Inklusion in Jena :„Einfach Wege gehen“ – Neue Website macht Freizeitangebote in Jena zugänglicher
Wie sieht es in einem Jugendzentrum aus? Welche Freizeitangebote gibt es und kann man einfach vorbeikommen? Eine neue Website soll jungen Menschen mit und ohne Behinderung die Orientierung erleichtern. Unter einfach-jena.de präsentiert das gemeinsame Inklusionsprojekt der SBW Lebenshilfe Jena und der Stadt Jena Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Verständliche Texte, anschauliche Symbole und professionell produzierte Videos geben Einblicke in die Angebote und Räumlichkeiten. Die Ergebnisse des Projekts „Einfach Wege gehen“ wurden am Donnerstag, 5. November 2026, im Jugendzentrum Westside vorgestellt.
Inklusion in Jena: Die digitale Plattform richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die sich vor einem Besuch über die jeweiligen Einrichtungen informieren möchten. Sie soll Informationsbarrieren abbauen und dazu beitragen, dass junge Menschen mit Behinderung Freizeitangebote selbstständiger auswählen und nutzen können.
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Neue Website zeigt Jugendeinrichtungen in Jena
Ein Besuch in einer bislang unbekannten Einrichtung kann mit vielen Fragen verbunden sein. Wie sehen die Räume aus? Welche Menschen arbeiten dort? Was kann ich dort unternehmen? Und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?
Für Kinder und Jugendliche mit Behinderung können fehlende oder schwer verständliche Informationen eine zusätzliche Hürde darstellen. Unsicherheit entsteht häufig bereits vor dem eigentlichen Besuch. Genau an diesem Punkt setzt das Projekt „Einfach Wege gehen“ an.
Die Website stellt Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit im gesamten Jenaer Stadtgebiet vor. Die Informationen sind in leicht verständlichen Texten aufbereitet und werden durch anschauliche Symbole ergänzt. Außerdem finden Interessierte Angaben zur Zugänglichkeit der jeweiligen Einrichtungen.
Damit erhalten junge Menschen die Möglichkeit, sich bereits vorab ein Bild von den unterschiedlichen Freizeitangeboten zu machen. Sie können sich über die Einrichtungen informieren und besser einschätzen, welche Angebote für ihre persönlichen Interessen und Bedürfnisse infrage kommen.
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Videos, Leichte Sprache und Gebärdensprache erleichtern den Zugang
Ein zentraler Bestandteil der neuen Plattform sind professionell produzierte Kurzfilme. Sie zeigen die Räumlichkeiten, stellen die Menschen vor Ort vor und vermitteln Einblicke in die unterschiedlichen Angebote der Jugendeinrichtungen.
Die Videos ergänzen die schriftlichen Informationen durch visuelle Eindrücke. Dadurch können sich Interessierte bereits vor einem ersten Besuch mit den jeweiligen Orten vertraut machen. Gerade für junge Menschen, die unsicher sind, was sie in einer bislang unbekannten Einrichtung erwartet, bieten die Filme eine zusätzliche Orientierung.
Bei der Gestaltung wurde darauf geachtet, unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse zu berücksichtigen. Die Verwendung Leichter Sprache und die Übersetzung in Gebärdensprache sollen dafür sorgen, dass die Inhalte möglichst vielen Menschen zugänglich sind.
Die Kombination aus Texten, Symbolen und Filmen schafft verschiedene Möglichkeiten, sich mit den Angeboten auseinanderzusetzen. Nutzer können selbst entscheiden, welche Informationen sie benötigen und auf welche Weise sie sich mit einer Einrichtung vertraut machen möchten.
Stadt sieht Inklusion in Jena als Voraussetzung für selbstbestimmte Freizeit
Die Bedeutung des Projekts für die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen unterstrich Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Klima und Zuwanderung der Stadt Jena.
„Junge Menschen mit Behinderung haben genauso wie alle anderen das Recht, ihre Freizeit selbstbestimmt zu gestalten, Neues auszuprobieren und Gemeinschaft zu erleben. Dafür müssen sie wissen, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Mit ›Einfach Wege gehen‹ bauen wir Informationsbarrieren ab und schaffen mehr Sicherheit und Selbstständigkeit. Das ist ein wichtiger Beitrag zu einer Stadt, in der Teilhabe selbstverständlich ist“, betonte Lützkendorf.
Auch Johannes Schleußner, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Sport, begrüßte die gemeinsame Plattform. Jena verfüge über eine Vielzahl von Jugendeinrichtungen mit unterschiedlichen Angeboten. Durch die Website werde diese Vielfalt nun an einer zentralen Stelle sichtbar.
Besonders die Filme könnten dazu beitragen, Interesse an bislang unbekannten Einrichtungen zu wecken. Sie zeigen nach Einschätzung Schleußners, wie die Jugendarbeit in Jena gestaltet ist, und erleichtern jungen Menschen den Zugang zu neuen Freizeitorten.

Menschen mit Behinderung wirkten an der Entwicklung mit
Ein wesentlicher Bestandteil von „Einfach Wege gehen“ war die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderung. Sie wurden nicht nur als spätere Nutzer der Website betrachtet, sondern waren unmittelbar in die Projektarbeit eingebunden.
Gemeinsam besuchten die Beteiligten verschiedene Einrichtungen, lernten deren Angebote kennen und prüften die vorhandenen Zugangsmöglichkeiten. Dabei ging es ausdrücklich nicht um eine pauschale Einteilung in barrierefreie und nicht barrierefreie Einrichtungen.
Stattdessen sollten die konkreten Möglichkeiten vor Ort sichtbar werden. Ebenso wurden mögliche Hindernisse benannt und Ideen entwickelt, wie Einrichtungen ihre Angebote inklusiver gestalten können.
Sabine Jahn, Geschäftsführerin der SBW Lebenshilfe Jena, betonte die Bedeutung dieser gemeinsamen Herangehensweise:
„Uns war wichtig, nicht einfach eine weitere Internetseite zu gestalten. Wir wollten gemeinsam mit den Menschen, die auf verständliche Informationen angewiesen sind, herausfinden, was sie wirklich brauchen. Oft sind es kleine Dinge, die einen großen Unterschied machen. Und manchmal hilft es schon sehr, vorher zu wissen, was einen an einem unbekannten Ort erwartet“, erklärte Jahn.
Die Beteiligung der Menschen mit Behinderung sollte damit sicherstellen, dass die Plattform tatsächliche Informationsbedürfnisse aufgreift. Die Erfahrungen aus den gemeinsamen Besuchen flossen in die Darstellung der Einrichtungen und ihrer Angebote ein.
Inklusionsprojekt entwickelte sich aus einer Freizeitlandkarte für Lobeda
„Einfach Wege gehen“ ist keine vollständig neue Initiative. Die Ursprünge des Projekts reichen bis in die Jahre 2018 bis 2021 zurück. Damals entstand mit Unterstützung der Aktion Mensch eine barrierearme Freizeit- und Bildungslandkarte für den Stadtteil Lobeda.
Die Erfahrungen aus dieser ersten Projektphase bildeten die Grundlage für die Weiterentwicklung. Während das ursprüngliche Angebot auf Lobeda ausgerichtet war, wurde das Projekt 2026 auf die offene Kinder- und Jugendarbeit im gesamten Stadtgebiet ausgeweitet.
Die Stadt Jena unterstützte und finanzierte die Erweiterung. Neben dem Ausbau der Website gehörten auch die Sensibilisierung der beteiligten Einrichtungen und der gemeinsame Austausch zu den Projektzielen.
Darüber hinaus ging es um praktische Anregungen für eine inklusivere Gestaltung der Freizeitangebote. Die Einrichtungen sollten dafür sensibilisiert werden, welche Bedeutung verständliche Informationen und nachvollziehbare Angaben zur Zugänglichkeit für die Teilnahme junger Menschen haben.

Website soll langfristig zur Teilhabe in Jena beitragen
Mit der Vorstellung der Projektergebnisse im Jugendzentrum Westside am 5. November 2026 wurde ein weiterer Abschnitt von „Einfach Wege gehen“ abgeschlossen. Die entstandene Website und die gesammelten Erfahrungen sollen jedoch langfristig genutzt werden.
Eine mögliche Weiterentwicklung ist bereits im Gespräch: Perspektivisch könnte die Plattform auch auf andere Lebensbereiche ausgeweitet werden.
Im Mittelpunkt steht weiterhin das Ziel, Menschen durch verständliche Informationen den Zugang zu bestehenden Angeboten zu erleichtern. Das Projekt zeigt dabei, dass Inklusion in Jena nicht allein von baulichen Voraussetzungen abhängt. Auch die Frage, ob Menschen wissen, was sie an einem Ort erwartet und welche Möglichkeiten ihnen dort offenstehen, spielt eine wichtige Rolle.
Die neue Plattform bietet jungen Menschen in Jena eine zentrale Anlaufstelle, um Jugendeinrichtungen kennenzulernen und sich über deren Freizeitangebote zu informieren.
Weitere Informationen, Einblicke in die Einrichtungen und die entstandenen Videos gibt es auf der Projektwebsite:
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