Osttangente Jena: Keine Klage gegen Planfeststellungsbeschluss – rechtliche Voraussetzung für den Ausbaus der B 88 sind geschaffen
Gegen den Planfeststellungsbeschluss für den geplanten Ausbau der B 88 zur Osttangente in Jena wurde keine Klage eingereicht. Die Klagefristen für die Öffentlichkeit und für Personen, die im Planfeststellungsverfahren Einwände erhoben hatten, sind inzwischen abgelaufen. Damit ist ein wichtiger rechtlicher Schritt abgeschlossen. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung gibt es wegen der aktuellen Haushaltslage der Stadt allerdings noch nicht.
Der Beschluss des Thüringer Landesverwaltungsamtes datiert vom 29. Juni 2026. Er lag vom 31. August bis zum 14. September 2026 öffentlich aus. Da innerhalb der vorgesehenen Fristen keine Klage eingereicht wurde, kann die Stadt Jena nun die nächsten Schritte planen.
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Osttangente Jena: Stadt kann weitere Schritte vorbereiten
Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt, bezeichnete den Ablauf der Klagefrist als wesentlichen rechtlichen Schritt für das Verkehrsprojekt. Zugleich verwies er auf die finanziellen Rahmenbedingungen, die eine konkrete Zeitplanung derzeit verhindern.
„Mit dem Ablauf der Klagefrist ist ein wesentlicher rechtlicher Schritt für die Osttangente abgeschlossen. Damit kann die Stadt die nächsten Schritte planen, auch wenn aufgrund der aktuellen Haushaltslage derzeit noch kein konkreter Zeitplan für die Umsetzung der Baumaßnahme möglich ist“, sagte Lange.
Ziel des Vorhabens sei es, den Durchgangsverkehr aus stark belasteten Bereichen der Innenstadt herauszuhalten. Langfristig soll dadurch mehr Spielraum für eine stadtverträgliche Entwicklung entstehen.
B 88 soll Löbdergraben und Karl-Liebknecht-Straße entlasten
Der vierstreifige Ausbau der B 88 im Bereich der Osttangente ist Bestandteil des Verkehrsentwicklungsplans der Stadt Jena. Im Mittelpunkt steht die Entlastung des innerstädtischen Straßennetzes. Insbesondere der Löbdergraben und die Karl-Liebknecht-Straße sollen künftig weniger Durchgangsverkehr aufnehmen müssen.
Langfristig soll das Projekt die Grundlage für eine umfassende verkehrliche Entlastung und Aufwertung des Löbdergrabens schaffen. Die Planung umfasst mehrere miteinander verbundene Straßenabschnitte und Verkehrsknotenpunkte.
Dazu gehören der Knotenpunkt Fischergasse/Knebelstraße, die Bereiche Am Eisenbahndamm und Am Anger sowie die südliche Wiesenstraße und die Angerkreuzung. Die Osttangente ist damit nicht auf einen einzelnen Straßenabschnitt begrenzt, sondern umfasst mehrere Bereiche des Jenaer Verkehrsnetzes.
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CDU-Politiker verweist auf Pendlerverkehr und Wirtschaftsstandort
Guntram Wothly (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, begründet die Bedeutung der Osttangente mit dem täglichen Pendlerverkehr und den Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in Jena.
Nach seinen Angaben pendeln werktäglich fast 29.000 Menschen zur Arbeit nach Jena. Hinzu kommen mehr als 11.000 Einwohner der Stadt, die zum Arbeiten aus Jena herausfahren.
Wothly verweist dabei auf die Bedeutung Jenas als Hightech-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Unternehmen wie ZEISS und JENOPTIK sowie die Friedrich-Schiller-Universität seien auf eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur angewiesen.
„Genau deshalb brauchen wir die Osttangente: Sie ist keine Kür, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Jena erreichbar, leistungsfähig und zukunftsfähig bleibt“, erklärte Wothly.

Radverkehr und neue Bäume sind Teil der Planung
Neben dem Ausbau für den motorisierten Verkehr berücksichtigt die Planung auch den Radverkehr. Entlang der gesamten Strecke sind durchgängige Radverkehrsanlagen auf beiden Straßenseiten vorgesehen. Sie sollen richtungstreu geführt werden.
Die Radverkehrsplanung steht auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Bebauung entlang der Strecke und dem dort entstehenden Universitätscampus. Ergänzend sieht das Vorhaben umfangreiche Baumneupflanzungen vor.
Baubeginn der Osttangente noch offen
Mit dem Ablauf der Klagefristen ist ein weiterer rechtlicher Schritt im Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Stadt kann die weiteren Planungen vorbereiten. Wann die Bauarbeiten für die Osttangente beginnen, ist jedoch noch nicht absehbar.
Die aktuelle Haushaltslage lässt nach Angaben von Dezernent Dirk Lange derzeit keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung zu. Damit bleibt der Ausbau der B 88 ein langfristiges Vorhaben der Jenaer Verkehrsentwicklung.
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