Stadt Jena startet Bürgerbefragung zur Pandemievorsorge

Online-Umfrage soll Erfahrungen aus der Corona-Zeit systematisch erfassen

Die Stadt Jena startet eine umfassende Bürgerbefragung zur kommunalen Pandemievorsorge. Ziel der Online-Umfrage ist es, Erfahrungen aus der Corona-Pandemie systematisch zu erfassen und für zukünftige Krisensituationen nutzbar zu machen. Bürgerinnen und Bürger können ihre Perspektiven anonym einbringen und so zur Weiterentwicklung kommunaler Vorsorgestrategien beitragen.

Die Befragung ist Teil der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Vorsorgestrategie Pandemie und richtet sich an alle Menschen in Jena, die ihre Erfahrungen aus der Pandemiezeit teilen möchten. Die Teilnahme erfolgt online und ist bis zum 17. April 2026 möglich.

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Bürgerbeteiligung als Bestandteil der kommunalen Krisenvorsorge

Mit der Online-Befragung verfolgt die Stadt Jena das Ziel, die Auswirkungen der Corona-Pandemie aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren. Dabei sollen nicht nur gesundheitliche Aspekte betrachtet werden, sondern auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Erfahrungen aus der Krisenzeit.

Die Umfrage deckt daher mehrere Themenfelder ab. Dazu gehören unter anderem Gesundheit, Bildung und Jugend, Politik und Verwaltung, Kultur, Sport sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen während der Pandemie. Durch diese breite Perspektive soll ein möglichst differenziertes Bild der damaligen Situation entstehen.

Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und anonym. Die Bearbeitung dauert etwa 30 Minuten. Einzelne Themenbereiche können übersprungen werden, falls Teilnehmende nicht zu allen Fragen Stellung nehmen möchten.

Die Online-Beteiligung ist über das Beteiligungsportal der Stadt erreichbar:
https://mitmachen.jena.de/polls/7

Drei Beteiligungsformate im Projekt zur Pandemievorsorge

Die Bürgerbefragung ist eines von insgesamt drei Beteiligungsformaten im Rahmen der kommunalen Aufarbeitung der Pandemieerfahrungen. Neben der Online-Umfrage läuft bereits das Beteiligungsformat „Geschichten erzählen“. In diesem Format berichten Bürgerinnen und Bürger persönlich von ihren Erlebnissen während der Pandemie.

Den Abschluss des Beteiligungsprozesses soll eine sogenannte Zukunftswerkstatt bilden. Dort werden die gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse gemeinsam ausgewertet und mögliche Handlungsempfehlungen für die zukünftige kommunale Krisenvorsorge entwickelt.

Mit dieser Kombination aus unterschiedlichen Beteiligungsformaten verfolgt die Stadt das Ziel, sowohl individuelle Erfahrungen als auch strukturelle Herausforderungen der Pandemiezeit zu erfassen.

Erfahrungen aus der Pandemie als Grundlage für zukünftige Strategien

Die Corona-Pandemie hat in vielen gesellschaftlichen Bereichen tiefgreifende Veränderungen ausgelöst. Neben gesundheitlichen Herausforderungen standen Kommunen auch vor organisatorischen und sozialen Aufgaben. Schulen mussten kurzfristig auf digitale Lernformen umstellen, kulturelle Einrichtungen waren zeitweise geschlossen, und viele wirtschaftliche Bereiche waren von Einschränkungen betroffen.

Kommunale Verwaltungen mussten in kurzer Zeit neue Entscheidungsstrukturen und Krisenmechanismen entwickeln. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft ist.

Die Auswertung der Erfahrungen aus dieser Zeit soll helfen, zukünftige Krisensituationen besser vorzubereiten. Dazu gehört beispielsweise die Frage, wie Informationsflüsse verbessert werden können, welche Unterstützungsangebote besonders wichtig waren und wo strukturelle Herausforderungen bestanden.

Jena startet Bürgerbefragung zur Pandemievorsorge bis 17.04.2026. Foto: Illustration via KI
Jena startet Bürgerbefragung zur Pandemievorsorge bis 17.04.2026. Foto: Illustration via KI

Gesundheitsdezernentin betont Bedeutung der Bürgerperspektive

Gesundheitsdezernentin Kathleen Lützkendorf hebt die Bedeutung der Bürgerbeteiligung für die Weiterentwicklung der kommunalen Vorsorgestrategie hervor.

„Mit der Bürgerbefragung möchten wir eine weitere Möglichkeit bieten, um unterschiedliche Perspektiven aus der Stadtgesellschaft aufzunehmen. Ziel ist, die kommunale Vorsorge für zukünftige Pandemien sachlich und vorausschauend weiterzuentwickeln und unsere Stadt insgesamt widerstandsfähiger zu machen. Dazu können Sie mit Ihren Erfahrungen aktiv beitragen“, erklärt Lützkendorf.

Durch die Einbindung der Bevölkerung sollen nicht nur statistische Daten, sondern auch persönliche Erfahrungen und Bewertungen in die strategische Planung einfließen.

Beitrag zur langfristigen Stärkung kommunaler Resilienz

Die Auswertung der Bürgerbefragung wird Teil eines umfassenden Analyseprozesses innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Vorsorgestrategie Pandemie. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für zukünftige Krisenlagen zu entwickeln.

Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kommunen ihre organisatorische und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken können. Aspekte wie transparente Kommunikation, verlässliche Verwaltungsstrukturen und soziale Unterstützungssysteme spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Stadt Jena setzt mit dem Beteiligungsprozess bewusst auf einen dialogorientierten Ansatz. Erfahrungen aus der Bevölkerung sollen dazu beitragen, politische Entscheidungen besser an realen Bedürfnissen auszurichten.

Mit der Bürgerbefragung wird ein weiterer Schritt unternommen, um aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre zu lernen und die kommunale Krisenvorsorge langfristig zu stärken. Bürgerinnen und Bürger haben noch bis zum 17. April 2026 die Möglichkeit, sich an der Online-Befragung zu beteiligen und ihre Perspektiven einzubringen.

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