ProbierLaden und JEDI in Jena: Bürgermeister Koppe zieht nach zwei Jahren Bilanz
Bürgermeister und Digitalisierungsdezernent Benjamin Koppe hat am 16. September im Rahmen seiner Reihe „Jena im Einsatz” den ProbierLaden am Engelplatz und anschließend den JEDI im Postcarrée besucht. Beide Einrichtungen sind im Rahmen des Smart City Projektes Jena entstanden und bestehen seit rund zwei Jahren. Sie richten sich an unterschiedliche Zielgruppen, verfolgen dabei jedoch denselben Ansatz: Menschen sollen digitale Angebote ausprobieren, verstehen und mitgestalten können.
Der ProbierLaden wird in Kooperation mit der Volkshochschule Jena umgesetzt und richtet sich vor allem an Menschen mit bislang wenig Erfahrung im Umgang mit digitalen Technologien. Der JEDI dagegen wendet sich an Menschen mit bereits vorhandenen digitalen Kenntnissen, insbesondere an Fachkräfte und Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft.
„Digitale Angebote müssen für die Menschen einen konkreten Nutzen haben und im Alltag funktionieren. Gleichzeitig braucht es Orte, an denen Unterstützung zu finden ist, Neues ausprobiert, Wissen geteilt und miteinander ins Gespräch gekommen werden kann”, sagt Koppe. Der ProbierLaden und der JEDI setzten dabei unterschiedliche Schwerpunkte und zeigten, wie vielfältig digitale Teilhabe und digitale Entwicklung in der Stadt sein könnten, so der Bürgermeister weiter.
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ProbierLaden am Engelplatz: Hilfe im digitalen Alltag
Am 26. September besteht der ProbierLaden seit zwei Jahren. Bis zum 7. September erreichte die Einrichtung 6.979 Personen. Davon nutzten 5.474 Menschen eine individuelle 1-zu-1-Beratung, 1.505 nahmen an Bildungsangeboten wie Kursen oder Informationsabenden teil. Mit dem ProbierMobil wurden zusätzlich 740 Menschen erreicht.
Der Bedarf zeigt sich besonders bei älteren Menschen: Rund 79 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sind 66 Jahre oder älter, etwa 14 Prozent zwischen 35 und 65 Jahren und rund sieben Prozent jünger als 35 Jahre. Jüngere Besucherinnen und Besucher kommen dabei häufig gemeinsam mit ihren Familien.

Bei älteren Besucherinnen und Besuchern geht es in der Beratung häufig um Smartphones, Apps, Passwörter, Datensicherheit, Online-Banking oder den Computer. Jüngere Zielgruppen interessieren sich unter anderem für smarte Geräte, Künstliche Intelligenz, 3D-Druck oder medienpädagogische Fragen.
Neben der individuellen Beratung bietet der ProbierLaden ein wöchentliches PC-Café, regelmäßige Einstiegskurse sowie zwei bis drei Informationsabende pro Monat, etwa zu Datenschutz, Künstlicher Intelligenz oder dem Online-Ausweis. Dafür arbeitet das Team unter anderem mit der Verbraucherzentrale, der Polizei, den Bürgerdiensten sowie freiberuflichen Medienbildnerinnen und Medienbildnern zusammen.
„Die hohe Nachfrage im ProbierLaden zeigt, dass es einen konkreten Bedarf an persönlicher Unterstützung bei digitalen Fragen gibt. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Angebote, bei denen Fragen gestellt und ganz praktische Hilfestellungen gegeben werden können”, so Koppe.
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JEDI im Postcarrée: Rund 8.500 Teilnahmen an zwei Jahren
Der JEDI – Jena Digital Innovation Hub im Postcarrée feierte im August sein zweijähriges Bestehen. Er wird im Rahmen des Smart City Projektes gemeinsam mit dem Verein für Digitale Wirtschaft & Wissenschaft Jena Digital e. V. betrieben.
Seit der Eröffnung fanden dort rund 300 Veranstaltungen mit rund 8.500 Teilnahmen statt, im Schnitt etwa zwölf Veranstaltungen pro Monat. Die Themen reichen von Smart City, Künstlicher Intelligenz und Softwareentwicklung über Open Source, Cybersecurity und Extended Reality bis hin zu Startup-Gründung und digitaler Bildung.
Schülerinnen und Schüler sowie Studierende kommen dort mit digitalen Technologien, Berufsbildern und Unternehmen in Kontakt. Fachkräfte und Unternehmen nutzen den Ort für Austausch, Weiterbildung und Vernetzung, Start-ups finden Zugang zu Netzwerken und Kooperationspartnern. Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Verwaltung und Politik nutzen den JEDI für Dialog und Wissenstransfer. Regelmäßige Fachgruppen, Meetups und Veranstaltungsformate haben eine Community entstehen lassen, die den Ort weiterentwickelt.
Auch externe Akteure nutzen den JEDI für eigene Veranstaltungen und Kooperationen, darunter die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena sowie lokale Unternehmen der Digitalwirtschaft. Formate wie Seminare für Studierende, Hackathons, Girls’ Day oder Code Week schaffen dabei Möglichkeiten zum Lernen und Experimentieren.
„ProbierLaden und JEDI zeigen sehr anschaulich, wie unterschiedlich die Zugänge zu Digitalisierung sein können. Mit Blick auf das Ende der Förderphase geht es jetzt zunehmend auch darum, genau hinzuschauen: Was hat sich bewährt, wo besteht ein dauerhafter Bedarf und wie können erfolgreiche Ansätze perspektivisch weitergeführt werden?”, betont Dorothea Prell, Smart-City-Beauftragte und Gesamtprojektleiterin Smart City Jena.

Zwei Orte, ein gemeinsamer Ansatz
Nach jeweils rund zwei Jahren Betrieb liefern ProbierLaden und JEDI nach Angaben der Stadt wichtige Erfahrungen für die weitere Entwicklung des Smart City Projektes. Diese Erfahrungen fließen nun in Überlegungen ein, welche erfolgreichen Strukturen und Formate über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben können.
„Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass beide Angebote angenommen werden und einen konkreten Bedarf treffen. Unser Ziel ist deshalb, Perspektiven zu schaffen, damit erfolgreiche Strukturen wie der ProbierLaden und der JEDI auch über die Förderphase hinaus weitergeführt werden können. Daran arbeiten wir derzeit mit Nachdruck”, sagt Koppe.
Mit der Reihe „Jena im Einsatz” besucht Bürgermeister Benjamin Koppe regelmäßig Einrichtungen, Projekte und Akteure, die für das Funktionieren und die Weiterentwicklung der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen der direkte Austausch mit den Menschen vor Ort und Einblicke in ihre tägliche Arbeit.
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