Gedenkveranstaltung erinnert an Bombardierung Jenas 1945
Stadt gedenkt der Opfer des Luftangriffs vor 81 Jahren
Am Donnerstag, dem 19. März 2026, hat die Stadt Jena im Stadtzentrum an die Bombardierung vom 19. März 1945 erinnert. Bei einer offiziellen Gedenkveranstaltung wurde der Opfer des schwersten Luftangriffs auf die Stadt vor 81 Jahren gedacht. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirche sowie Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt des Gedenkens stand die Erinnerung an die Zerstörung großer Teile der Innenstadt sowie an die 236 Menschen, die bei dem Angriff ums Leben kamen. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Moment des Schweigens.
Die Rede von Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche finden Sie hier:
https://rathaus.jena.de/de/
Earth Hour 2026 in Jena. Am 28. März gehen für eine Stunde die Lichter aus. Stadt, Institutionen und Bürger setzen ein Zeichen für Klimaschutz.

Historischer Hintergrund des Luftangriffs
Am 19. März 1945 griffen Flugzeuge der US Army Air Forces die Stadt Jena an und warfen mehr als 560 Tonnen Sprengstoff ab. Ziel der Angriffe waren insbesondere die Produktionsstätten der Optikunternehmen Carl Zeiss AG und SCHOTT AG.
Die Bombardierung führte jedoch nicht nur zu Schäden an industriellen Anlagen. Besonders das historische Stadtzentrum wurde schwer getroffen. Hunderte Gebäude wurden zerstört oder stark beschädigt. Die Auswirkungen prägten das Stadtbild nachhaltig und waren auch Jahrzehnte später noch sichtbar.

Oberbürgermeister erinnert an Zeitzeugenberichte
In seiner Gedenkrede erinnerte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche an die Ereignisse des März 1945 und deren langfristige Folgen für die Stadtgesellschaft. Er betonte, dass der Luftangriff das Gesicht Jenas grundlegend verändert habe.
Besonderes Augenmerk legte Nitzsche auf die Erinnerungen der Zeitzeugin Annelies Rehberg. Sie schilderte die dramatischen Erlebnisse ihres Vaters, der als Feuerwehrmann während des Angriffs im Einsatz war. Laut den überlieferten Berichten standen den Einsatzkräften lediglich zwei funktionstüchtige Löschfahrzeuge zur Verfügung.
„Seien wir dankbar, dass wir heute in Frieden leben dürfen. Seien wir solidarisch mit den Menschen, die vor Krieg fliehen müssen und Hilfe brauchen“, erklärte Nitzsche in seiner Ansprache.

Gedenken unter freiem Himmel aufgrund von Bauarbeiten
Der traditionelle Gottesdienst im Anschluss an die Gedenkveranstaltung konnte in diesem Jahr nicht wie üblich in der Stadtkirche St. Michael stattfinden. Grund dafür sind laufende Sanierungsarbeiten am Gebäude.
Stattdessen wurde die Andacht unter freiem Himmel abgehalten. Pfarrer Andreas Simon ging in seiner Ansprache auf die baulichen Schäden der Kirche ein, die teilweise noch auf die Bombardierung im Jahr 1945 zurückzuführen sind. Viele dieser Schäden seien nach dem Krieg nur provisorisch behoben worden und erforderten heute eine umfassende Sanierung.
Breite Beteiligung aus Politik und Gesellschaft
An der Gedenkveranstaltung nahmen neben dem Oberbürgermeister auch weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung teil. Dazu gehörten unter anderem der Landtagsabgeordnete Jens Thomas sowie die Stadtdezernenten Kathleen Lützkendorf und Johannes Schleußner.
Die breite Beteiligung unterstreicht die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Stadt Jena und die Region. Das gemeinsame Gedenken dient nicht nur der historischen Aufarbeitung, sondern auch der Vermittlung von Werten wie Frieden, Verantwortung und Solidarität.

Erinnerungskultur als gesellschaftlicher Auftrag
Das Gedenken an die Bombardierung Jenas ist Teil einer aktiven Erinnerungskultur, die in vielen deutschen Städten gepflegt wird. Sie trägt dazu bei, die Folgen von Krieg und Gewalt im kollektiven Gedächtnis zu bewahren.
Gerade vor dem Hintergrund aktueller internationaler Konflikte gewinnt diese Form des Erinnerns zusätzliche Bedeutung. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit soll dazu beitragen, das Bewusstsein für Frieden und demokratische Werte zu stärken.
Kommunale Gedenkveranstaltungen erfüllen dabei eine wichtige Funktion. Sie schaffen Räume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Erinnern über Generationen hinweg.

Erinnerung als Grundlage für Verantwortung
Auch in Zukunft wird die Stadt Jena an die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs erinnern und entsprechende Gedenkformate weiterführen. Ziel ist es, insbesondere jüngere Generationen für die historischen Zusammenhänge zu sensibilisieren.
Die laufenden Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche St. Michael verdeutlichen zudem, dass die materiellen Spuren der Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinwirken. Ihre Erhaltung ist Teil der kulturellen Verantwortung der Stadt.
Die Gedenkveranstaltung am 19. März 2026 zeigt, dass Erinnerung nicht nur Rückblick ist, sondern auch ein Auftrag für Gegenwart und Zukunft. Sie mahnt, Frieden zu bewahren und sich aktiv für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen.
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