Reallabor JenErgieReal: Ausstellung zur Energiewende startet am Engelplatz
Öffentliche Plattform macht Energieinnovationen im Stadtraum sichtbar
Mit einer neuen öffentlich zugänglichen Installation am Engelplatz startet in Jena ein zentraler Teil der Ausstellung „ENERGIE – WAS UNS BEWEGT“. Die Stadt eröffnet damit eine Ausstellungsplattform, die Projekte und Technologien des Reallabors JenErgieReal sichtbar macht. Besucherinnen und Besucher können dort ab sofort erleben, wie konkrete Lösungen für eine klimafreundliche Energieversorgung bereits heute im Stadtgebiet umgesetzt werden.
Die Installation ist frei zugänglich, zweisprachig in Deutsch und Englisch gestaltet und richtet sich sowohl an Bürgerinnen und Bürger als auch an Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Ziel ist es, die Energiewende im urbanen Raum verständlich darzustellen und deren praktische Umsetzung nachvollziehbar zu machen.
Begehbare Stadtkarte zeigt Energieprojekte in Jena
Herzstück der Installation ist eine rund 100 Quadratmeter große Plattform, die als abstrahierte Stadtkarte gestaltet ist. Auf ihr werden zentrale Innovationsstandorte des Projekts JenErgieReal im gesamten Stadtgebiet veranschaulicht.
Die Konstruktion besteht aus einer Stahlplattform sowie mehreren Würfeln, die mit Texten, Grafiken und integrierten Sitzflächen gestaltet sind. Die Elemente greifen die Topografie der Stadt Jena auf und laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit den Inhalten der Ausstellung auseinanderzusetzen und gleichzeitig im öffentlichen Raum zu verweilen.
Die Informationstexte und Grafiken erläutern technische Lösungen der Energiewende anschaulich und kompakt. Ergänzend führen QR-Codes zu vertiefenden digitalen Informationen über die einzelnen Maßnahmen des Reallabors.
JenaMedia – Veranstaltungstipp:
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Technologische Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft
Die Ausstellung zeigt eine Vielzahl konkreter Innovationen, die im Rahmen von JenErgieReal bereits erprobt oder umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem moderne Heizungs- und Fernwärmetechnologien, Photovoltaikanlagen, Energiespeicher sowie intelligente Stromnetze.
Darüber hinaus werden weitere Bausteine eines zukünftigen Energiesystems thematisiert. Dazu zählen beispielsweise Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, Energiemanagement im öffentlichen Nahverkehr, lokale Energiehandelsmodelle, Mobilitätsstationen in Stadtquartieren sowie digitale Anwendungen im Bereich Pflege und Infrastruktur.
Der Ansatz des Reallabors besteht darin, diese Lösungen nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern sie direkt im realen Stadtraum zu testen. So können praktische Erfahrungen gesammelt und Erkenntnisse gewonnen werden, die auch für andere Städte von Bedeutung sein können.
Lars Liebe, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung der Stadt Jena, betont die Bedeutung der Installation für die Vermittlung der Energiewende:
„Die Plattform macht deutlich, dass die Energieversorgung der Zukunft in Jena keine abstrakte Vision ist, sondern bereits heute konkrete Gestalt annimmt. Gleichzeitig schafft die Installation Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und lädt dazu ein, sich intensiver mit den Themen der Energiewende zu beschäftigen.“
Dreiteilige Ausstellung verbindet Stadtraum und Informationsangebote
Die Plattform am Engelplatz bildet den ersten Baustein einer umfassenderen Ausstellung zur Energiewende in Jena. Insgesamt ist das Konzept dreigeteilt und verbindet mehrere Orte im Stadtgebiet miteinander.
Ein zweiter Teil der Ausstellung entsteht in der Löbderstraße 6 im Jenaer Stadtzentrum. Dort eröffnet am 1. April 2026 ein Showroom, in dem Besucherinnen und Besucher Einblicke in Strategien und Technologien für eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung erhalten.
Die Ausstellung wird dort bis zum 31. August 2027 zu sehen sein. Neben technischen Informationen werden auch Hintergründe zur Energiewende sowie Möglichkeiten der gesellschaftlichen Mitgestaltung vermittelt.
Ein dritter Bestandteil der Ausstellung sind sogenannte Innovationsstandorte im Stadtgebiet. Diese Orte werden durch Informationsstelen gekennzeichnet, die konkrete Maßnahmen des Projekts JenErgieReal direkt vor Ort erklären. Auf diese Weise wird die Energiewende nicht nur im Ausstellungsraum, sondern auch im alltäglichen Stadtraum sichtbar.

Breite Zielgruppe von Stadtgesellschaft bis Fachwelt
Das Ausstellungskonzept richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. Neben Bürgerinnen und Bürgern sind insbesondere Jugendliche, Studierende sowie Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft angesprochen.
Die Ausstellung verfolgt das Ziel, komplexe technische Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und gleichzeitig die Bedeutung der Energiewende für Städte und Kommunen zu verdeutlichen. Durch die Kombination aus physischer Installation, digitalem Informationsangebot und realen Projektstandorten entsteht ein umfassendes Bild der kommunalen Energieversorgung von morgen.
JenErgieReal als Modellprojekt der kommunalen Energiewende
Das Projekt JenErgieReal verfolgt das Ziel, neue Wege für eine ganzheitliche Energieversorgung von Städten zu erproben. Dabei wird das gesamte urbane Energiesystem betrachtet. Dieses reicht von der Energieerzeugung über Netzinfrastruktur und Verbrauch bis hin zu Mobilität, Industrie, Gewerbe und Wohnen.
Die Stadt Jena arbeitet hierfür mit der Stadtwerke Jena Gruppe, der Wohnungsbaugesellschaft jenawohnen sowie Partnern aus Wissenschaft, Wohnungswirtschaft und Industrie zusammen.
Gefördert wird das Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 20,4 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2019 wurde JenErgieReal im bundesweiten „Ideenwettbewerb Reallabore der Energiewende“ ausgewählt. Unter mehr als 90 eingereichten Projekten gehörte es zu den 20 ausgewählten Vorhaben und war dabei der einzige Beitrag aus Thüringen.
Perspektive: Jena als Pilotstandort für urbane Energiewende
Langfristig soll JenErgieReal als Modell für eine klimaneutrale, stabile und wirtschaftliche Energieversorgung dienen. Die Erkenntnisse aus dem Reallabor sollen über Jena hinaus übertragbar sein und Impulse für andere Städte geben.
Mit der neuen Plattform am Engelplatz beginnt nun eine Phase, in der diese Entwicklungen stärker im öffentlichen Raum sichtbar werden. Die Ausstellung verbindet Information, Stadtgestaltung und Beteiligung der Stadtgesellschaft. Damit wird die Energiewende nicht nur als technisches Projekt dargestellt, sondern als gesellschaftlicher Transformationsprozess, der im urbanen Alltag erlebbar wird.
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