Gemeinschaftliches Wohnen in Jena. Stadt informiert über weitere Schritte und geplante Konzeptvergabe.

Die Stadt Jena treibt die Entwicklung gemeinschaftlicher Wohnformen weiter voran. In der Sitzung des Stadtrats am 2. Juli 2026 informierte die Stadtverwaltung über den aktuellen Stand des Projekts sowie die nächsten geplanten Schritte. Ziel ist es, gemeinschaftliches Wohnen künftig stärker zu fördern, geeignete Rahmenbedingungen für entsprechende Initiativen zu schaffen und erstmals eine städtische Immobilie beziehungsweise ein geeignetes Grundstück über eine Konzeptvergabe für ein gemeinschaftliches Wohnbauprojekt bereitzustellen.

Bereits im Dezember 2025 hatte die Stadt das Weimarer Büro Stadtverwicklung gGmbH mit der fachlichen Begleitung des Prozesses beauftragt. Gemeinsam sollen Voraussetzungen geschaffen werden, um alternative Wohnformen langfristig im Jenaer Wohnungsmarkt zu verankern. Die Veröffentlichung der geplanten Konzeptvergabe ist spätestens für das Jahr 2027 vorgesehen. Sie richtet sich ausdrücklich an Projektgruppen, die gemeinschaftliche Wohnbauprojekte entwickeln und realisieren möchten.

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Gemeinschaftliches Wohnen gewinnt in Jena an Bedeutung

Alternative Wohnformen gewinnen bundesweit seit mehreren Jahren an Aufmerksamkeit. Auch in Jena wächst das Interesse an Wohnprojekten, bei denen Nachbarschaft, gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftlich genutzte Flächen fester Bestandteil des Wohnkonzepts sind.

Gemeinschaftliche Wohnprojekte verbinden private Wohnungen mit gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen. Häufig entstehen dabei Begegnungsräume, Gemeinschaftsgärten, Werkstätten oder Mehrzweckräume, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam genutzt werden. Viele Projekte verfolgen zugleich Ziele wie nachhaltiges Bauen, ressourcenschonende Nutzung von Flächen sowie eine sozial gemischte Bewohnerstruktur.

Nach Angaben der Stadtverwaltung soll dieses Potenzial künftig stärker genutzt werden, um die Vielfalt des Wohnungsangebots in Jena weiter auszubauen.

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Konzeptvergabe soll gemeinschaftliche Wohnbauprojekte ermöglichen

Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die geplante Konzeptvergabe. Anders als bei einem klassischen Grundstücksverkauf steht dabei nicht ausschließlich der Kaufpreis im Vordergrund. Vielmehr werden die Qualität des eingereichten Konzepts sowie die vorgesehenen sozialen, ökologischen und städtebaulichen Ziele bewertet.

Die Ausschreibung soll sich gezielt an Initiativen und Projektgruppen richten, die gemeinschaftliche Wohnformen entwickeln möchten. Damit erhalten engagierte Gruppen die Möglichkeit, ihre Ideen im Rahmen eines transparenten Auswahlverfahrens einzubringen.

Die Veröffentlichung der Ausschreibung ist nach Angaben der Stadt spätestens im Jahr 2027 vorgesehen.

Stadtverwicklung gGmbH begleitet den gesamten Entwicklungsprozess

Mit der fachlichen Begleitung wurde im Dezember 2025 die Stadtverwicklung gGmbH aus Weimar beauftragt. Die gemeinnützige Organisation verfügt über Erfahrung bei der Entwicklung gemeinwohlorientierter Stadt- und Quartiersprojekte sowie bei der Begleitung selbstverwalteter Wohnprojekte.

Zu den Aufgaben gehören insbesondere die externe Prozessbegleitung, die Vernetzung verschiedener Akteure sowie die Unterstützung der Stadtverwaltung bei organisatorischen und rechtlichen Fragestellungen.

In den kommenden zwei Jahren sollen gemeinsam geeignete öffentliche Grundstücke identifiziert und die Voraussetzungen für die spätere Konzeptvergabe geschaffen werden. Außerdem unterstützt das Büro die Entwicklung geeigneter Vergabekriterien sowie die Abstimmung zwischen Verwaltung, Interessengruppen und weiteren Beteiligten.

Die eigentliche Konzeptvergabe wird anschließend fachlich begleitet und über den Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ) umgesetzt.

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Jenaer Trödelmarkt, Trödelspaß in der Innenstadt von Jena. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx
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Nachhaltigkeit und soziale Mischung als Leitgedanken

Die Stadt verbindet mit gemeinschaftlichem Wohnen mehrere stadtentwicklungspolitische Ziele. Wohnprojekte dieser Art fördern nach Einschätzung der Verwaltung häufig nachhaltige Bauweisen, gemeinschaftlich genutzte Infrastruktur sowie eine vielfältige Bewohnerschaft unterschiedlicher Generationen und Lebenssituationen.

Lars Liebe, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung, erläutert die Zielsetzung: „Gemeinschaftliche Wohnprojekte zeichnen sich durch hohe Standards bei Nachhaltigkeit und sozialer Mischung aus. Häufig entstehen dabei auch Flächen für die Allgemeinheit, wie Gemeinschaftsgärten oder Nachbarschaftstreffs, die das gesamte Wohnumfeld aufwerten.“

Mit dem Projekt möchte die Stadt nach eigenen Angaben neue Impulse für den Jenaer Wohnungsmarkt setzen und die Vielfalt unterschiedlicher Wohnformen langfristig stärken.

Jena fördert gemeinschaftliches Wohnen: Konzeptvergabe geplant. Foto: Illustration via KI
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Beteiligung verschiedener Akteure vorgesehen

Die Entwicklung gemeinschaftlicher Wohnprojekte erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Partner. Neben der Stadtverwaltung werden Initiativen, Projektgruppen sowie weitere Interessierte in den Prozess einbezogen.

Ein Schwerpunkt der Prozessbegleitung liegt auf der Vernetzung dieser Akteure und der Entwicklung tragfähiger Konzepte. Gleichzeitig sollen organisatorische Abläufe sowie rechtliche Rahmenbedingungen frühzeitig geklärt werden, um die spätere Umsetzung zu erleichtern.

Die Stadt setzt damit auf einen strukturierten Beteiligungsprozess, der fachliche Expertise mit den Erfahrungen potenzieller Projektgruppen verbindet.

Hintergrund zur Stadtverwicklung gGmbH

Die Stadtverwicklung gGmbH mit Sitz in Weimar unterstützt Kommunen, zivilgesellschaftliche Initiativen und weitere Träger bei der Entwicklung gemeinwohlorientierter Stadt- und Quartiersprojekte.

Das interdisziplinäre Team arbeitet in den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Soziologie und Wirtschaft. Die Organisation begleitet Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung und unterstützt unter anderem bei Beteiligungsverfahren, Moderation sowie der Entwicklung tragfähiger Konzepte.

Nach Angaben der Stadt verfügt die Stadtverwicklung gGmbH über umfangreiche Erfahrungen aus der Begleitung größerer Wohnprojekte in Thüringen und ist bundesweit vernetzt.

Weitere Informationen für Interessierte

Ausführliche Informationen zu gemeinschaftlichen Wohnbauprojekten in Jena veröffentlicht die Stadt auf ihrer Internetseite:

Gemeinschaftliche Wohnbauprojekte der Stadt Jena:
https://planen-bauen.jena.de/de/gemeinschaftliche-wohnbauprojekte

Interessierte können sich außerdem für den E-Mail-Verteiler der Stadt anmelden. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an:

wohnprojekte@jena.de

Über den Verteiler informiert die Stadtverwaltung über aktuelle Entwicklungen, Beteiligungsmöglichkeiten und künftige Schritte rund um gemeinschaftliche Wohnbauprojekte in Jena.

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