ANIKA Jena: Planungen für Wärme aus Abwasser werden konkreter
Ein Jahr nach Abschluss der Machbarkeitsstudie treiben die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck das Wärmeprojekt ANIKA weiter voran. Für eine geplante Energiezentrale auf dem Gelände der zentralen Kläranlage Jena-Zwätzen liegt inzwischen ein konkretes technisches Konzept vor. Gleichzeitig wird geprüft, wie die geplante Anlage an das Jenaer Wärmenetz angebunden werden kann.
Mit den laufenden Planungen schaffen die Stadtwerke Energie die Voraussetzungen für eine Investitionsentscheidung im Jahr 2027. Diese soll getroffen werden, wenn die technischen, wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen abschließend bewertet sind.
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ANIKA soll Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzbar machen
ANIKA steht für „Abwärmenutzung mittels integrierter Kläranlage“. Ziel des Projekts ist es, eine bislang ungenutzte lokale Energiequelle für die Wärmeversorgung in Jena zu erschließen.
Dafür sollen Großwärmepumpen die im gereinigten Abwasser der Kläranlage enthaltene Wärme nutzbar machen. Die gewonnene Wärme soll anschließend in das Jenaer Wärmenetz eingespeist werden.
Im August 2025 hatte eine Machbarkeitsstudie bestätigt, dass das Vorhaben grundsätzlich technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist. Seitdem haben die Stadtwerke Energie die Planungen weiter konkretisiert.
André Sack, Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck, beschreibt den aktuellen Stand so:
„Vor einem Jahr wussten wir: ANIKA ist grundsätzlich machbar. Heute beschäftigen wir uns ganz konkret mit Anlagenplanung, Leitungsführung und Genehmigungen. ANIKA bietet die Chance, eine heute noch ungenutzte lokale Energiequelle für Jena zu erschließen und damit einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung zu leisten. Deshalb treiben wir die Planungen konsequent weiter – und schaffen zugleich die Voraussetzungen, um fundiert über die Umsetzung entscheiden zu können.“

Energiezentrale auf der Kläranlage Jena-Zwätzen geplant
Herzstück des Projekts ANIKA soll eine neue Energiezentrale auf dem Gelände der Kläranlage Jena-Zwätzen werden. Vorgesehen ist eine Großwärmepumpenanlage mit einer Leistung von rund 20 Megawatt.
Die geplante Energiezentrale soll zusätzlich mit einer Power-to-Heat-Anlage und einem Wärmespeicher ausgestattet werden. Für die Anlage liegen inzwischen konkrete technische Planungen vor.
Als nächster Schritt sollen weitere Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, kurz BEW, beantragt werden.
Damit geht das Projekt über die grundsätzliche Prüfung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit hinaus. Die konkrete Planung der Energiezentrale bildet zugleich eine Grundlage für die weiteren Entscheidungen zum Vorhaben.

Leitungsführung für die Anbindung an das Wärmenetz
Parallel zur Planung der Energiezentrale arbeiten die Stadtwerke Energie an der möglichen Anbindung an das Jenaer Wärmenetz. Die dafür notwendigen Vermessungen sind bereits abgeschlossen. Baugrunduntersuchungen laufen.
Für die künftige Leitungsführung werden derzeit verschiedene Trassenvarianten untersucht und bewertet. Dabei müssen unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Neben technischen Anforderungen spielen unter anderem Belange des Natur- und Hochwasserschutzes eine Rolle. Auch notwendige Querungen von Bahnanlagen und Gewässern müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Die Leitungsplanung wird zudem mit anderen Infrastrukturvorhaben im Jenaer Norden abgestimmt. Dazu gehört insbesondere die geplante Straßenbahnverlängerung im Norden.
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Investitionsentscheidung für 2027 vorgesehen
Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck wollen im Jahr 2027 über die Investition in ANIKA entscheiden. Grundlage dafür sollen weitere Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, der erreichte Planungs- und Genehmigungsstand sowie die verfügbaren Fördermittel sein.
Damit ist die Entscheidung an mehrere Voraussetzungen geknüpft. Neben der weiteren technischen Planung müssen auch die wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen abschließend bewertet werden.
Nach aktuellem Stand könnte der Bau im Jahr 2028 beginnen. Die Inbetriebnahme ist für 2030 vorgesehen.
ANIKA soll damit eine bislang ungenutzte Wärmequelle der Kläranlage Jena-Zwätzen für die Wärmeversorgung nutzbar machen. Die geplante Energiezentrale mit Großwärmepumpen, Power-to-Heat-Anlage und Wärmespeicher sowie die geplante Anbindung an das Jenaer Wärmenetz sind zentrale Bestandteile des weiteren Projektverlaufs.
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