Gut informiert zur Pflege in Jena: Beratung, Ratgeber und neue Daten – Zentrale Anlaufstelle für Pflegeberatung

Der Pflegestützpunkt in der Goethe-Galerie in Jena bietet umfassende Beratung für pflegebedürftige Menschen aller Altersgruppen sowie deren Angehörige. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür informierten sich zahlreiche Interessierte über aktuelle Angebote, Unterstützungsleistungen und technische Hilfsmittel. Gleichzeitig wurden neue Erkenntnisse zur Pflegesituation in der Stadt sowie eine aktualisierte Ausgabe des Pflegeratgebers vorgestellt.

Vor Ort berät derzeit Jonas Bernhardt als Elternzeitvertretung für Franziska Buchholz-Mann zu Fragen der Pflegebedürftigkeit, Versorgungsstrukturen und konkreten Hilfsangeboten. Das Angebot richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Jena und ist kostenfrei sowie neutral.

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Energiewende-Ausstellung in Jena eröffnet. Foto: Matthias Eimer // Stadtwerke Jena
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Einblicke in moderne Pflegehilfen und lokale Angebote

Ein besonderer Bestandteil des Informationstags war die sogenannte „smarte Stube“. Hier konnten Besucherinnen und Besucher moderne Technologien kennenlernen, die ältere Menschen im Alltag unterstützen und ein längeres selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen.

Ergänzt wurde das Angebot durch die Wohnberatung in Trägerschaft der AWO sowie das Seniorenbüro der Stadt Jena. Beide Einrichtungen stellten ihre Leistungen vor und zeigten Möglichkeiten auf, wie Wohnräume altersgerecht angepasst und soziale Teilhabe gefördert werden können.

Diese Vernetzung unterschiedlicher Akteure verdeutlicht die Bedeutung ganzheitlicher Beratungsstrukturen im Bereich Pflege und Altenhilfe.

Aktualisierter Pflegeratgeber als zentrale Informationsquelle

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die überarbeitete Broschüre „Pflege – was tun?“ präsentiert. Sie gilt als eine der wichtigsten Informationsquellen zum Thema Pflege in Jena und richtet sich sowohl an Betroffene als auch an deren Angehörige und Unterstützende.

Der Ratgeber bietet einen umfassenden Überblick über ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen sowie ergänzende Unterstützungsangebote. Darüber hinaus enthält er Hinweise zu Freizeit- und Aktivitätsangeboten für ältere Menschen.

Da sich gesetzliche Rahmenbedingungen, insbesondere Leistungen der Pflegeversicherung und Ansprüche pflegender Angehöriger, regelmäßig ändern, wird die Broschüre kontinuierlich aktualisiert. Auch sämtliche Kontaktdaten der Einrichtungen werden überprüft und angepasst.

Die Broschüre ist online abrufbar und kann zudem in gedruckter Form beim Pflegestützpunkt oder bei der Altenhilfeplanung der Stadt Jena abgeholt beziehungsweise per E-Mail angefordert werden.

Altenhilfeplanerin Franziska Wächter betont: „Der Pflegeratgeber wird sehr gut angenommen. Dies zeigt, wie wichtig eine gebündelte und verlässliche Übersicht über die vorhandenen Angebote ist.“

JenaMedia – Veranstaltungstipp:

Explosiver Techno Rave: Sensorica 17.04. im Kassablanca Jena

Explosiver Techno Rave: Sensorica 17.04. im Kassablanca Jena. Gfx. by Kassa Jena
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Ergebnisse der Erhebung „PflegeData 2025“

Neue Erkenntnisse zur aktuellen Pflegesituation liefert die Auswertung der Erhebung „PflegeData 2025“. Grundlage ist eine Online-Befragung von Pflegeeinrichtungen in Jena, die Daten aus dem Jahr 2024 erfasst.

Die Analyse zeigt deutliche Herausforderungen im Bereich der stationären Pflege. Aufgrund von Personalmangel stehen weniger Pflegeplätze zur Verfügung als im Vorjahr. Gleichzeitig hat sich die Zahl unbesetzter Stellen mehr als verdoppelt. Dies führte dazu, dass zahlreiche Anfragen nach stationären Pflegeplätzen nicht erfüllt werden konnten.

Als häufigster Grund für eine stationäre Aufnahme wurde eine Demenzerkrankung genannt. Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf an professioneller Betreuung, insbesondere bei komplexen Krankheitsbildern.

Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima, ordnet die Situation ein: „Besonders bei Demenzerkrankungen stoßen pflegende Angehörige oft an ihre Grenzen. Die Stadt Jena muss darauf reagieren, indem sie bestehende Angebote stärkt und neue Versorgungsmodelle entwickelt.“

Stabile Situation in der ambulanten Pflege

Im Gegensatz zur stationären Versorgung zeigt sich die ambulante Pflege in Jena stabil. Laut Erhebung konnten alle offenen Stellen besetzt werden, und ambulante Pflege- und Betreuungsangebote stehen flächendeckend in allen Stadtteilen zur Verfügung.

Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung ambulanter Versorgungsstrukturen, die es ermöglichen, pflegebedürftige Menschen möglichst lange im eigenen Zuhause zu betreuen.

Pflege in Jena: Wichtige Einblicke und Daten 2025. Foto: Stadt Jena
Pflege in Jena: Wichtige Einblicke und Daten 2025. Foto: Stadt Jena

Bedeutung für die kommunale Altenhilfeplanung

Die Ergebnisse der Erhebung fließen direkt in die kommunale Altenhilfeplanung ein und bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Maßnahmen. Ziel ist es, die Pflegestrukturen in Jena bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und auf demografische Veränderungen zu reagieren.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf präventiven Angeboten, die die Gesundheit fördern und die Selbstständigkeit älterer Menschen möglichst lange erhalten. Dazu zählen unter anderem Beratungsangebote, technische Unterstützungssysteme sowie soziale und gesundheitliche Präventionsprogramme.

Die nächste Datenerhebung für das Jahr 2025 ist bereits in Vorbereitung. Altenhilfeplanerin Franziska Wächter betont die Bedeutung einer breiten Beteiligung: „Für eine belastbare Datengrundlage ist es entscheidend, dass möglichst viele Einrichtungen an der Befragung teilnehmen.“

Weiterentwicklung der Pflege in Jena

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass die Pflege in Jena vor strukturellen Herausforderungen steht. Während die ambulante Versorgung stabil ist, erfordert insbesondere der Bereich der stationären Pflege gezielte Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und Kapazitätserweiterung.

Gleichzeitig bieten neue Technologien, präventive Ansätze und eine stärkere Vernetzung der Akteure Chancen, die Versorgung nachhaltig zu verbessern.

Mit dem Pflegestützpunkt, dem aktualisierten Pflegeratgeber und der systematischen Datenerhebung verfügt die Stadt Jena über wichtige Instrumente, um die Pflege zukunftsfähig zu gestalten und den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden.

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