Klimaschutz Jena: Stadt legt erstes Monitoring zum Klima-Aktionsplan vor
Die Stadt Jena hat im Stadtrat erstmals ein umfassendes Monitoring zur Umsetzung ihres Klima-Aktionsplans vorgestellt. Der Bericht wurde am 6. Mai 2026 präsentiert und dokumentiert den Stand von insgesamt 73 Maßnahmen in sieben zentralen Themenfeldern. Dazu gehören unter anderem Energieversorgung, Mobilität, klimaneutrale Gebäude sowie klimafreundliche Lebensweisen.
Die Auswertung für den Zeitraum von 2023 bis Oktober 2025 zeigt, dass ein Großteil der Maßnahmen bereits begonnen wurde. Sechs Maßnahmen gelten als abgeschlossen, sieben wurden dauerhaft etabliert. Weitere 36 Maßnahmen befinden sich aktuell in der Umsetzung, 16 in Vorbereitung. Acht Maßnahmen wurden bislang noch nicht gestartet.
Muttertag am 10. Mai – wellcome Jena unterstützt Familien

Mehrheit der Sofortmaßnahmen bereits angestoßen
Besonders im Bereich der priorisierten Sofortmaßnahmen verzeichnet die Stadt Fortschritte. Von 17 Maßnahmen, deren Umsetzung ursprünglich für das Jahr 2023 vorgesehen war, wurden zwei bereits vollständig abgeschlossen. Elf Maßnahmen laufen aktuell, drei befinden sich in Vorbereitung.
Lediglich eine Maßnahme konnte bislang nicht begonnen werden. Dabei handelt es sich um die geplante Klima-Servicestelle für Unternehmen bei der Wirtschaftsförderung. Nach Angaben der Stadt scheiterte die Umsetzung bisher an der Finanzierung der dafür notwendigen Personalstelle.
Kathleen Lützkendorf erklärt dazu:
„Das Monitoring macht deutlich, dass wir beim Klimaschutz Schritt für Schritt vorankommen. Viele Maßnahmen sind angestoßen oder bereits umgesetzt. Gleichzeitig zeigt der Bericht, welche Maßnahmen noch nicht begonnen wurden.“
Mit dem Bericht schafft die Stadtverwaltung erstmals eine systematische Übersicht zum Stand der Klimaschutzmaßnahmen und deren Fortschritt.
Klimaschutzagentur übernimmt zentrale Koordinierung
Ein wichtiger organisatorischer Schritt war die Gründung der Klimaschutzagentur Jena gGmbH. Die Agentur koordiniert zahlreiche Projekte aus dem Klima-Aktionsplan und setzt eigene Maßnahmen um.
Dazu zählen kostenfreie Energieberatungen für Bürgerinnen und Bürger, Informationsveranstaltungen zur kommunalen Wärmeplanung sowie Umweltbildungsangebote an Schulen.
Zusätzlich wurden innerhalb der Stadtverwaltung neue Stellen für die Klimaschutzkoordination geschaffen. Damit sollen Verwaltungsabläufe verbessert und Projekte schneller umgesetzt werden können.
Die Stadt bewertet diese strukturellen Veränderungen als Grundlage für die langfristige Umsetzung ihrer Klimaziele.

Fortschritte bei Gebäuden, Energie und Mobilität
Im Bereich klimaneutrale Gebäude und Quartiere laufen mehrere Pilotprojekte. Dazu gehören energetische Sanierungen sowie der Ausbau von Photovoltaikanlagen.
Innerhalb der Verwaltung wurden außerdem neue Instrumente eingeführt, um Energieverbrauch und Kosten zu senken. Dazu zählen eine Dienstanweisung zum Energiemanagement sowie der Aufbau eines kommunalen Energiemanagementsystems.
Auch die Energieversorgung wird schrittweise umgestellt. Nach Angaben der Stadt erfolgt die Stromversorgung zunehmend über erneuerbare Energien. Parallel dazu wird der kommunale Fuhrpark weiter elektrifiziert.
Im Themenfeld Mobilität wurden verschiedene Maßnahmen in laufende Verkehrs- und Infrastrukturplanungen integriert. Das Carsharing-Angebot im öffentlichen Raum wurde erweitert. Zudem wurden Temporeduzierungen umgesetzt und der Ausbau der Straßenbahn Richtung Jena-Nord vorangebracht.
Auch die Elektrifizierung der Busflotte des Nahverkehrs zählt zu den laufenden Vorhaben. Förderprogramme sollen dafür künftig stärker genutzt werden.
Wärmeplanung schafft Grundlage für Investitionen
Als wichtigen Meilenstein bezeichnet die Stadt die bereits beschlossene kommunale Wärmeplanung. Sie soll Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen frühzeitig Orientierung geben und Investitionssicherheit schaffen.
Die Wärmeplanung gilt als zentrale Voraussetzung für den Umbau der Energieversorgung und den langfristigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
Kommunale Wärmepläne gewinnen bundesweit an Bedeutung. Städte und Gemeinden müssen zunehmend Strategien entwickeln, wie Wärmeversorgung künftig klimafreundlicher organisiert werden kann. Dabei spielen Fernwärme, Wärmepumpen und erneuerbare Energien eine wichtige Rolle.

Projekte für klimafreundliche Lebensweisen ausgebaut
Auch im Bereich klimafreundliche Lebensweisen laufen bereits sämtliche Maßnahmen mindestens in der Umsetzungsphase. Die Stadt unterstützt unter anderem Projekte wie ein Foodsharing-Café oder ein Tauschhaus.
Darüber hinaus werden Bildungs- und Informationsangebote kontinuierlich erweitert. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Klimaschutzprozesse einzubeziehen und praktische Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln aufzuzeigen.
Zur besseren Nachvollziehbarkeit der Fortschritte soll künftig die digitale Plattform „Climate View“ eingesetzt werden. Über das öffentlich zugängliche Tool sollen Maßnahmen und Entwicklungen transparent dargestellt werden.
Evaluation der Klimawirkung bis Herbst 2026 geplant
Im nächsten Schritt will die Stadt die tatsächliche Wirksamkeit der Maßnahmen untersuchen. Eine entsprechende Evaluation läuft bereits und soll voraussichtlich bis Herbst 2026 abgeschlossen werden.
Dabei soll geprüft werden, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. Falls notwendig, könnten einzelne Projekte angepasst oder erweitert werden.
Mit dem Monitoring und der geplanten Evaluation verfolgt die Stadt Jena das Ziel, den Fortschritt ihres Klima-Aktionsplans regelmäßig messbar zu machen und politische Entscheidungen auf belastbare Daten zu stützen.
Hashtags
#Jena #Klimaschutz #Klimaneutralität #Energiewende #StadtratJena
Info, Stadt Jena | Fotos, Illustration via KI und Stadt Jena | Veranstaltungen im Eventkalender



















