Universität Jena zeichnet Jutta Hübner mit Lehrpreis 2026 aus

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena zeichnet die Integrative Onkologin Prof. Dr. Jutta Hübner mit dem themenbezogenen Lehrpreis 2026 aus. Prämiert wird ihre Lehrveranstaltung „Querschnitt 12 – Kompetenz interfakultär!“, in der Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen die Zusammenarbeit bei der medizinischen und therapeutischen Versorgung trainieren. Die Auszeichnung erfolgt in der Kategorie „Wo Neues entsteht – Interdisziplinäre Lehre als Ort der Innovation“. Die Preisverleihung findet am 17. November 2026 zum „Dies Legendi“, dem Tag der Lehre, statt. Das Preisgeld beträgt 2.500 Euro.

Integrative Onkologie: Gemeinsam Lösungen für Patienten entwickeln

Eine Krebsdiagnose stellt Betroffene vor große Herausforderungen. Neben der eigentlichen Behandlung beschäftigen sich viele Patientinnen und Patienten mit der Frage, wie sie ihre Heilungschancen verbessern und ihre Therapie unterstützen können. Ernährung, Bewegung und die psychische Verfassung rücken dabei in den Blick.

Die Integrative Onkologie berücksichtigt diese unterschiedlichen Aspekte der Versorgung. Für Prof. Dr. Jutta Hübner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehört dazu vor allem die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer und therapeutischer Fachrichtungen. Ihr Lehrkonzept setzt genau an dieser Schnittstelle an: Studierende sollen lernen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam Lösungen für die Versorgung von Patienten zu entwickeln.

Im Mittelpunkt steht die Kommunikation. „Im Zentrum jeder integrativen Behandlung steht die Kommunikation zwischen den Ärzten und den Patienten und die Kommunikation der Mediziner untereinander“, sagt Hübner. Damit diese Zusammenarbeit im späteren Berufsalltag gelingt, müsse sie bereits während des Studiums eingeübt werden.

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Digitales Planspiel simuliert den Alltag in Rehakliniken

Die Lehrveranstaltung „Querschnitt 12 – Kompetenz interfakultär!“ bildet den Alltag in mehreren Rehakliniken an einem fiktiven Kurort nach. Das digitale Planspiel erstreckt sich über drei Tage. Jeder Seminartag steht dabei für eine Woche im Klinikalltag.

Die Studierenden begleiten verschiedene Behandlungssituationen. Das Planspiel beginnt mit der Aufnahme der Patienten und führt über die Erstellung individueller Therapiepläne bis zum Abschlussgespräch. Die Ergebnisse der Behandlung werden anschließend protokolliert.

Technisch basiert das Lehrformat auf einem digitalen Raum in Zoom. Ergänzende Informationen werden über Moodle bereitgestellt. Mitarbeiter übernehmen die Rollen der Patienten und bringen unterschiedliche Krankheitsbilder und persönliche Herausforderungen in die Simulation ein.

Die Fälle verlangen von den Studierenden, medizinische Fragestellungen mit weiteren Aspekten der Patientenversorgung zu verbinden. So wird eine Leistungssportlerin wegen einer Knöchelverletzung in einer Klinik behandelt. Im Verlauf zeigt sich jedoch, dass sie auch an einer Essstörung leidet. Das behandelnde Team muss daraufhin abwägen, ob die Eltern oder die Trainerin beziehungsweise der Trainer einbezogen werden sollten.

Andere Situationen stellen die Studierenden vor weitere Herausforderungen. Ein Patient wird beim Rauchen erwischt und ist zudem alkoholisiert. Auch hier müssen die angehenden Fachkräfte gemeinsam tragfähige Lösungen erarbeiten.

Die Fälle sollen verdeutlichen, dass eine Behandlung nicht allein aus medizinischen Einzelentscheidungen besteht. Vielmehr müssen unterschiedliche Informationen zusammengeführt und die nächsten Schritte im Team abgestimmt werden.

JenaMedia – Veranstaltungstipp:

YU live in Jena: Konzert am 14. Januar 2027 im Kassablanca

YU live in Jena: Konzert im Kassablanca 2027. Foto: FB-Banner Kassa Jena
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Der deutsche Musiker YU kommt am Donnerstag, 14. Januar 2027, mit seiner Tour „Weirdos Welcome“ nach Jena. Das Konzert findet im Kassablanca in der Felsenkellerstraße 13a statt. Der Einlass beginnt um 18 Uhr, das Konzert startet um 19 Uhr. Tickets sind im Vorverkauf für 38,50 Euro erhältlich.

Studierende aus mehreren Städten und Fachrichtungen arbeiten zusammen

Das Lehrkonzept verbindet Studierende verschiedener Fachrichtungen und Hochschulstandorte. Medizinstudierende nehmen aus Jena und Leipzig teil. Studierende der Psychologie und Ernährungswissenschaften kommen aus Jena, während Studierende der Sozialen Arbeit aus Wiesbaden beteiligt sind.

Nach Möglichkeit werden auch angehende Sportmediziner aus Leipzig einbezogen. Darüber hinaus sind künftige Pharmazeuten aus Jena und anderen Universitäten willkommen.

Prof. Dr. Jutta Hübner möchte das interdisziplinäre Konzept perspektivisch noch breiter aufstellen. Auch nichtakademische Gesundheitsberufe sollen künftig stärker einbezogen werden. Als Beispiele nennt sie Physiotherapeuten und Pflegefachleute.

Das Ziel besteht darin, unterschiedliche berufliche Perspektiven bereits in der Ausbildung zusammenzuführen. Die Studierenden sollen erfahren, wie verschiedene Kompetenzen in der Versorgung ineinandergreifen und welche Bedeutung eine abgestimmte Kommunikation für die Behandlung hat.

Blick auf Jena, Uni-Campus. Foto: Frank Liebold
Blick auf Jena, Uni-Campus. Foto: Frank Liebold

Zuhören und unterschiedliche Sichtweisen akzeptieren

Neben der fachlichen Zusammenarbeit vermittelt das Planspiel auch kommunikative Fähigkeiten. Dazu gehört, Patienten zuzuhören, ihre Ansichten ernst zu nehmen und unterschiedliche Vorstellungen in die Behandlung einzubeziehen.

Hübner beschreibt den Anspruch des Formats als ernsthaft, ohne dass die Simulation ihren spielerischen Charakter verliert. „Jedes Gespräch mit einem Patienten ist zunächst einmal das Gespräch mit einem Menschen, diese Einstellung müssen wir verinnerlichen“, sagt die Onkologin.

Auch ergänzende Maßnahmen zur Unterstützung einer Therapie spielen eine Rolle. Entscheidend ist dabei, dass diese evidenzbasiert sind. Die Studierenden sollen lernen, sinnvolle Möglichkeiten von nicht wissenschaftlich fundierten Ansätzen zu unterscheiden.

Die Simulation bietet dafür einen Rahmen, in dem unterschiedliche Situationen durchgespielt und gemeinsame Entscheidungen erarbeitet werden können. Die Teilnehmer müssen medizinische, psychologische, ernährungsbezogene und soziale Aspekte miteinander in Beziehung setzen.

Lehrpreis 2026: Uni Jena ehrt Onkologin Jutta Hübner. Prof. Dr. Jutta Hübner wird mit dem Lehrpreis 2026 der Universität Jena ausgezeichnet. Sie erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Wo Neues entsteht – Interdisziplinäre Lehre als Ort für Innovation“ am 17. November. Foto: Anna Schroll // Uni Jena
Lehrpreis 2026: Uni Jena ehrt Onkologin Jutta Hübner. Prof. Dr. Jutta Hübner wird mit dem Lehrpreis 2026 der Universität Jena ausgezeichnet. Sie erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Wo Neues entsteht – Interdisziplinäre Lehre als Ort für Innovation“ am 17. November. Foto: Anna Schroll // Uni Jena

Lehrveranstaltung findet in den Semesterferien statt

„Querschnitt 12 – Kompetenz interfakultär!“ ist als Wahlpflichtfach organisiert. Die drei simulierten Klinikwochen finden während der Semesterferien statt. Pro Fachrichtung können bis zu zehn Studierende teilnehmen.

Das Lehrformat wird jährlich neu aufgelegt. Neben Jutta Hübner gehören Helena Pagiatakis, Anne Christel, Christian Keinki, Clemens Wolf, Louisa Schäfer und Mahmut Elnahas zum Team der Lehrenden.

Die Auszeichnung mit dem Lehrpreis 2026 würdigt das Konzept in der Kategorie „Wo Neues entsteht – Interdisziplinäre Lehre als Ort der Innovation“. Überreicht wird der Preis am 17. November 2026 beim „Dies Legendi“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Lehrkonzept soll weiterentwickelt werden

Lehrpreis 2026: Für die Zukunft möchte Jutta Hübner das Planspiel ausbauen. Eine mögliche Weiterentwicklung ist die Übertragung des Formats auf eine Akutklinik. Damit ließen sich weitere Behandlungssituationen in die interdisziplinäre Ausbildung integrieren.

Ein weiteres Ziel ist es, Menschen mit Migrationsgeschichte in das Lehrkonzept einzubeziehen. Sie spielen im Gesundheitswesen sowohl als Patienten als auch als medizinische Fachkräfte eine Rolle. Ihre Perspektiven sollen künftig ebenfalls in die Simulation einfließen.

Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro möchte das Team für den Einsatz von Schauspielpatienten verwenden. Dadurch sollen die dargestellten Szenen vielfältiger und realistischer gestaltet werden.

Mit der Lehrveranstaltung verfolgt Jutta Hübner das Ziel, die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg frühzeitig einzuüben. Das digitale Planspiel verbindet dafür medizinische Fallarbeit mit Kommunikation und gemeinsamer Entscheidungsfindung. Die Auszeichnung der Friedrich-Schiller-Universität Jena würdigt diesen Ansatz als Beispiel für interdisziplinäre Lehre.

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