10. Tag der Gesunden Arbeit an der EAH Jena: Zwei Unternehmen erstmals mit Siegel in Bronze

Am 7. Oktober 2026 haben sich rund 130 Akteurinnen und Akteure aus Unternehmen, Wissenschaft und Wirtschaft an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) getroffen. Anlass war der 10. Tag der Gesunden Arbeit. Die Teilnehmenden erhielten fachliche Impulse zu gesunden Arbeitsbedingungen und zum Erhalt der Leistungsfähigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die PFARR Stanztechnik GmbH und die Märkisches Werk GmbH erstmals das Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit in Bronze.

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Ärzte können “Gemeinschaft auf Rezept” verschreiben

Ärzte können "Gemeinschaft auf Rezept" verschreiben. Fotografik: Illustration via KI
Ärzte können “Gemeinschaft auf Rezept” verschreiben. Fotografik: Illustration via KI

Ab Oktober 2026 können Ärztinnen und Ärzte in Jena neben Medikamenten auch Begegnung und Beisammensein empfehlen. Das Projekt „Gemeinschaft auf Rezept“ wird nach einer sechsmonatigen Erprobungsphase flächendeckend angeboten. Es richtet sich an ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf und verbindet ärztliche Empfehlung mit einer individuellen Beratung durch die agathe-Fachberatung.

Expertengespräch mit Max Langenhan und Timo Boll

Zum Jubiläumsprogramm gehörte das Expertengespräch „Höchstleistung und Gesundheitsbalance – Was wir vom Spitzensport für gesunde Arbeit lernen können“. Es führten der zweifache Rodel-Olympiasieger Max Langenhan und der ehemalige Tischtennis-Weltranglistenerste Timo Boll. Peter Rüberg moderierte das Gespräch.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich hohe Ansprüche und langfristige Leistungsfähigkeit vereinbaren lassen. Die Gesprächspartner sprachen über Motivation und Zielsetzung, Disziplin und Flexibilität, den Umgang mit Leistungsdruck sowie das Verhältnis von Belastung und Regeneration. Ein weiteres Thema war, wie sich ambitionierte Ziele verfolgen lassen, ohne dass jede einzelne Leistung zum „Alles-oder-nichts-Moment“ wird.

Der Bogen zur Arbeitswelt bildete einen Schwerpunkt: Welche Prinzipien aus dem Spitzensport helfen, Motivation und Leistungsfähigkeit im Berufsleben langfristig zu erhalten? Und welche Rolle spielen Führungskräfte dabei, anspruchsvolle Ziele mit gesunden Rahmenbedingungen zu verbinden? Das Gespräch zeigte, dass nachhaltige Leistung nicht allein vom Einsatz abhängt, sondern ebenso von Erholung, einem unterstützenden Umfeld und einem reflektierten Umgang mit den eigenen Grenzen.

Max Langenhan war am frühen Morgen direkt aus dem Training im norwegischen Lillehammer nach Jena gereist. Unmittelbar nach dem Gespräch flog er zurück nach Lillehammer. Dort stand am nächsten Tag ein Qualifikationsrennen für den Weltcup auf dem Programm.

Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit: Zwei neue Bronze-Träger. Vergabe des Förderpreises der MERKUR PRIVATBANK KgaA an die PFARR Stanztechnik GmbH Foto: J.Scheere // EAH Jena
Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit: Zwei neue Bronze-Träger. Vergabe des Förderpreises der MERKUR PRIVATBANK KgaA an die PFARR Stanztechnik GmbH Foto: J.Scheere // EAH Jena

Vortrag zur Volkskrankheit „Trockenes Auge“

Einen weiteren fachlichen Schwerpunkt setzte Prof. Wolfgang Sickenberger von der EAH Jena. Sein Vortrag trug den Titel „Volkskrankheit ‚Trockenes Auge‘ – Auswirkungen im Beruf, Freizeit und Sport“. Er behandelte ein gesundheitliches Thema, das durch intensive Bildschirmnutzung und veränderte Sehgewohnheiten im Arbeitsalltag zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Vortrag sensibilisierte dafür, Augengesundheit stärker als Teil gesunder Arbeitsbedingungen wahrzunehmen und mögliche Belastungen im beruflichen wie privaten Alltag frühzeitig zu erkennen.

Podiumsdiskussion: 10 Jahre Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit

Das Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit stand zum zehnjährigen Jubiläum im Zentrum einer Podiumsdiskussion unter der Frage „10 Jahre Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit – eine Erfolgsgeschichte!?“. Diskutiert haben:

  • Franziska Neugebauer von der IHK Ostthüringen zu Gera
  • Holger Bock von der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest
  • Benjamin Gümpel von der Märkisches Werk GmbH
  • Jens Panse von der Universität Erfurt

Die Runde blickte auf die Entwicklung des Siegels zurück und sprach über aktuelle und künftige Herausforderungen für gesunde Arbeit. Dazu zählten Digitalisierung, Fachkräftemangel, hybride Arbeitsformen und der Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein weiteres Thema war die Frage, was es braucht, damit Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) dauerhaft Teil der Organisations- und Unternehmenskultur wird. Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und Fragen aus dem Publikum machten die Diskussion praxisnah.

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Siegelverleihung und Förderpreis der MERKUR PRIVATBANK

Traditionell findet am Tag der Gesunden Arbeit die Verleihung des Thüringer Siegels für Gesunde Arbeit statt. Mit der Auszeichnung würdigt das Netzwerk Gesunde Arbeit in Thüringen Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, die sich besonders für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und die Gesundheit ihrer Beschäftigten engagieren. Die PFARR Stanztechnik GmbH sowie die Märkisches Werk GmbH am Standort Großbodungen erhielten die Zertifizierung erstmals und wurden jeweils mit dem Siegel in Bronze ausgezeichnet.

In die Siegelvergabe eingebunden war der Förderpreis der MERKUR PRIVATBANK KGaA für besonderes Engagement. Uwe Reinhold, Nicole Meier und Rebecca Schwarz überreichten den mit 1000 Euro dotierten Preis an die PFARR Stanztechnik GmbH. Die Preisvergabe ergänzte den Jubiläumsgedanken des Tages: gute Ansätze sichtbar machen, Erfahrungen weitergeben und andere Organisationen ermutigen, gesunde Arbeit aktiv und nachhaltig zu gestalten.

EAH Jena: 130 Akteure beim 10. Tag der Gesunden Arbeit. Foto: J. Scheere // EAH Jena
EAH Jena: 130 Akteure beim 10. Tag der Gesunden Arbeit. Foto: J. Scheere // EAH Jena

Resümee der EAH Jena

Zum Abschluss zog Prof. Dr. Heike Kraußlach von der EAH Jena ein Resümee des Jubiläumstages. Sie sagte: „Der 10. Tag der Gesunden Arbeit zeigt, wie stark und effektiv sich das Thema gesunde Arbeit in Thüringen entwickelt hat. Besonders freut mich, dass wir in diesem Jahr mit den beiden Spitzensportlern Max Langenhan und Timo Boll zwei außergewöhnliche Referenten gewinnen konnten, die mit ihren Erfahrungen neue Impulse für die Zukunft der Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen gegeben haben. Es bleibt wichtig, regelmäßig miteinander ins Gespräch zu kommen und den aktiven Austausch weiter auszubauen. Das große Interesse bestärkt uns, das Thema gesunde Arbeit gemeinsam mit den Unternehmen und deren Beschäftigten aktiv weiter nachhaltig voranzubringen.“

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Info, EAH Jena | Foto, J. Scheere // EAH Jena | Veranstaltungen im Eventkalender