Generatoren aus Jena erreichen ukrainische Partnerstadt Brovary
Spendenaktion ermöglicht dringend benötigte Energieversorgung
Dank einer erfolgreichen Spendenaktion aus Jena konnten dringend benötigte Stromgeneratoren in die ukrainische Partnerstadt Brovary geliefert werden. Die Geräte sollen dort helfen, kritische Infrastrukturen auch bei Stromausfällen weiterhin zu betreiben.
Seit Beginn der Spendeninitiative Mitte Februar sind insgesamt 24.156 Euro zusammengekommen. Mit diesen Mitteln wurde unter anderem ein Diesel-Stromgenerator mit einer Leistung von 100 kVA beschafft. Das Gerät wurde direkt von einem Händler in Kempen in Deutschland nach Brovary transportiert und dort in der vergangenen Woche offiziell entgegengenommen.

Die Unterstützung erfolgt vor dem Hintergrund der weiterhin angespannten Lage der Energieversorgung in vielen ukrainischen Städten. Wiederholte Angriffe auf Energieinfrastruktur haben die Versorgung in Teilen des Landes erheblich beeinträchtigt.
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Große Spendenbereitschaft in der Stadtgesellschaft
Die Spendenaktion zeigt die breite Unterstützung innerhalb der Jenaer Stadtgesellschaft für die Partnerstadt in der Ukraine. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche würdigte die hohe Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.
„Die große Spendenbereitschaft zeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Stadt ist. Ich danke allen Menschen in Jena ganz herzlich, die mit ihrer Unterstützung dazu beigetragen haben, dass wir unseren Partnern in Brovary ganz konkret helfen können“, erklärte der Oberbürgermeister.
Die Spenden ermöglichen nicht nur die Anschaffung technischer Geräte. Sie tragen auch dazu bei, die kommunale Infrastruktur in der ukrainischen Stadt in einer schwierigen Situation zu stabilisieren.
Generator der Feuerwehr Jena ebenfalls ausgeliefert
Neben dem neu angeschafften Stromgenerator wurde auch ein weiteres Gerät aus dem Bestand der Feuerwehr Jena zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um einen bewährten Generator aus DDR-Produktion, der nach fachlicher Abstimmung zwischen den Feuerwehren beider Städte abgegeben wurde.
Der Generator besitzt einen internen Verrechnungswert von rund 2.500 Euro. Auch diese Kosten wurden über die eingegangenen Spendengelder finanziert.
Das Gerät ist mittlerweile ebenfalls in Brovary angekommen und steht dort für den Einsatz zur Verfügung.

Unterstützung für Einrichtungen der Daseinsvorsorge
Die Generatoren sollen vor allem dort eingesetzt werden, wo eine stabile Energieversorgung für öffentliche Einrichtungen besonders wichtig ist. Dazu gehören beispielsweise medizinische Einrichtungen, Versorgungsbetriebe oder kommunale Infrastruktur.
In vielen Regionen der Ukraine ist die Energieversorgung weiterhin durch beschädigte Netze und zerstörte Anlagen beeinträchtigt. Stromausfälle können deshalb auch Auswirkungen auf Wärmeversorgung, Wasserversorgung oder medizinische Infrastruktur haben.
Mobile Stromgeneratoren gelten in dieser Situation als wichtige technische Unterstützung, um zentrale Einrichtungen unabhängig von der regulären Stromversorgung betreiben zu können.
Weitere Hilfsprojekte für die Partnerstadt
Neben der Lieferung der Generatoren laufen weitere Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Jena und Brovary. So wurde gemeinsam mit der Stadt Erlangen der Transport von Rehabilitationsausstattung für das zentrale Klinikum in Brovary organisiert.
Bereits Mitte Februar erreichte eine erste Lieferung mit Rehabilitationsbetten und Nachttischen die ukrainische Stadt. Diese Ausstattung soll die medizinische Versorgung und Rehabilitation von Patientinnen und Patienten vor Ort verbessern.
Darüber hinaus hat eine Delegation aus Brovary in Jena zwei Minibusse mit Rollstuhlrampe übernommen. Die Fahrzeuge wurden für den Transport in die Partnerstadt vorbereitet und sind inzwischen ebenfalls dort angekommen.
Neue Fahrzeuge verbessern Mobilität für Menschen mit Behinderungen
Die beiden Minibusse sollen künftig als sogenannte soziale Taxis eingesetzt werden. Über ein spezielles Online-Portal können Menschen mit eingeschränkter Mobilität Transportanfragen stellen.
Nach Angaben von Petro Babych, stellvertretender Bürgermeister von Brovary, nutzen derzeit rund 3.000 Menschen dieses Angebot. Etwa ein Drittel von ihnen lebt mit dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen, die infolge ihres Militärdienstes oder durch Kriegseinwirkungen entstanden sind.
„Wir danken Jena, Erlangen und der GIZ herzlich für die bereitgestellte Unterstützung. Die Rehabilitationsausstattung wird unser Klinikum maßgeblich stärken“, erklärte Babych.
Zugleich betonte er die Bedeutung der neuen Fahrzeuge für die soziale Infrastruktur der Stadt. Bisher habe nur ein einziger Minibus für diese Transporte zur Verfügung gestanden.

Unterstützung im Rahmen internationaler Partnerschaften
Ein Teil der Hilfsmaßnahmen wird durch Programme der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit unterstützt. Die Organisation stellt Hilfspakete im Rahmen des Programms „Verbesserung des Bevölkerungsschutzes und Wiederaufbau in kommunalen Partnerschaften mit der Ukraine“ bereit.
Die Auswahl der Hilfsgüter erfolgt in enger Abstimmung mit den ukrainischen Partnerkommunen. Dabei werden konkrete Bedarfe vor Ort berücksichtigt.
Die beteiligten deutschen Kommunen übernehmen im Gegenzug die Organisation und Finanzierung des Transports der Hilfsgüter in ihre Partnerstädte.
Städtepartnerschaften als Instrument kommunaler Solidarität
Die aktuellen Hilfsmaßnahmen zeigen die Bedeutung kommunaler Partnerschaften in Krisenzeiten. Städtepartnerschaften ermöglichen direkte Kontakte zwischen Verwaltungen, Organisationen und Bürgerinnen und Bürgern.
Gerade in Krisensituationen können solche Netzwerke dazu beitragen, Hilfe schnell und zielgerichtet zu organisieren. Gleichzeitig stärken sie den Austausch zwischen Kommunen und fördern langfristige Kooperationen.
Die Unterstützung für Brovary ist daher nicht nur eine kurzfristige Hilfsmaßnahme. Sie steht auch für eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten.

Weitere Unterstützung geplant
Auch künftig wollen die beteiligten Partner prüfen, welche weiteren Hilfsmaßnahmen sinnvoll umgesetzt werden können. Dazu gehören sowohl technische Unterstützung als auch Projekte im Bereich Gesundheit, Infrastruktur und soziale Versorgung.
Die Verantwortlichen in Jena betonen, dass die Städtepartnerschaft mit Brovary langfristig angelegt ist. Ziel bleibt es, die ukrainische Partnerstadt bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen sowie beim Wiederaufbau zu unterstützen.
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