Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält Status als Exzellenzuniversität
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält den Status einer Exzellenzuniversität. Die Entscheidung der Exzellenzkommission wurde heute bekanntgegeben und an der Universität mit großer Freude aufgenommen. Grundlage für die erfolgreiche Bewerbung sind die beiden Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“ sowie das Konzept „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas“.
Mit dem Status als Exzellenzuniversität wird die Friedrich-Schiller-Universität Jena in der Förderlinie der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern aufgenommen. Die Universität hatte sich nach der erfolgreichen Qualifikation mit zwei Exzellenzclustern um die Förderung als Exzellenzuniversität beworben.
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„Wir sind Exzellenzuniversität“
Die Entscheidung war in Jena mit großer Spannung erwartet worden. Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx verfolgte die Bekanntgabe gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, zahlreichen Universitätsangehörigen sowie Partnerinnen, Partnern und Wegbegleitern in den Rosensälen der Universität.
Als die Entscheidung für Jena bekanntgegeben wurde, war die Freude im Saal groß. Marx erklärte unmittelbar danach: „Wir sind Exzellenzuniversität – und darüber freue ich mich sehr. Diese Entscheidung ist eine große Anerkennung für die Entwicklung unserer Universität und für die Menschen, die diesen Weg gemeinsam möglich gemacht haben. Sie alle können stolz darauf sein, was sie in den vergangenen Jahrzehnten erreicht haben.“
Der Universitätspräsident dankte zugleich den Menschen und Einrichtungen, die an der Entwicklung beteiligt waren. Dazu gehören nach seinen Worten die Angehörigen der Universität sowie Partner aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dem Universitätsklinikum, der Wirtschaft, der Stadt Jena und dem Land Thüringen.
Marx betonte dabei die Bedeutung der Zusammenarbeit am Wissenschaftsstandort Jena. „Unsere enge Zusammenarbeit macht den Wissenschaftsstandort Jena besonders. Sie ist eine unserer großen Stärken – und auf ihr wollen wir als Exzellenzuniversität weiter aufbauen.“

„Light. Life. Liberty.“ als Konzept der Universität Jena
Mit ihrem Antrag „Light. Life. Liberty. – Connecting People and Ideas“ knüpft die Friedrich-Schiller-Universität Jena an ihre drei Profillinien LIGHT, LIFE und LIBERTY an. Zugleich stellt das Konzept die Kooperationskultur des Wissenschaftsstandorts Jena in den Mittelpunkt.
Die Universität will vorhandene wissenschaftliche Stärken noch stärker miteinander verbinden und neue Formen der Zusammenarbeit über Fächer- und Institutionsgrenzen hinweg ermöglichen. Die Vernetzung unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven bildet damit einen zentralen Bestandteil des Konzepts.
„Wissenschaftliche Exzellenz entsteht für uns durch Fokus, Vernetzung und die Fähigkeit, Menschen mit herausragenden Ideen und unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen“, sagt Andreas Marx. „Als Exzellenzuniversität wollen wir genau dafür noch bessere Bedingungen schaffen.“
Mit der Förderung will die Universität ihre Spitzenforschung weiter stärken, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen und fördern sowie neue Freiräume für inter- und transdisziplinäre Forschung schaffen.
Darüber hinaus sollen Forschung und Lehre noch enger miteinander verbunden werden. Auch der Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft soll ausgebaut werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das eng vernetzte Jenaer Wissenschaftsökosystem.

Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Thüringen
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt verfolgte die Bekanntgabe gemeinsam mit der Universität in den Rosensälen. Er gratulierte der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu ihrer Aufnahme in die Förderlinie und würdigte die Arbeit von Forschenden, Studierenden und Universitätsleitung.
„Heute ist ein großer Tag für Jena und für ganz Thüringen, denn die Friedrich-Schiller-Universität ist Exzellenzuniversität. Mein herzlicher Glückwunsch und mein Dank gelten den Forscherinnen und Forschern, den Studierenden und der Universitätsleitung, die über Jahre darauf hingearbeitet haben“, sagte Voigt.
Voigt hob in seiner Stellungnahme das Konzept „Light. Life. Liberty.“ sowie die Bedeutung von Forschung, wissenschaftlichen Talenten und der Freiheit für neue wissenschaftliche Ideen hervor. Nach seiner Aussage bringt der Status zusätzliche finanzielle Mittel und internationale Sichtbarkeit.
Zwei Exzellenzcluster bilden die Grundlage
Die Bewerbung der Friedrich-Schiller-Universität Jena als Exzellenzuniversität basiert auf zwei Exzellenzclustern. Dazu gehören „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“.
Das Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ beschäftigt sich mit mikrobiellen Gemeinschaften. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mikrobielle Gemeinschaften miteinander und mit ihrer Umwelt interagieren und wodurch ihr Gleichgewicht beeinflusst wird.
Die Forschung des Clusters hat nach den Angaben der Universität unter anderem Bedeutung für die Bereiche Gesundheit, Umwelt und Klima.
Das zweite Exzellenzcluster „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“ untersucht, wie Gesellschaften gemeinsame Vorstellungen, Narrative und Zukunftsentwürfe hervorbringen und wie sich diese verändern.
Dabei geht es auch um die Rolle solcher Vorstellungen für gesellschaftlichen Wandel, Konflikte und Zusammenhalt. Beide Cluster stehen damit für die fachliche Breite und die interdisziplinäre Ausrichtung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
JenaMedia – Veranstaltungstipp:
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Was der Status als Exzellenzuniversität ermöglicht
Mit dem Status als Exzellenzuniversität erhält die Friedrich-Schiller-Universität Jena zusätzliche Möglichkeiten für ihre strategische Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die Förderung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie neue Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Auch die Verbindung von Forschung und Lehre soll weiter gestärkt werden. Hinzu kommen gemeinsame Forschungsinfrastrukturen sowie der Ausbau regionaler und internationaler Netzwerke.
Die Universität verfolgt dabei das Ziel, ihre Entwicklung als Ganzes voranzutreiben und bessere Bedingungen für neue wissenschaftliche Ideen und Verbindungen zu schaffen.

Weitere Stimmen aus Universität und Landespolitik
Zu den ersten Gratulanten gehörte der Vorsitzende des Universitätsrats, Prof. Dr. Wolfgang Marquardt. Er bezeichnete die Entscheidung der Auswahlkommission als Ergebnis einer langjährigen Entwicklung und würdigte das Engagement der Beteiligten.
„Die heutige Entscheidung der Auswahlkommission ist das verdiente Ergebnis eines jahrelangen Marathons und eines grandiosen Endspurts. Großen Dank all jenen, die sich aktiv und mit beeindruckendem Engagement den Herausforderungen des Wettbewerbs gestellt haben, herzlichen Glückwunsch allen Mitgliedern der Universität!“, sagte Marquardt.
Auch Thüringens Wissenschaftsminister Christian Tischner gratulierte der Universität. Er hatte die Bekanntgabe der Entscheidung in Bonn verfolgt und äußerte sich auf dem Weg nach Jena zum Ergebnis.
„Für Jena und den ganzen Freistaat ist das ein herausragender Erfolg. Hinter der Exzellenz-Entscheidung stehen Forscherinnen und Forscher, die über Jahre an Konzepten, Anträgen und Experimenten gearbeitet haben, ohne zu wissen, ob es am Ende reicht“, sagte Tischner.
Er bezeichnete den Status zugleich als Arbeitsauftrag für die kommenden sieben Jahre für die Universität und das Land Thüringen.

Exzellenzstrategie von Bund und Ländern
Die Exzellenzstrategie ist ein Förderprogramm von Bund und Ländern zur Unterstützung wissenschaftlicher Spitzenleistungen an deutschen Universitäten. Sie umfasst die beiden Förderlinien Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten.
Für die Bewerbung einer einzelnen Universität als Exzellenzuniversität sind mindestens zwei Exzellenzcluster Voraussetzung. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena erfüllt diese Voraussetzung mit „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“.
Zehn bereits geförderte Exzellenzstandorte wurden 2026 bereits erfolgreich evaluiert und werden weitergefördert. In der aktuellen Wettbewerbsrunde konnten bis zu fünf weitere Universitäten oder Universitätsverbünde neu in die Förderung aufgenommen werden. Mit der heutigen Entscheidung werden ab 2027 insgesamt 15 Exzellenzuniversitäten beziehungsweise Exzellenzverbünde in Deutschland gefördert.
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