Virtuell Verbrecher jagen und dabei deutsche Spitzenforschung kennenlernen

Das Attentat auf einen Physik-Nobelpreisträger verhindern, das wird schon bald im virtuellen „Escape Room“ der Max Planck School of Photonics möglich sein. Die deutschlandweite Netzwerk-Graduiertenschule, deren geschäftsführender Partner die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist, hat mit dieser kreativen Idee den Community Prize der Initiative „Research in Germany“ des Bundesforschungsministeriums (BMBF) gewonnen. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wird dafür eingesetzt, ein Online-Spiel zu entwickeln, bei dem die Spielerinnen und Spieler knifflige Physik-Rätsel lösen müssen, um den bösen Wissenschaftler Dr. Dark aufzuhalten. Dark plant das Attentat, so viel sei verraten, weil er bei der Nobelpreisvergabe nicht berücksichtigt wurde.

Max Planck School of Photonics gewinnt Community Prize der Initiative „Research in Germany“

Bei sogenannten „Escape Rooms“ werden die Mitspieler in kleinen Teams in einen Raum „eingesperrt“. Sie müssen dort gemeinsam knifflige Rätsel lösen, um in einer vorgegebenen Zeit zu entkommen. Eingebettet ist das Spiel in eine spannende Geschichte – zum Beispiel muss ein Mörder entlarvt oder eine Bombe entschärft werden. Escape Rooms gibt es real in jeder größeren deutschen Stadt. Im Zuge der Corona-Pandemie haben sich auch Online-Varianten etabliert. Hier kommunizieren die Spieler mittels Headset, während sie in virtuellen Räumen auf Spurensuche gehen.

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Das Team der Max Planck School of Photonics (MPSP) hat diesen Trend für ihre Wettbewerbs-Idee aufgegriffen und will so Photonics-Fans aus der ganzen Welt die Forschung der 16 Partnerinstitutionen näherbringen. Die Rätsel kommen also direkt aus den Laboren der MPSP und die Rahmengeschichte wird so gestaltet, dass die MPSP-Standorte vorgestellt werden. Konkret muss der böse Wissenschaftler Dr. Dark aufgehalten werden, der einen Anschlag auf die Nobelpreis-Verleihung plant und die Spieler in seinem Physik-Labor eingeschlossen hat. Einen ersten Eindruck, wie das aussehen könnte, gibt es im Video zum Wettbewerb: https://www.youtube.com/watch?v=vH4VOySYI7g.

Umsetzung bis Oktober 2022 geplant

Die Idee überzeugte beim Community Prize und so durfte sich die Max Planck School of Photonics über 20.000 Euro Preisgeld zur Umsetzung des virtuellen Photonics Escape Rooms freuen – ein frühes Weihnachtsgeschenk. Im neuen Jahr wird die Entwicklung des Online-Spiels starten, das ab Oktober 2022 allen Photonics-Fans auf der Welt online und kostenlos zur Verfügung stehen soll. Die Promovierenden der MPSP wollen die Entwicklung als Test-Spieler tatkräftig unterstützen.

Graduiertenschule vernetzt mit den besten Forschenden

Die Max Planck School of Photonics ist eine Netzwerk-Graduiertenschule, die die besten Forschenden im Bereich der Photonik, also der Licht-Physik, in ganz Deutschland miteinander vernetzt. Die Promovierenden der School forschen an einer von 16 deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in acht verschiedenen Städten; zentrale Partner der BMBF-geförderten School sind neben der Max-Planck-Gesellschaft die Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. Durch die Vernetzung haben die Promovierenden Zugang zum Wissen von mehr als 45 Forschungsgruppen in vielen verschiedenen Feldern der Photonik.

MPSP-Doktorand Carlos Sevilla probiert die neue VR-Technologie der School aus, die auch für den Escape Room angewendet werden könnte.  (Foto: © Max Planck School of Photonics)
MPSP-Doktorand Carlos Sevilla probiert die neue VR-Technologie der School aus, die auch für den Escape Room angewendet werden könnte. (Foto: © Max Planck School of Photonics)

„Diese Spitzenforscher und -forscherinnen von morgen möchten natürlich am liebsten spielerisch und unterhaltsam informiert werden, statt über klassische Marketingmaßnamen wie Broschüren. Deshalb wurde für den Community Prize die Idee eines virtuellen Photonics-Escape-Rooms entwickelt“, erläutert die Marketing-Managerin der MPSP Dr. Anna-Katharina Grimm die Motivation zur erfolgreichen Wettbewerbsidee.

Der „Community Prize“

Die BMBF-Initiative „Research in Germany“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei ihrem internationalen Forschungsmarketing zu unterstützen – ihnen also zu helfen, deutsche Spitzenforschung international bekannter zu machen. Um kreative Ideen zu stimulieren, wurde dafür in diesem Jahr zum ersten Mal der „Community Prize“ ausgelobt – ein Ideenwettbewerb, der Kooperation und Kompetition miteinander verbinden soll. Für die Teilnahme am Wettbewerb musste eine innovative Marketing-Idee in einem dreiminütigen Video-Pitch präsentiert werden. Welche der eingereichten Beiträge den Sieg erringen, entschieden Marketingverantwortliche anderer Forschungseinrichtungen per Online-Voting zwischen dem 15. und 26. November 2021. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die sechs Siegerkonzepte bekanntgegeben. Die Preisträgerprojekte werden im kommenden Jahr im Rahmen einer Festveranstaltung gewürdigt.

Partner-Institutionen der Max Planck School of Photonics:

  • Deutsches Elektronen-Synchrotron
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
  • Fraunhofer-Institut für Lasertechnik
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Helmholtz-Institut Jena
  • Karlsruher Institut für Technologie 
  • Leibniz-Institut für Photonische Technologien
  • Ludwig-Maximilians-Universität München 
  • Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
  • Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts
  • Max-Planck-Institut für Quantenoptik
  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
  • Universität Hamburg

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Foto: Max Planck School of Photonics