit außerhalb großer Städte.

Zukunftsboost für Regionalmuseen. Phyletische Museum in Jena. Foto: Frank Liebold, Jenafotogrfax
Zukunftsboost für Regionalmuseen. Phyletische Museum in Jena. Foto: Frank Liebold, Jenafotogrfax

Termin, Ort und Anmeldung zur Fachtagung

Die Fachtagung „Regionalmuseen im Aufbruch. Zwischen Forschung und Praxis“ findet am Montag, 16. Februar 2026, von 10:00 bis 18:00 Uhr im Kleinen Sitzungssaal der Rosensäle, Fürstengraben 27, in Jena statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Interessierte können sich bis zum 8. Februar 2026 per E-Mail an kleinaberfein@uni-jena.de anmelden. Das vollständige Programm der Tagung ist online abrufbar. Die Veranstaltung bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Museumslandschaft zu informieren und aktiv an der Zukunft regionaler Kulturarbeit mitzuwirken.

Hashtags

#Regionalmuseen
#Museumsarbeit
#KulturimländlichenRaum
#FachtagungJena
#Kulturvermittlung

Info, UNI Jena | Fotos, Frank Liebold, Jenafotografx | Veranstaltungen im Eventkalender