50 Jahre Zentralkläranlage Jena-Zwätzen: Tag der offenen Tür zum Weltumwelttag

Die Zentralkläranlage Jena-Zwätzen öffnet am Freitag, 5. Juni 2026, ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Anlass ist der Weltumwelttag sowie das 50-jährige Bestehen der größten Umweltschutzeinrichtung der Stadt Jena. Von 13 bis 17 Uhr lädt JenaWasser auf das Gelände in der Brückenstraße 13 zu Führungen, Technikvorführungen und Mitmachangeboten rund um Wasser und Abwasser ein.

Interessierte erhalten dabei Einblicke in die Arbeit der Kläranlage und erfahren, wie täglich tausende Kubikmeter Abwasser aus Jena und dem Umland gereinigt werden. Die Veranstaltung richtet sich an Familien, Schülerinnen und Schüler, Fachinteressierte sowie Bürgerinnen und Bürger aus der Region.

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Brunnenplastik „Sibylle" in Jena-Winzerla. Foto: Alina Pelikan
Brunnenplastik „Sibylle” in Jena-Winzerla. Foto: Alina Pelikan

Zentrale Kläranlage reinigt täglich 14.000 Kubikmeter Abwasser

Die Zentralkläranlage in Jena-Zwätzen ist die größte Kläranlage im Verbandsgebiet von JenaWasser. Sie verfügt über eine Kapazität von 210.000 Einwohnergleichwerten aus Haushalten, Gewerbe und Industrie.

Täglich werden dort durchschnittlich rund 14.000 Kubikmeter Schmutzwasser gereinigt. Nach Angaben von JenaWasser entfernt die Anlage dabei etwa 98 Prozent der Schadstoffe aus dem Abwasser, bevor das gereinigte Wasser wieder in die Saale eingeleitet wird.

Die Reinigung erfolgt in mehreren Stufen. Mechanische, bakterielle und chemische Verfahren sorgen dafür, dass unter anderem Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus dem Wasser entfernt werden.

Das bei der Reinigung entstehende Klärgas wird zur Energiegewinnung genutzt. Dadurch kann die Anlage ihren Bedarf an Strom und Wärme nach eigenen Angaben vollständig selbst decken.

Entwicklung der Anlage seit den 1970er Jahren

Die Geschichte der Zentralkläranlage reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Anlage am 16. Dezember 1976 zunächst mit einer mechanischen Reinigungsstufe in Betrieb genommen.

1981 erfolgte die Erweiterung um eine biologische Reinigungsstufe. Bis 1994 wurde die Kapazität schrittweise ausgebaut. Seitdem reinigt die Anlage das gesamte Abwasser aus dem Stadtgebiet Jena sowie aus mehreren Gemeinden im nördlichen Saale-Holzland-Kreis nach modernen Umweltstandards.

Mit dem Ausbau reagierte die Region auf steigende Anforderungen im Gewässerschutz und in der kommunalen Wasserwirtschaft. Die Anlage zählt heute zu den wichtigsten technischen Infrastruktureinrichtungen der Stadt.

JenaMedia – Veranstaltungstipp:

Vortrag in der EAB Jena beleuchtet Zensur und Kontrolle in der DDR

Vortrag in Jena beleuchtet Zensur und Kontrolle in der DDR. Foto: Frank Liebold
Vortrag in Jena beleuchtet Zensur und Kontrolle in der DDR. Foto: Frank Liebold

Führungen und Einblicke in moderne Abwassertechnik

Während des Tags der offenen Tür können Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Bereiche der Kläranlage im Rahmen geführter Rundgänge besichtigen. Mitarbeitende erklären dabei die einzelnen Reinigungsschritte und zeigen moderne Technik aus dem Kanalbetrieb.

Zusätzlich wird eine virtuelle Erkundung der Jenaer Abwasserwelt angeboten. Mithilfe einer 3D-Brille können Gäste digitale Einblicke in das unterirdische Kanalsystem erhalten.

Ein weiterer Programmpunkt widmet sich den Mikroorganismen, die in biologischen Reinigungsprozessen eine zentrale Rolle spielen. Unter dem Mikroskop lassen sich diese Kleinstlebewesen direkt beobachten.

Damit möchte JenaWasser technische Abläufe verständlich machen und zeigen, welche Prozesse notwendig sind, um Gewässer und Umwelt dauerhaft zu schützen.

Informationen zu Ausbildungsberufen im Wasserbereich

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auch auf Berufsorientierung und Nachwuchsgewinnung. Schülerinnen und Schüler erhalten Informationen zu Ausbildungsberufen im Wasser- und Abwasserbereich.

Mitarbeitende informieren über Zugangsvoraussetzungen, Praktikumsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven in der kommunalen Wasserwirtschaft. Angesprochen werden insbesondere junge Menschen, die sich für Umwelttechnik, Naturwissenschaften oder technische Berufe interessieren.

Die Branche steht bundesweit vor der Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte für Infrastruktur und Umwelttechnik zu gewinnen. Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür sollen dazu beitragen, Berufe in der Wasserwirtschaft sichtbarer zu machen.

Tag der offenen Tür: 50 Jahre Zentrale Kläranlage Jena-Zwätzen. Foto: Stadtwerke Jena / Andreas Franke
Tag der offenen Tür: 50 Jahre Zentrale Kläranlage Jena-Zwätzen. Foto: Stadtwerke Jena / Andreas Franke

Trinkwasserverkostung und Angebote für Familien

Neben technischen Informationen bietet die Veranstaltung auch Mitmachangebote und Verkostungen. Besucherinnen und Besucher können sich an einem Trinkwasserstand über die Qualität des Jenaer Trinkwassers informieren.

Nach Angaben von JenaWasser enthält das regionale Trinkwasser zahlreiche Mineralien und wird zusätzlich mit natürlichen Aromen wie Kräutern oder Obst angeboten.

Auch für das leibliche Wohl ist während der Veranstaltung gesorgt. Damit verbindet der Tag der offenen Tür Information, Umweltbildung und Familienangebot anlässlich des Weltumwelttages.

Anreise möglichst mit Bus oder Fahrrad empfohlen

Da die Zahl der Parkplätze auf dem Gelände begrenzt ist, empfiehlt JenaWasser die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad.

Mit dem Aktionstag möchte der Zweckverband nicht nur seine technische Arbeit präsentieren, sondern auch das Bewusstsein für Wasserverbrauch, Gewässerschutz und nachhaltige Infrastruktur stärken.

Der Weltumwelttag bietet dafür einen passenden Rahmen. Die Zentralkläranlage Jena-Zwätzen zeigt dabei, welche Rolle moderne Abwassertechnik für Umwelt- und Ressourcenschutz in der Region spielt.

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Info und Foto, Stadtwerke Jena // Andreas Franke | Veranstaltungen im Kalender