Garagenanlage Im Wehrigt-Süd: Stadtrat beschließt Rückbau

Der Jenaer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 2. September 2026 den klimagerechten Rückbau der Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ im Ortsteil Lobeda beschlossen. Die 38 Garagen sollen gemeinsam mit ihren versiegelten Zufahrten entfernt werden. Anschließend ist eine vollständige Renaturierung der Fläche vorgesehen. Geplant ist eine unversiegelte Grünfläche ohne neue Wege oder Platzflächen. Das Projekt ist Bestandteil der Jenaer Klimaanpassungsstrategie und soll unter anderem den Wasserrückhalt verbessern, zusätzliche Rückhalteflächen schaffen und das Stadtklima stärken.

Mit dem Beschluss des Jenaer Stadtrats sind die Voraussetzungen geschaffen, die weiteren Planungen für den Rückbau der Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ zu beauftragen. Die Anlage befindet sich im Ortsteil Lobeda und umfasst insgesamt 38 Garagen.

Die Stadt Jena hatte das Areal im Jahr 2025 erworben. Zum allergrößten Teil wurden die Garagen von den einzelnen Pächtern bereits übergeben. Nach Angaben der Stadt wurden viele der Garagen bereits seit Jahren nicht mehr genutzt. Entsprechend sind die Zufahrten teilweise überwachsen. Auch der bauliche Zustand der gesamten Garagenanlage wird als schlecht beschrieben.

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Der geplante Rückbau verfolgt dabei nicht das Ziel, die bisherige Nutzung durch eine andere versiegelte Fläche zu ersetzen. Stattdessen soll die Fläche vollständig renaturiert werden. Vorgesehen ist eine unversiegelte Grünfläche, die ohne neue Wege oder Platzflächen auskommt.

Damit verändert sich die bisherige Nutzung des Areals grundlegend. Die vorhandenen Garagen und die versiegelten Zufahrten werden entfernt. An ihre Stelle soll eine Fläche treten, die künftig natürliche Funktionen übernehmen kann.

Mehr Grün und weniger Versiegelung in Lobeda

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Entsiegelung. Die neu entstehende Grünfläche soll Regenwasser aufnehmen und versickern lassen. Gleichzeitig soll sie die bereits vorhandene Naturfläche ergänzen.

Für die Stadt Jena steht der Rückbau damit im Zusammenhang mit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Entsiegelte Flächen können dazu beitragen, Wasser wieder stärker im Boden zurückzuhalten, anstatt es über versiegelte Bereiche abzuleiten.

Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena, bezeichnet den Rückbau als weiteren Baustein der Klimaanpassung. „Jede entsiegelte Fläche hilft uns, Jena besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Mit dem Rückbau der Garagenanlage schaffen wir mehr Raum für Natur, verbessern den Wasserrückhalt bei Starkregen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag für ein angenehmeres Stadtklima. Das Projekt zeigt, wie wir Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung sinnvoll miteinander verbinden können“, sagt Lange.

Bedeutung für Hochwasser- und Hitzeschutz

Eine besondere Bedeutung hat die Lage des Areals. Die Fläche befindet sich im Überschwemmungsgebiet der Saale. Durch die Entsiegelung sollen zusätzliche natürliche Rückhalteflächen entstehen, die bei Hochwasser zur Entlastung beitragen können.

Neben dem Hochwasserschutz geht es auch um die Auswirkungen hoher Temperaturen in der Stadt. Die geplante Begrünung soll das Stadtklima verbessern und Hitzebelastungen reduzieren. Gleichzeitig soll die neue Grünfläche bestehende Biotope miteinander vernetzen.

Damit verbindet das Projekt mehrere Aspekte der Klimaanpassung auf einer Fläche. Der Rückbau der Garagen schafft Raum für eine natürliche Entwicklung und verändert zugleich die Funktion des bislang überwiegend versiegelten Areals.

Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima der Stadt Jena, verweist auf die langfristige Bedeutung solcher Maßnahmen. „Die Klimakrise stellt Städte vor große Herausforderungen. Deshalb müssen wir Jena Schritt für Schritt widerstandsfähiger machen. Mit der Entsiegelung und Begrünung geeigneter Flächen schaffen wir natürliche Rückzugsräume und verbessern das Stadtklima. Jede neue Grünfläche ist ein Gewinn, für die Menschen, für die Natur und für kommende Generationen“, sagt Lützkendorf.

Garagenanlage Im Wehrigt-Süd werden 2027 zurückgebaut. Foto: Illustration via KI
Garagenanlage Im Wehrigt-Süd werden 2027 zurückgebaut. Foto: Illustration via KI

Projekt ist Teil des Jenaer Hitzeaktionsplans

Der Rückbau der Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ ist Teil der Umsetzung des Jenaer Hitzeaktionsplans. Konkret ordnet die Stadt das Vorhaben der Maßnahme „Urbane Klimaoasen“ zu.

Mit dieser Maßnahme sollen zusätzliche Grünflächen geschaffen werden. Ziel ist es, Jena widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Der Rückbau der Garagenanlage setzt diesen Ansatz auf einer bislang bebauten und teilweise versiegelten Fläche um.

Die geplante Renaturierung geht dabei über eine reine Begrünung hinaus. Nach dem Rückbau sollen keine neuen Wege oder Platzflächen entstehen. Die Fläche soll vielmehr als unversiegelter Bereich erhalten bleiben und ihre Funktionen für Regenwasserrückhalt, Natur und Stadtklima übernehmen.

Bundesförderung mit 75 Prozent

Die Umsetzung wird durch eine Förderung des Bundes unterstützt. Der Rückbau der Garagenanlage ist Teil eines Förderprojekts, das gemeinsam mit der geplanten Umgestaltung des Parkplatzes an der Hans-Berger-Straße beantragt wurde.

Beide Maßnahmen werden aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ gefördert. Die Förderquote beträgt 75 Prozent. Damit bildet die Bundesförderung eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung der beiden Maßnahmen.

JenaMedia – Veranstaltungstipp:

35 Jahre Mutabor – Alle Farben 14.11. im Kassa Jena

35 Jahre Mutabor - Alle Farben 14.11. im Kassa Jena. Foto: WS-Banner Kassa Jena
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Umsetzung des Rückbaus ist für 2027 vorgesehen

Nach dem Beschluss des Jenaer Stadtrats können die weiteren Planungen beauftragt werden. Als nächster Schritt sollen die Rückbau- und Freiraumplanung erarbeitet werden. Anschließend ist die Ausschreibung der Bauleistungen vorgesehen.

Die eigentliche Umsetzung des Projekts ist für das Jahr 2027 geplant. Damit folgt auf den politischen Beschluss zunächst die planerische Vorbereitung, bevor die Bauleistungen ausgeschrieben und anschließend umgesetzt werden können.

Weitere Projekte an der Saale

Der geplante Rückbau in Lobeda steht zudem im Umfeld bereits umgesetzter Maßnahmen. In den vergangenen Jahren wurden in unmittelbarer Nähe ähnliche Projekte realisiert.

Nach dem Rückbau einer ehemaligen Fußgängerbrücke und eines Gartengrundstücks entstanden naturnahe Aufenthaltsbereiche an der Saale. Diese Bereiche werden heute von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt.

Mit dem Projekt „Im Wehrigt-Süd“ soll nun eine weitere Fläche im Umfeld ökologisch aufgewertet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei der Rückbau der 38 Garagen, die Entsiegelung der Zufahrten und die anschließende Renaturierung. Die geplante Grünfläche soll Regenwasser aufnehmen und versickern lassen, bestehende Naturflächen ergänzen sowie zum Hochwasser- und Hitzeschutz in Jena beitragen.

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