Tag der Deutschen Einheit 2026: Jena und Erlangen feiern gemeinsam. Rund 360 Menschen kamen zum Partnerschaftstag in Jena zusammen.
Rund 300 Gäste aus Erlangen und etwa 60 Jenaerinnen und Jenaer haben am 3. Oktober gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit in Jena gefeiert. Die Gäste aus der fränkischen Partnerstadt waren am Vormittag mit vier Bussen angereist. Im Mittelpunkt des Partnerschaftstages standen persönliche Begegnungen, Erinnerungen an die gemeinsame Geschichte und der Blick auf die Zukunft der seit 1987 bestehenden Städtepartnerschaft.

Festakt im Volkshaus bringt Menschen an einen Tisch
Den Auftakt des Partnerschaftstages bildete ein Festakt im Volkshaus. Nach der Begrüßung sprachen die Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche und Jörg Volleth zu den Gästen.
Für die musikalische Begleitung sorgten gemeinsam das Akkordeon-Ensemble der Sing- und Musikschule Erlangen und das Akkordeonorchester Carl Zeiss Jena.
Das Format des Festaktes unterschied sich in diesem Jahr bewusst von einer klassischen Veranstaltung. Die Gäste waren ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Jenaerinnen und Jenaer sowie Erlangerinnen und Erlanger saßen gemeinsam an Tischen und tauschten sich in mehreren Gesprächsrunden aus.
Damit stand ein Element im Mittelpunkt, das die Städtepartnerschaft zwischen Jena und Erlangen seit ihrer Gründung prägt: die persönliche Begegnung zwischen Menschen aus beiden Städten.
Die Partnerschaft wurde 1987 geschlossen. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt noch geteilt.

Gemeinsame Erinnerungen an Jena und Erlangen
In der ersten Gesprächsrunde ging es um die gemeinsame Geschichte und persönliche Erfahrungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich darüber aus, wer kurz nach dem Mauerfall bereits in der jeweiligen Partnerstadt gewesen war und welche Kontakte bis heute bestehen.
Eine weitere Frage richtete den Blick auf die persönliche Wahrnehmung der ersten Begegnung mit Jena oder Erlangen. Gesucht wurde jeweils ein einzelnes Wort, das diese Erfahrung beschreibt.
Die persönlichen Erinnerungen und Geschichten führten schnell zu Gesprächen an den einzelnen Tischen. Dabei wurde die Geschichte der Städtepartnerschaft nicht nur als Teil offizieller Beziehungen betrachtet, sondern aus der persönlichen Perspektive der Menschen, die diese Verbindung erlebt und mitgestaltet haben.

Wünsche für die Zukunft der Städtepartnerschaft
In einer zweiten Gesprächsrunde wechselte die Perspektive. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit der Frage, was Menschen aus Erlangen an Jena und Menschen aus Jena an Erlangen besonders schätzen.
Zum Abschluss richteten die Gesprächsgruppen ihren Blick zehn Jahre in die Zukunft. Sie sollten sich vorstellen, welche Schlagzeile im Jahr 2036 über die Deutsche Einheit und die Freundschaft zwischen Jena und Erlangen stehen könnte.
Dabei entstanden unterschiedliche Zukunftsbilder und konkrete Wünsche. Zu den formulierten Schlagzeilen gehörten unter anderem „Partnerschaft mit Exzellenzstatus!“ und „ICE-Direktverbindung zwischen den beiden Städten“.
Eine weitere Gruppe entwickelte die Vision einer Partnerschaft zwischen Thüringen und Franken, in der die frühere Trennung zwischen Ost und West keine Rolle mehr spielt.
Die Ergebnisse verbanden damit persönliche Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Vorstellungen darüber, wie sich die Verbindung zwischen Jena und Erlangen künftig entwickeln könnte.
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Vielfältiges Programm in Jena
Nach dem Festakt wurde der Partnerschaftstag an verschiedenen Orten in Jena fortgesetzt. Für die Gäste standen mehrere Angebote zur Auswahl.
Zum Programm gehörten Rundgänge durch das Stadtmuseum und verschiedene Stadtführungen. Darunter war auch eine Führung zur DDR-Geschichte. Außerdem gab es ein Kneipenquiz.
Im Historischen Rathaus fand die Veranstaltung „Stimmen der Partnerschaft“ des Vereins JenaUA statt. Dort wurde auch die Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Brovary thematisiert.
Damit umfasste der Partnerschaftstag neben den Gesprächen zur Geschichte und Zukunft der Städtepartnerschaft auch weitere Themen und Angebote in der Stadt.
Gemeinsamer Ausklang in der Stadtkirche
Am späten Nachmittag kamen die Gäste zur ökumenischen Andacht in der Stadtkirche St. Michael zusammen.
Anschließend stand das gemeinsame Singen bei „Deutschland singt und klingt“ auf dem Programm. Auch der Kirchplatz war zum Auftritt des Posaunenchors Jena gut gefüllt.
Gemeinsam mit Jenaerinnen und Jenaern ließen die Gäste aus Erlangen dort den Partnerschaftstag ausklingen. Am Abend machten sich die vier Busse wieder auf den Weg zurück nach Franken.

Städtepartnerschaft zwischen Jena und Erlangen seit 1987
Der gemeinsame 3. Oktober stand damit im Zeichen der seit 1987 bestehenden Verbindung zwischen Jena und Erlangen. Der Partnerschaftstag brachte Menschen beider Städte in unterschiedlichen Gesprächs- und Veranstaltungsformaten zusammen.
Im Mittelpunkt standen dabei persönliche Erinnerungen, Begegnungen und der gemeinsame Blick auf die kommenden Jahre. Die Gesprächsrunden zeigten zugleich unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sich die Verbindung zwischen Jena und Erlangen künftig weiterentwickeln kann.
Die Städtepartnerschaft lebt damit neben den offiziellen Vereinbarungen auch von den persönlichen Kontakten zwischen den Menschen beider Städte. Der gemeinsame Tag der Deutschen Einheit bot dafür am 3. Oktober in Jena einen weiteren Anlass zur Begegnung.
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