Einbürgerung Jena: Stadt Jena begrüßt 304 neue Bürgerinnen und Bürger aus 49 Nationen

Die Stadt Jena hat 304 Menschen, die im ersten Halbjahr 2026 eingebürgert wurden, zu einer Feier in die Rathausdiele eingeladen. Unter ihnen waren 142 Frauen und 162 Männer. Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche hieß die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger nach den „formalen, oft langwierigen und schwierigen Prozessen der Einbürgerung“ willkommen.

Mit 200 anwesenden Menschen war die Rathausdiele so gut gefüllt wie noch nie bei einer Einbürgerungsfeier der Stadt Jena.

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Herkunft der Eingebürgerten: 49 Nationen, fünf Kontinente

Die Eingebürgerten stammen aus 49 verschiedenen Nationen auf fünf Kontinenten. Am stärksten vertreten sind die Herkunftsländer Syrien, Belarus, Russland und die Ukraine. Zusätzlich wurden zehn staatenlose Menschen eingebürgert.

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Neu: Speed-Wedding in Jena am 4. November 2026

Neu: Speed-Wedding in Jena am 4. November 2026. Foto: Stadt Jena
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Nitzsche zu Fachkräftemangel und demografischem Wandel

Einbürgerung Jena: 304 Menschen aus 49 Nationen. Foto: Stadt JenaOberbürgermeister Nitzsche ordnete die Einbürgerungen in den größeren wirtschaftlichen Kontext ein. „Deutschland braucht den Zuzug von Menschen, weil die Basis für die wirtschaftliche Stärke des Landes – trotz Digitalisierung und Automatisierung – immer die Menschen bleiben werden“, sagte er. Dies werde besonders in einer wirtschaftlich starken Stadt wie Jena deutlich.

„Bis zum Ende des Jahrzehnts wird etwa ein Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand wechseln, aber nur ein Drittel davon kann durch Nachwuchs, der von hier kommt, ersetzt werden“, so Nitzsche weiter. Überall sei der Fachkräftemangel zu spüren.

Nitzsche verwies zugleich darauf, dass viele Menschen nach Deutschland gekommen seien, weil sie Schutz und Asyl suchten. Die Eingebürgerten hätten sich bestens integriert, was meist im Stillen passiere und nicht die Medien beherrsche.

JenaMedia – Veranstaltungstipp:

Michaelistag am 29.09. in der Stadtkirche St. Michael: Andacht, Orgelkonzert und Einblicke in die Sanierung

Blick auf die Stadtkirche „St. Michael“ Jena // Foto: Jenafotografx
Blick auf die Stadtkirche „St. Michael“ Jena // Foto: Jenafotografx

Die Stadtkirche St. Michael begeht am Dienstag, 29. September, den Michaelistag, den Patronatstag der Kirche. Ab 18 Uhr stehen eine Abendandacht, ein Orgelkonzert sowie Vorträge zur Geschichte und zur aktuellen Sanierung des Gebäudes auf dem Programm.

Einbürgerungszahlen in Jena seit 2010 deutlich gestiegen

Die Zahl der Einbürgerungen in Jena ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Bis 2010 wurden jährlich rund 30 Menschen eingebürgert, vor acht bis zehn Jahren waren es bereits etwa 50. Seit 2018 liegt die Zahl bei über 70.

Im Jahr 2023 wurden bereits über 200 Menschen eingebürgert, 2024 waren es insgesamt 333. Im Jahr 2025 erhielten insgesamt 564 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft.

Einbürgerung Jena: 304 Menschen aus 49 Nationen. Foto: Stadt Jena
Einbürgerung Jena: 304 Menschen aus 49 Nationen. Foto: Stadt Jena

Voraussetzungen für die deutsche Staatsangehörigkeit

Nitzsche erinnerte daran, dass mit jeder Einbürgerung persönliche Beweggründe verbunden seien – etwa Flucht, Arbeit oder die Beziehung zu einem geliebten Menschen. Jede Einbürgerung bringe individuelle Entwicklungen, Schicksale und tiefgreifende Veränderungen mit sich.

Einbürgerung Jena: 304 Menschen aus 49 Nationen. Foto: Stadt JenaVoraussetzungen für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit sind demnach ein rechtmäßiger Aufenthalt von meist mindestens fünf Jahren, ausreichende Deutschkenntnisse und ein erfolgreich bestandener Einbürgerungstest zur deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung. Hinzu kommen das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie die Absicherung des Lebensunterhalts ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld.

„Für Ihre Anstrengung, Geduld und Ausdauer, aber auch Ihren Mut möchte ich Ihnen meine ausdrückliche große Anerkennung aussprechen“, sagte Nitzsche. „Mögen Sie hier eine Heimat finden – falls Sie sie nicht schon gefunden haben.“

Jena: 304 Menschen aus 49 Nationen eingebürgert. Foto: Stadt Jena
Jena: 304 Menschen aus 49 Nationen eingebürgert. Foto: Stadt Jena

Persönliche Erfahrungen und kulturelles Rahmenprogramm

Mehrere Eingebürgerte berichteten in kurzen Reden von ihren Erfahrungen: Özgür Kaytancioglu aus der Türkei, Oana Glaessel aus Rumänien und Anne Jeannin aus Frankreich.

Für das kulturelle Rahmenprogramm sorgte der Verein MIG e.V. Der Verein hat rund 120 Mitglieder, vereint verschiedene Volksgruppen vor allem aus Osteuropa und setzt sich für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen ein.

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