Stella ins Licht: Skulpturenpark Jena feiert 30 Jahre Frank-Stella-Skulpturen
Die Stahl-Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers Frank Stella prägen seit 30 Jahren den Jenaer Ernst-Abbe-Platz. Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, feiern die Beteiligten dieses Jubiläum ab 18 Uhr unter dem Titel „Stella ins Licht“. Der Eintritt ist frei.
Kunstschaffende, Kunstfreunde, Kulturförderer, die JENOPTIK AG, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Stadt Jena laden gemeinsam die Jenaer Bevölkerung ein. Bei Ausstellungen, Installationen und Live-Performances sollen die Werke des Malers, Bildhauers und Objektkünstlers neu zu entdecken sein. Das Programm und Informationen zu Frank Stella und seinem Wirken in Jena stehen auf einer neuen Website.
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Klang und Licht: Das Programm auf dem Ernst-Abbe-Platz
Das Jubiläumsfest bietet mehr als das Betrachten der Skulpturen. Das Duo Reinhart Hammerschmidt und Tim Helbig nutzt in seiner konzertartigen Performance „Echovalley“ eine Skulptur Stellas als Resonanzkörper. Die beiden bringen sie mit Gegenständen wie Geigenbögen und Schwämmen zum Klingen. Mikrofone nehmen die Vibrationen des Metalls auf, eine Live-Elektronik verarbeitet und verändert die Signale.
Der Medienkünstler Robert Seidel überzieht die Stahlwerke mit sich stetig wandelnden Lichtprojektionen. Die komplexen Formen legen sich dabei wie eine Haut über die Skulpturen.

Schulprojekte und Debatte über Kunst im öffentlichen Raum
Stella ins Licht: Schülerinnen und Schüler aus Kunst- und Musikkursen des Christlichen Gymnasiums Jena haben sich in mehreren Projekten dem Werk Stellas genähert. Zu hören ist ein Stück der Minimal Music von Terry Riley. Im Foyer der Universität sind großformatige Grafiken und Skulpturen zu sehen. Außerdem zeigen die Beteiligten eine Installation aus Schrottteilen, die im Viertelstundentakt zum Leben erweckt wird.
Die Debattiergesellschaft der Universität Jena lädt zur Auseinandersetzung über Kunst im öffentlichen Raum ein.
Kulturdezernent: Skulpturen aus dem „Schattendasein“ holen
„Dass Jena den größten Skulpturenpark des Künstlers Frank Stella außerhalb der USA besitzt, ist im Bewusstsein der Bevölkerung zu wenig präsent. Mit diesem vielfältigen Event sollen die Skulpturen aus dem Schattendasein im wahrsten Sinne des Wortes ins Licht gerückt werden“, sagt Kulturdezernent Johannes Schleußner.
Nach seinen Worten haben Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur, Politik und Verwaltung ihre Kompetenzen und Perspektiven für das Projekt gebündelt. Schleußner dankt allen Beteiligten für ihr Engagement bei der Umsetzung. Zur geplanten Umgestaltung des Platzes sagt er: „Gerade die geplante Umgestaltung des Ernst-Abbe-Platzes macht deutlich, dass unsere Stadt nicht nur geplant und verwaltet wird, sondern dass wir sie gemeinsam gestalten können.“
Stella-Skulptur auf dem Jenaer Ernst-Abbe-Platz betrachtet auf Instagram
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Enge Verbindung zur JENOPTIK AG
Optik, Licht und Innovation verbinden Stella in Jena eng mit der JENOPTIK AG. Der damalige Geschäftsführer Lothar Späth trug maßgeblich dazu bei, dass der Skulpturenpark 1996 auf dem Platz eingeweiht werden konnte. Im selben Jahr zeigte die Galerie der JENOPTIK AG im Ernst-Abbe-Hochhaus Handzeichnungen und eine Collage von Frank Stella.
Das Unternehmen zeigt seit 1994 in eigenen Ausstellungen Berührungspunkte von Wirtschaft, Technologie, Kunst, Licht und Wahrnehmung. Seit 2022 präsentiert es unter dem Titel „tangente digital art“ digitale Kunstprojektionen am Ernst-Abbe-Hochhaus, dem Hauptsitz der JENOPTIK AG. Die Galerie Huber & Treff kuratiert die Reihe. Die zehnte Auflage startet ebenfalls am 29. Oktober und stellt in diesem Herbst das Werk Stellas in den Mittelpunkt.
Ehrenpromotion: Stellas Verbindung zur Universität Jena
Auf Initiative des Kunsthistorikers Franz-Joachim Verspohl, damals Leiter des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität, erhielt Stella am 6. Februar 1996 die Ehrendoktorwürde. Verspohl bezeichnete Stella als einen der namhaftesten Künstler des späten 20. Jahrhunderts. Die Ehrung sollte ausdrücklich an die Ehrenpromotion des französischen Bildhauers Auguste Rodin anknüpfen.
Ausgehend von der Malerei entwickelte Stella Bildobjekte, die traditionelle Grenzen des Bildes überschreiten und neue Formen der räumlichen Wahrnehmung eröffnen. Für die Jenaer Plastiken wählte er eine Material- und Formensprache, die industrielle Härte, konstruktive Komplexität und historische Bedeutung zu verbinden sucht.
„Aus Sicht der Kunstsammlung der Universität sind die Werke Frank Stellas weit mehr als markante Objekte im öffentlichen Raum: Als sichtbare Zeichen seiner Ehrenpromotion verweisen sie auf die akademische Tradition, künstlerische Innovationskraft zu würdigen und gesellschaftlichen Wandel offen zu diskutieren“, sagt Dr. Babett Forster, Leiterin der Kunstsammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
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Ernst-Abbe-Platz soll klimafreundlicher werden
Seit dem Aufstellen der Skulpturen ist der Ernst-Abbe-Platz gealtert und soll attraktiver gestaltet werden. Das Areal liegt zwischen hohen Gebäuden und erwärmt sich vor allem an heißen Tagen stark. Deshalb liegt der Schwerpunkt auf klimafreundlichen Maßnahmen.
Das Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ ermöglicht eine Kofinanzierung der Umgestaltung durch den Bund mit 85 Prozent. Der Grünanteil auf dem Platz soll deutlich steigen, künftig soll das Element Wasser erlebbar sein. Die Stella-Figuren sollen so positioniert werden, dass sie miteinander kommunizieren können. Geplant ist außerdem eine Infotafel zum Künstler und seinen Werken.
Frank Stella und Jena: Strukturwandel als Inspiration
Frank Stella starb am 4. Mai 2024 im Alter von 87 Jahren in New York. Bei einem Besuch in Jena ließ er sich von der grundlegenden Verwandlung rund um das ehemalige Zeiss-Werk inspirieren. Den Strukturwandel der 1990er-Jahre verarbeitete er künstlerisch. Er bot Skulpturen seiner 1995 geschaffenen „Hudson River Valley Series“ an, um sie als Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren.
Der Serientitel verweist auf das Flusstal des Hudson, das während der Industrialisierung eine wichtige Rolle spielte. Auch der Ernst-Abbe-Platz wandelte sich von einer rein industriellen Nutzung zu einem öffentlichen Platz mit Universitätscampus, Dienstleistungszentrum, Ärztehaus und Einkaufsgalerie.
Stella blieb Jena eng verbunden, was auf das Engagement von Kunstfreunden der Stadt zurückgeht. Nach 1996 zeigten sie 2001 und 2011 im ehemaligen Straßenbahndepot weitere Ausstellungen. Organisiert wurden sie von Prof. Dr. h. c. Martin S. Fischer, Seniorprofessor, und seiner Frau, der Kulturwissenschaftlerin Dr. Barbara Happe. Beide hielten zeit seines Lebens engen Kontakt zu Stella. Sie begleiteten sein Wirken in Jena und das aktuelle Fest und unterstützten es über die Stiftung Denkzeichen.

Die vier Skulpturen im Skulpturenpark Jena
Stella schenkte die Skulptur „Garrison“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Newburgh“, „Peekskill“ und „Bear Mountain“ gehören zur Kunstsammlung der JENOPTIK AG. Alle vier Werke entstanden 1995:
- „Peekskill“: Südseite des Ernst-Abbe-Platzes, rechts neben dem zweiten Treppenturm (JENOPTIK AG)
- „Bear Mountain“: Südseite des Platzes, rechts neben „Peekskill“ (JENOPTIK AG)
- „Newburgh“: zentral zwischen Bau 15 und dem Uni-Gebäude Carl-Zeiss-Straße 3 (JENOPTIK AG)
- „Garrison“: Nordseite des Platzes, am westlichen Durchgang zur Krautgasse (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Für seine Werke arbeitete Stella mit vorgefundenen Formen, die er goss, montierte und mit Legierungen versah. Gestänge, Metallfolie und Stahlbandknäuel füllen die Zwischenräume der Metallkörper.
Termin und Beteiligte
„Stella ins Licht“ findet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, ab 18 Uhr auf dem Ernst-Abbe-Platz in Jena statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zum Programm und zu Frank Stella in Jena finden Interessierte auf der neuen Projektwebsite.
An der Umsetzung sind mehrere Organisationen beteiligt. Die 2021 gegründete reCoVer-Stiftung will Kulturschaffende, Initiativen und gemeinnützige Akteure vor Ort stärken. Bei ihr ist das Kulturbüro mit der Kulturberatung für Jena angesiedelt. Der Förderverein „Ein KUNSTHAUS für Jena e.V.“ will Bildende Kunst in Jena sichtbar und zugänglich machen. Im Mittelpunkt steht die Idee eines Kunsthauses, in dem die Kunstsammlung der Stadt dauerhaft ein Zuhause findet.
Die JENOPTIK AG ist ein Technologiekonzern im Photonik-Markt mit Hauptsitz in Jena. Sie beschäftigt rund 4.300 Mitarbeiter weltweit und ist an der Deutschen Börse in Frankfurt notiert, im MDax und TecDax. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1.046 Mio Euro. Seine Kunstsammlung umfasst rund 500 Werke, die sich Mitarbeitende für ihre Büros ausleihen können.
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Info, Stadt Jena | Fotos, Frank Liebold // Jenafotografx | Veranstaltungen im Eventkalender
















