Geburtenknick 2025 in Jena erreicht historischen Tiefstand
Die Zahl der Geburten in Jena ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit den frühen 1990er-Jahren gesunken. Nach vorläufigen Angaben wurden bis zum Stichtag 2. Februar 2026 insgesamt 647 Kinder geboren. Davon waren 328 Jungen und 319 Mädchen. Der deutliche Rückgang wirkt sich unmittelbar auf die Vornamenstatistik aus. Bereits sieben Vergaben eines einzelnen Namens reichten aus, um sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen den ersten Platz der beliebtesten Vornamen zu erreichen.
Die Entwicklung verdeutlicht den Zusammenhang zwischen sinkenden Geburtenzahlen und einer zunehmenden Vielfalt bei der Namenswahl. Während in früheren Jahren zweistellige Vergabezahlen notwendig waren, um die Spitzenposition zu erreichen, genügt inzwischen eine deutlich geringere Anzahl identischer Vornamen. Gleichzeitig entscheiden sich Eltern häufiger für individuelle Namensgebungen, wodurch sich die Verteilung der Vornamen auf immer mehr unterschiedliche Varianten verteilt.
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Große Vielfalt bei den vergebenen Vornamen
Die insgesamt 647 Neugeborenen erhielten 438 verschiedene Vornamen. Diese hohe Zahl unterstreicht den Trend zu einer sehr individuellen Namenswahl.
Besonders deutlich wird dies daran, dass 170 Mädchennamen und 146 Jungennamen im gesamten Jahr lediglich ein einziges Mal vergeben wurden. Ein erheblicher Teil der vergebenen Namen taucht damit nur einmal in der Jahresstatistik auf.
Auch die Vergabe mehrerer Vornamen zeigt ein differenziertes Bild. Insgesamt erhielten 179 Mädchen und 193 Jungen jeweils einen einzelnen Vornamen. Für 127 Mädchen und 120 Jungen entschieden sich die Eltern für zwei Vornamen. Drei oder mehr Vornamen blieben dagegen selten. Diese Kombination wurde bei lediglich 13 Mädchen und 15 Jungen registriert.
Für die statistische Auswertung wurden Doppelnamen nach ihrem ersten Namensbestandteil erfasst. Unterschiedliche Schreibweisen eines Namens wurden zusammengefasst. Bei mehreren Vornamen floss jeweils der erste Vorname in die Rangliste ein.
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Emma behauptet die Spitzenposition bei den Mädchen
Bei den Mädchen verteidigte Emma den ersten Platz aus dem Vorjahr. Sieben Vergaben genügten, um erneut die Spitze der Jahresstatistik zu erreichen.
Den zweiten Platz belegt Mathilda beziehungsweise Matilda mit sechs Vergaben. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Name um einen Rang verbessern.
Den dritten Platz teilen sich Charlotte, Clara beziehungsweise Klara, Ella, Emilia, Lea sowie Thilda beziehungsweise Tilda. Jeder dieser Namen wurde fünfmal als erster Vorname vergeben.
Ein zusätzlicher Blick auf weitere Vornamen zeigt interessante Unterschiede zwischen Erst- und Zweitnamen. Clara beziehungsweise Klara wurde zusätzlich viermal als zweiter oder weiterer Vorname vergeben. Johanna erschien zwar lediglich dreimal als erster Vorname, wurde jedoch ebenfalls viermal als weiterer Vorname gewählt.
Bereits seit dem Jahr 2024 reichen in Jena einstellige Vergabezahlen für den Spitzenplatz aus. Diese Entwicklung steht in direktem Zusammenhang mit den sinkenden Geburtenzahlen. Im Vergleich dazu erreichte Anna im geburtenstarken Jahr 1999 mit 19 Vergaben noch den ersten Platz der Jahresstatistik.
Arthur führt erstmals die Rangliste der Jungennamen an
Bei den Jungen setzte sich Arthur mit sieben Vergaben erstmals an die Spitze der beliebtesten Vornamen in Jena. Damit genügte einem Jungennamen erstmals eine so geringe Zahl an Nennungen für den ersten Platz.
Arthur verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich. 2024 belegte der Name noch Rang vier. Zwei zusätzliche Vergaben reichten aus, um im Jahr 2025 die Spitzenposition zu übernehmen.
Den zweiten Platz teilen sich Karl sowie Mateo, Matteo und Mattheo mit jeweils sechs Vergaben. Auf Rang drei folgen Adam, Jonathan und Theodor mit jeweils fünf Vergaben.
Eine auffällige Veränderung zeigt sich beim Vorjahressieger Bruno. Nachdem der Name 2024 mit acht Vergaben an der Spitze stand, wurde er 2025 weniger als dreimal vergeben und gehört damit nicht mehr zu den führenden Vornamen der Jahresstatistik.

Langfristige Ranglisten spiegeln frühere Geburtenjahrgänge wider
Während sich die Jahresstatistik aufgrund der geringen Geburtenzahlen zunehmend dynamisch entwickelt, zeigen die langfristigen Ranglisten ein anderes Bild. Sie werden weiterhin von Namen geprägt, die in geburtenstärkeren Jahren besonders häufig vergeben wurden.
Bei den Mädchen führt seit Beginn der Erhebung im Jahr 1993 weiterhin Anna mit insgesamt 99 Vergaben und sieben ersten Plätzen die Allzeitstatistik an. Dahinter folgen Hanna beziehungsweise Hannah sowie Clara beziehungsweise Klara. Von diesen drei Namen gehörte im Jahr 2025 lediglich Clara beziehungsweise Klara erneut zu den meistvergebenen Vornamen.
Auch bei den Jungen dominieren Namen, die über viele Jahre hinweg regelmäßig hohe Vergabezahlen erreichten. Seit 2007 stehen Paul, Lucas beziehungsweise Lukas sowie Maksymilian beziehungsweise Maximilian unverändert an der Spitze der langfristigen Rangliste.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung am Beispiel von Paul. Der Name erreichte seit Beginn der Erhebung insgesamt 83 Vergaben und belegte sechsmal den ersten Platz der Jahresstatistik. Im Durchschnitt wurde Paul in den vergangenen 33 Jahren rund 9,5-mal pro Jahr vergeben. Dieser Wert liegt deutlich über den sieben Vergaben, die Arthur im Jahr 2025 für den ersten Platz ausreichten.
Geburtenrückgang verändert die Aussagekraft der Vornamenstatistik
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie eng die Entwicklung der Vornamenstatistik mit der Zahl der Geburten verbunden ist. Sinkende Geburtenzahlen führen dazu, dass bereits wenige identische Namensvergaben ausreichen, um die Spitzenposition einer Jahresstatistik zu erreichen.
Gleichzeitig nimmt die Vielfalt der vergebenen Vornamen weiter zu. Mit 438 unterschiedlichen Vornamen bei 647 Neugeborenen zeigt sich eine breite Streuung der Namenswahl. Ein erheblicher Teil der vergebenen Namen wurde im gesamten Jahr nur einmal registriert. Dadurch verteilen sich die Geburten auf eine große Zahl verschiedener Vornamen, wodurch klassische Spitzenwerte früherer Jahrzehnte kaum noch erreichbar sind.
Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich von den 1990er- und 2000er-Jahren, als wesentlich höhere Geburtenzahlen regelmäßig zu deutlich größeren Vergabezahlen der beliebtesten Namen führten. Damals konnten einzelne Vornamen zweistellige Werte erreichen und sich über mehrere Jahre an der Spitze behaupten.

Individualität prägt die Namenswahl der Eltern
Neben den sinkenden Geburtenzahlen zeigt die Statistik einen anhaltenden Trend zu individuellen Entscheidungen bei der Namensvergabe. Die große Zahl unterschiedlicher Vornamen und die hohe Anzahl einmalig vergebener Namen sprechen dafür, dass Eltern verstärkt persönliche Präferenzen berücksichtigen und sich seltener auf wenige besonders verbreitete Vornamen konzentrieren.
Auch die Vergabe mehrerer Vornamen bleibt ein fester Bestandteil der Namenswahl. Fast zwei Fünftel der Neugeborenen erhielten zwei Vornamen. Drei oder mehr Vornamen wurden dagegen weiterhin vergleichsweise selten vergeben.
Ausblick und Wandel
Die vorläufigen Zahlen für das Geburtenjahr 2025 verdeutlichen einen historischen Tiefstand bei den Geburten in Jena und dokumentieren zugleich eine außergewöhnlich hohe Vielfalt bei den vergebenen Vornamen. Die Kombination aus rückläufigen Geburtenzahlen und einer breiten individuellen Namenswahl verändert die jährlichen Ranglisten spürbar.
Sollte sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen, ist damit zu rechnen, dass bereits sehr geringe Vergabezahlen für Spitzenplätze ausreichen und die Ranglisten von Jahr zu Jahr stärker wechseln. Gleichzeitig behalten die langfristigen Allzeitstatistiken ihre Aussagekraft, da sie die Entwicklung über mehrere Jahrzehnte hinweg abbilden und die geburtenstärkeren Jahrgänge weiterhin deutlich widerspiegeln.
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