Berry-Krümmung optisch bestimmt: Forschende aus Jena und Regensburg messen Quantengeometrie mit Laserpulsen

Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Regensburg haben eine Methode entwickelt, mit der sich die Berry-Krümmung von Elektronen mit Licht bestimmen lässt. Diese bislang schwer zugängliche Quanteneigenschaft beschreibt bestimmte geometrische Eigenschaften der quantenmechanischen Zustände von Elektronen. Das Team untersuchte sie an einer nur eine Atomlage dünnen Schicht des Halbleiters Wolframdiselenid und nutzte dafür ultrakurze Laserpulse. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Nature Photonics“ erschienen.

JenaMedia – Veranstaltunstipp:

THE NEW ROSES mit Rock-Event am 04.12. im F-Haus

Episch: Rock-Event mit THE NEW ROSES 04.12. im F-Haus
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THE NEW ROSES live 2026 in Jena Rock-Highlight im F-Haus

Am 4. Dezember 2026 wird das F-Haus in Jena zum Treffpunkt für Rockfans, wenn THE NEW ROSES im Rahmen ihrer mit Spannung erwarteten „Down & Dirty Tour 2026“ die Bühne betreten. Die Band steht seit Jahren für ehrlichen, handgemachten Rock und energiegeladene Live-Shows, die ihr Publikum regelmäßig begeistern.

In einer Musiklandschaft, die zunehmend von digitalen Trends und künstlicher Intelligenz geprägt ist, setzen THE NEW ROSES bewusst auf Authentizität, Leidenschaft und echte Live-Performance. Genau das macht ihre Konzerte zu einem intensiven Erlebnis, das weit über gewöhnliche Shows hinausgeht.

Berry-Krümmung: Eine schwer messbare Quanteneigenschaft

Elektronen bewegen sich in einem Kristall nicht einfach wie kleine Teilchen auf festen Bahnen. Ihr Verhalten wird durch quantenmechanische Zustände bestimmt. Die geometrischen Eigenschaften dieser Zustände fassen Forschende unter dem Begriff „Quantengeometrie“ zusammen.

Eine wichtige Größe der Quantengeometrie ist die Berry-Krümmung. Sie beeinflusst unter anderem, wie Elektronen auf Licht oder elektrische Felder reagieren.

Bislang wird die Berry-Krümmung vor allem theoretisch berechnet oder mit vergleichsweise aufwendigen experimentellen Methoden untersucht. Das Team aus Jena und Regensburg verfolgt einen anderen Ansatz: Es verbindet optische Messungen mit einem analytischen Modell. Daraus schätzen die Forschenden die lokale Berry-Krümmung des Materials quantitativ ab.

„Wir wollten eine Quanteneigenschaft zugänglich machen, die experimentell bislang nur schwer zu bestimmen ist“, sagt Erstautorin Nele Tornow vom Institut für Festkörperphysik der Universität Jena. „Das Besondere an unserem Ansatz ist, dass wir ein optisches Experiment mit einem theoretischen Modell verbinden und daraus einen konkreten Wert für die Berry-Krümmung erhalten.“

JenaMedia – Veranstaltungshinweis

Fototour Die sieben Wunder von Jena 2027

Geführte Fototour: Die Sieben Wunder von Jena – Mythen, Motive & Magie
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Geführte Fototour Die Sieben Wunder von Jena – Geschichte, Bedeutung und ihre Faszination bis heute 

Die Stadt Jena besitzt eine außergewöhnliche Tradition, die bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht: die sogenannten Sieben Wunder von Jena. Diese Besonderheiten – teils architektonisch, teils kurios, teils sagenhaft – dienten einst als eine Art „Studentenprüfung“. Wer behauptete, an der Universität Jena studiert zu haben, musste die sieben Wunder kennen und erklären können. So ließen sich Hochstapler schnell entlarven.

Bis heute haben die Wunder nichts von ihrer Faszination verloren. Einige existieren noch, andere sind nur in historischen Quellen überliefert. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte einer lebendigen Universitätsstadt, die seit Jahrhunderten von Wissenschaft, Humor und Kreativität geprägt ist.

Zwei ultrakurze Laserpulse liefern das Messsignal

Für das Experiment verwendeten die Forschenden Wolframdiselenid. Die untersuchte Schicht des Halbleiters ist weniger als einen Nanometer dick. Solche atomar dünnen Materialien reagieren besonders deutlich auf Licht und eignen sich deshalb gut für nichtlineare optische Experimente.

Das Team schickte zwei ultrakurze Laserpulse auf die Probe. Der erste verändert für einen winzigen Moment die elektronischen Zustände des Materials. Der zweite dient dazu, diese Veränderung optisch auszulesen. Dabei entsteht Licht mit der doppelten Frequenz des eingestrahlten Lichts. Aus dessen Polarisation – vereinfacht gesagt aus der Art, wie das Licht schwingt – gewinnen die Forschenden Informationen über die Berry-Krümmung.

Der Effekt spielt sich innerhalb weniger hundert Femtosekunden ab. Eine Femtosekunde ist ein Millionstel einer Milliardstelsekunde. Ändert das Team die Drehrichtung des ersten, zirkular polarisierten Laserpulses, kehrt sich auch das Vorzeichen des gemessenen Signals um.

Aus den Messdaten bestimmten die Forschenden die Berry-Krümmung. Das Ergebnis stimmte mit theoretischen Berechnungen überein.

Berry-Krümmung mit Licht messen: Neues Verfahren aus Jena. Foto: Nicole Nerger // Uni Jena
Berry-Krümmung mit Licht messen: Neues Verfahren aus Jena. Foto: Nicole Nerger // Uni Jena

Quantengeometrie auf extrem kurzen Zeitskalen untersuchen

Giancarlo Soavi vom Institut für Festkörperphysik und dem Abbe Center of Photonics der Universität Jena ordnet die Möglichkeiten des Verfahrens ein: „Mit der optischen Methode können wir solche Eigenschaften auf extrem kurzen Zeitskalen untersuchen. Damit können wir künftig auch verfolgen, wie sich die Quantengeometrie eines Materials während sehr schneller Prozesse verändert.“

Verfahren auch auf andere Materialien übertragbar

Das Experiment wurde an Wolframdiselenid demonstriert. Der grundlegende Ansatz ist nach Angaben des Forschungsteams jedoch nicht auf diese Materialklasse beschränkt. Sowohl das Messprinzip als auch das gemeinsam mit Forschenden der Universität Regensburg entwickelte Modell lassen sich grundsätzlich auf weitere Materialien übertragen.

Langfristig könnte die Methode dazu beitragen, geometrische Eigenschaften elektronischer Zustände genauer zu untersuchen und ihr Verhalten in schnellen optischen Prozessen besser zu verstehen.

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