Fernverkehr Jena: Jenaer Grüne sehen neue Impulse für die Bahn
Der Fernverkehr Jena war Thema eines Gesprächs mit Bürgerinnen und Bürgern, bei dem Vertreter aus Politik und Fahrgastverband über die aktuelle Situation und mögliche Wege zu einer besseren Anbindung diskutierten. Auf Einladung des Jenaer Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kamen der Verkehrspolitiker und Bahnexperte Matthias Gastel, Staatssekretär Tobias Knoblich aus dem Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur, Olaf Behr von PRO BAHN Thüringen, Klaus Bartholmé vom Bündnis „Fernverkehr für Jena“ und Heiko Knopf aus der Jenaer Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zusammen.
Im Mittelpunkt standen die derzeitige Fernverkehrssituation in Jena, ein von der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachter Gesetzentwurf sowie weitere Voraussetzungen für eine bessere Fernverkehrsanbindung der Stadt.
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Aktuelle Fernverkehrssituation in Jena im Mittelpunkt
Bei der Diskussion wurde die derzeitige Situation des Fernverkehrs in Jena aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Olaf Behr von PRO BAHN Thüringen verwies darauf, wie sich fehlende regelmäßige Fernverkehrsverbindungen auf die Nutzung der Bahn auswirken.
Nach seinen Angaben verringere jeder zusätzliche Umstieg unterwegs die Bereitschaft, überhaupt den Zug zu nehmen, um 10 bis 30 Prozent. Die Aussage wurde im Rahmen der Diskussion zur aktuellen Fernverkehrssituation in Jena vorgetragen.
Klaus Bartholmé vom Bündnis „Fernverkehr für Jena“ stellte Beispiele aus Wirtschaft und akademischen Einrichtungen vor. Nach seinen Ausführungen kann fehlender Fernverkehr auch bei Standortentscheidungen eine Rolle spielen und Auswirkungen auf den internationalen Ruf Jenas haben.
Auch aus dem Publikum wurden Praxisberichte zur derzeitigen Situation eingebracht.
Fernverkehrsgesetz soll Anbindung der Fläche verbessern
Matthias Gastel, Bahnpolitiker der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, stellte bei dem Gespräch einen Gesetzentwurf seiner Fraktion vor. Nach Darstellung der Grünen soll ein Fernverkehrsgesetz dazu beitragen, Fernverkehr wieder stärker in die Fläche zu bringen.
Der Ansatz richtet sich demnach gegen eine Konzentration des Fernverkehrs auf besonders lukrative Verbindungen zwischen Metropolen. Vorgesehen ist ein Mindestangebot, das auch die Anbindung von Oberzentren und weiteren Städten verbessern soll.
Der Gesetzentwurf steht damit im Zusammenhang mit der politischen Diskussion über die künftige Organisation und Absicherung des Schienenpersonenfernverkehrs. Matthias Gastel hatte sich auch im Deutschen Bundestag wiederholt mit Fragen zur Stärkung des Fernverkehrs und der Anbindung von Oberzentren beschäftigt.
Während der Ansatz bei dem Gespräch grundsätzlich Zustimmung aus dem Podium und dem Publikum fand, verwies Staatssekretär Tobias Knoblich auf offene Fragen zur Finanzierung.

Gesetzentwurf im Bundestag zur weiteren Beratung
Nach Angaben der Jenaer Grünen wurde der Gesetzentwurf am 24. September 2026 im Deutschen Bundestag zur weiteren Beratung an den Verkehrsausschuss überwiesen. Der Bundestag führte an diesem Tag seine 96. Sitzung durch.
Die parlamentarische Beratung bildet damit einen weiteren Bestandteil der Debatte über die künftige Ausgestaltung des Fernverkehrs. Für Jena ist dabei insbesondere die Frage relevant, wie Oberzentren und weitere Städte wieder besser an den Fernverkehr angebunden werden können.
Auch PRO BAHN verwies Ende September 2026 auf die Diskussion über die Fernverkehrszukunft in Jena und die Beteiligung von Matthias Gastel, Olaf Behr sowie weiteren Gesprächsteilnehmern.
Elektrifizierung zwischen Weimar und Gößnitz als weiterer Punkt für den Fernverkehr Jena
Neben dem Fernverkehrsgesetz wurden bei der Diskussion weitere Voraussetzungen für eine bessere Fernverkehrsanbindung Jenas angesprochen.
Dazu gehört nach Angaben der Jenaer Grünen die Elektrifizierung der Strecke von Weimar nach Gößnitz. Sie wird als Voraussetzung dafür genannt, dort wieder IC-Verkehr zu ermöglichen.
Die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will sich nach Angaben des Jenaer Kreisverbandes für die Elektrifizierung einsetzen.
Damit richtet sich der Blick nicht allein auf die unmittelbare Fernverkehrsanbindung Jenas. Auch die Infrastruktur auf den Strecken im Thüringer Bahnnetz spielt in der Diskussion eine Rolle.
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IC-Knotenbahnhof in Göschwitz oder Burgau
Ein weiterer Punkt betrifft die Pläne des Landes Thüringen für einen IC-Knotenbahnhof. Im Gespräch war nach Angaben der Jenaer Grünen die Frage, wie es um entsprechende Pläne für Göschwitz oder Burgau bestellt ist.
Die Jenaer Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will dazu bei der Jenaer Stadtverwaltung nachfragen.
Damit sollen auch die konkreten Planungen für mögliche Fernverkehrsknoten im Jenaer Stadtgebiet betrachtet werden. Eine Entscheidung oder konkrete Umsetzung wird in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt.
Verschiedene Perspektiven auf den Bahnverkehr
An der Diskussion beteiligten sich Vertreter aus Politik, Fahrgastverband, einem Bündnis für den Fernverkehr Jena und der Jenaer Kommunalpolitik. Dadurch kamen unterschiedliche Perspektiven auf die aktuelle Situation und mögliche politische sowie infrastrukturelle Ansätze zusammen.
Matthias Gastel brachte die bundespolitische Perspektive und den Gesetzentwurf der Bundestagsfraktion ein. Olaf Behr vertrat die Sicht von PRO BAHN Thüringen. Klaus Bartholmé sprach für das Bündnis „Fernverkehr für Jena“. Heiko Knopf war als Vertreter der Jenaer Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beteiligt. Staatssekretär Tobias Knoblich verwies auf offene Fragen bei der Finanzierung.
Die Diskussion machte damit unterschiedliche Aspekte des Themas sichtbar. Neben dem konkreten Angebot an Fernverkehrsverbindungen ging es um die Finanzierung, die Infrastruktur und die Anbindung von Oberzentren.

Sebastian Götte: Aktivitäten für Fernverkehr in Jena laufen
Sebastian Götte, Kreissprecher der Jenaer Grünen, fasste die Position des Kreisverbandes nach dem Gespräch zusammen. Er verwies darauf, dass die Aktivitäten für eine Rückkehr des Fernverkehrs nach Jena weiterlaufen.
„Auch wenn der Fernverkehr in Jena gerade Pause macht – die Aktivitäten, ihn zurückzuholen sind in vollem Gang. Wir freuen uns, dass mit dem Gesetzentwurf der bündnisgrünen Bundestagsfraktion neuer Wind in die Diskussion kommt. Denn guter Fernverkehr ist wichtig für ein lebenswertes und prosperierendes Jena.“
Damit verbindet Götte die aktuelle Debatte in Jena mit dem vorliegenden Gesetzentwurf auf Bundesebene. Gleichzeitig bleiben nach den Angaben aus dem Gespräch Fragen zur Finanzierung und zur konkreten Infrastruktur offen.
Weitere Informationen zur Diskussion über den Fernverkehr
Der Jenaer Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat das Gespräch zur Fernverkehrszukunft in Jena angekündigt und darüber berichtet. Bündnis 90/DIE GRÜNEN Jena: Stadtgespräch zur Fernverkehrszukunft
Auch der Deutsche Bundestag bietet Informationen zu den parlamentarischen Beratungen und den Aktivitäten von Matthias Gastel im Bereich Verkehr.
Für die weitere Entwicklung des Fernverkehrs in Jena stehen damit mehrere Themen im Raum: der bundespolitische Gesetzentwurf, die Finanzierung, die Elektrifizierung der Strecke Weimar–Gößnitz sowie die Pläne für einen möglichen IC-Knoten in Göschwitz oder Burgau.
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Info, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Jena | Fotos, Frank Liebold, Jenafotografx | Veranstaltungen im Eventkalender

















