Hundert Jahre Hilprecht-Sammlung: Konferenz und Ausstellung eröffnen neue Perspektiven auf den ältesten Stadtplan der Welt
Jena. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena rückt das hundertjährige Bestehen der Hilprecht-Sammlung Vorderasiatischer Altertümer mit einer wissenschaftlichen Konferenz und einer Ausstellung in den Mittelpunkt. Am 25. Juni wird um 16 Uhr die Konferenz „Hundert Jahre Hilprecht-Sammlung“ im Hörsaal 24 des Universitätshauptgebäudes am Fürstengraben eröffnet. Um 18 Uhr folgt im großen Ausstellungssaal der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) die Eröffnung der Ausstellung „Ausgegraben, angesammelt, ausgestellt: Wie der älteste Stadtplan der Welt nach Jena kam“.
Sowohl die Ausstellungseröffnung als auch der Eröffnungsvortrag von Enrique Jiménez mit dem Titel „From Nippur to Jena. The Origins of Hilprecht’s Cuneiform Collection“ sind öffentlich zugänglich. Der Eintritt ist frei.
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Ausstellung beleuchtet die Geschichte einer bedeutenden Keilschriftsammlung
Die Ausstellung widmet sich der Entstehungsgeschichte einer der bedeutendsten Keilschriftsammlungen Deutschlands und zeigt, wie die Sammlung an die Universität Jena gelangte. Entwickelt wurde die Schau im Rahmen eines zweisemestrigen Projektseminars zur Kuratorischen Praxis am Seminar für Kulturanthropologie und Kulturgeschichte.
Besucherinnen und Besucher erwartet ein Rundgang mit ausgewählten Exponaten, Dokumenten, Filmen sowie interaktiven Medienstationen. Zu den gezeigten Objekten zählen der älteste bekannte Stadtplan der Welt, ein medizinischer Text sowie ein rund 4.500 Jahre alter Vertrag über einen Hauskauf.
„Wir zeigen den ältesten Stadtplan der Welt, einen medizinischen Text und den Vertrag über einen Hauskauf, der 4.500 Jahre alt ist“, erläutert Jonas Klöker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Altorientalistik.
Darüber hinaus sind weitere Objekte aus der Sammlung zu sehen, darunter ein beschriftetes Prisma, das vermutlich zu Unterrichtszwecken genutzt wurde, sowie eine Weihplatte mit der Darstellung einer Gottheit. Nach Angaben von Jonas Klöker umfasst die Hilprecht-Sammlung neben rund 2.700 Tontafeln zahlreiche weitere Artefakte.
Sammlung geht auf Hermann Volrath Hilprecht zurück
Den Grundstock der Sammlung legte der deutsch-amerikanische Altorientalist Hermann Volrath Hilprecht (1859–1925). Er benannte die Sammlung nach seiner ersten Ehefrau Ida Hilprecht, geborene Haufe. Die offizielle Bezeichnung lautete „Frau Professor Hilprecht Collection of Babylonian Antiquities“.
Seit dem Jahr 1926 befindet sich die Sammlung im Eigentum der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Heute gilt sie als die zweitgrößte Sammlung ihrer Art in Deutschland und besitzt für die Forschung zur Geschichte Mesopotamiens eine hohe wissenschaftliche Bedeutung.
Konferenz thematisiert Erhalt, Forschung und neue Technologien
Die zweitägige Konferenz vom 26. bis 27. Juni im Astoria-Hörsaal der Universität Jena widmet sich aktuellen Forschungsfragen rund um die Hilprecht-Sammlung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und dem Ausland stellen neue Erkenntnisse sowie innovative Untersuchungsmethoden vor.
Die Berliner Restauratorin Carmen Gütschow wird den Zustand der Objekte und Fragen ihrer langfristigen Erhaltung thematisieren. Andreas Schropp aus Hamburg präsentiert den mobilen hochauflösenden Röntgentomographen „ENCI“. Mit dieser Technologie können Forschende Einblicke in das Innere von Tontafeln gewinnen, ohne die empfindlichen Objekte zu beschädigen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die aktuelle Forschung in Nippur, einer bedeutenden antiken Stadt im heutigen Irak. Susanne Paulus aus Chicago berichtet über laufende Ausgrabungen vor Ort. Johannes Hackl von der Universität Jena und Joachim Oelsner aus Leipzig stellen zudem einen neuen wissenschaftlichen Blick auf den Stadtplan von Nippur vor.
JenaMedia – Veranstaltungstipp:
Wichtiger Vortrag am 25.06. erinnert an Eduard Rosenthal
Bedeutung für Forschung und Kulturerbe
Die Hilprecht-Sammlung besitzt nicht nur für die Universität Jena eine besondere Bedeutung. Sie zählt zu den wichtigen Sammlungen altorientalischer Schrift- und Sachzeugnisse in Deutschland und bietet Forschenden wertvolle Quellen für die Untersuchung von Gesellschaft, Religion, Verwaltung und Alltagsleben im alten Mesopotamien.
Die Kombination aus historischen Objekten, modernen Forschungsmethoden und internationaler Zusammenarbeit verdeutlicht die anhaltende Relevanz der Sammlung für die Altertumswissenschaften. Gleichzeitig macht die Ausstellung die Geschichte der Sammlung und ihrer Exponate einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Ausstellung bis Oktober geöffnet
Die Ausstellung „Ausgegraben, angesammelt, ausgestellt: Wie der älteste Stadtplan der Welt nach Jena kam“ ist bis zum 18. Oktober im großen Ausstellungssaal der ThULB am Bibliotheksplatz 2 zu sehen.
Die Konferenz „Hundert Jahre Hilprecht-Sammlung“ findet vom 26. bis 27. Juni im Astoria-Hörsaal der Universität Jena am Unterm Markt 8 statt. Die Vorträge sind öffentlich. Ein Teil des Programms wird zusätzlich per Zoom übertragen. Mehrere Referate werden in englischer Sprache gehalten.
Veranstaltungsinformationen
Veranstaltungsname: Hundert Jahre Hilprecht-Sammlung
Datum: 25. bis 27. Juni
Ort: Universität Jena und ThULB Jena
Veranstalter: Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zielgruppe: Wissenschaft, Studierende, Kulturinteressierte und Öffentlichkeit
Besonderheiten: Ausstellung zum ältesten Stadtplan der Welt, internationale Fachvorträge, aktuelle Forschungsergebnisse und moderne Untersuchungsmethoden
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Info, UNI Jena | Fotos, Nicole Nerger // Uni Jena | Veranstaltungen im Eventkalender



















