Jugendliche bringen mit dem CERV-Projekt europäische Perspektiven ins Jenaer Rathaus
Drei Jugendliche des Christlichen Gymnasiums Jena haben Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche die Ergebnisse eines europäischen Bürgerprojekts vorgestellt. Im Mittelpunkt standen Impulse zu Demokratie, Migration, europäischer Identität und Geschlechtergleichstellung, die die Schülerinnen im Rahmen des CERV-Projekts Jena erarbeitet haben.
Hintergrund: Das CERV-Projekt “BÜRGER – Europäische Perspektiven”
Das europäische CERV-Projekt trägt den Titel „BÜRGER – Europäische Perspektiven: Bürger gestalten die Zukunft“. Es geht der Frage nach, wie Bürgerinnen und Bürger die Demokratie in Europa wahrnehmen und was es braucht, damit sich Menschen stärker beteiligen und Europa als gemeinsame Gemeinschaft erleben. Beteiligt sind Partner aus Jena sowie aus Timișoara in Rumänien, Izola in Slowenien, Kifissia in Griechenland und Brovary in der Ukraine.
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Befragung und Impulspapiere aus Jena
Auch in Jena wurden Bürgerinnen und Bürger nach ihren Einschätzungen und Erwartungen an Demokratie und Europa befragt. Auf dieser Grundlage haben die Schülerinnen des Christlichen Gymnasiums Impulspapiere mit Empfehlungen zu den Themen Migration, Demokratie, europäische Identität und Geschlechtergleichstellung erarbeitet.
Vorstellung im Rathaus
Gemeinsam mit ihrem Lehrer Pascual Moderegger und Dr. Oliver Thümer vom Verein Recht in Europa stellten die Schülerinnen die Ergebnisse Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche vor.
Bedeutung für Demokratie und Beteiligung
Die Impulse zeigen unter anderem, wie wichtig politische Bildung, verständliche Informationen und echte Möglichkeiten zur Beteiligung sind, damit insbesondere junge Menschen Vertrauen in demokratische Prozesse entwickeln. Auch der europäische Austausch spielt eine wichtige Rolle: Unterschiedliche Perspektiven aus den beteiligten Ländern können dazu beitragen, Gemeinsamkeiten zu erkennen, voneinander zu lernen und die europäische Identität zu stärken.

Reaktion des Oberbürgermeisters
Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche begrüßt das Engagement der Zwölftklässlerinnen: „Europa und die Demokratie leben davon, dass Menschen sich einmischen und ihre Perspektiven einbringen. Besonders freue ich mich, wenn junge Menschen nicht nur über Politik diskutieren, sondern konkrete Ideen entwickeln und mit Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen. Genau das ist gelebte Demokratie.“
Ausblick
Das CERV-Projekt wird im weiteren Verlauf den Austausch zwischen den beteiligten Städten und Bürgerinnen und Bürgern fortsetzen. Die Ergebnisse und Empfehlungen aus den Befragungen und Impulspapieren sollen dabei in die weitere Diskussion über die Zukunft der Demokratie und Europas einfließen.
CERV – Europas Programm für Demokratie, Rechte und Werte gewinnt an Bedeutung
Die Europäische Union stärkt mit dem Förderprogramm CERV – Citizens, Equality, Rights and Values seit 2021 gezielt jene Bereiche, die für eine offene und demokratische Gesellschaft unverzichtbar sind: Grundrechte, Gleichstellung, Bürgerbeteiligung und der Schutz vor Gewalt. Mit einem Gesamtbudget von mehreren Milliarden Euro bis 2027 ist CERV das größte EU‑Programm dieser Art – und für Kommunen, Vereine, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Initiativen eine zentrale Förderquelle.
Im Mittelpunkt stehen vier Themenfelder: der Schutz der europäischen Werte und der Rechtsstaatlichkeit, die Förderung von Gleichstellung und Antidiskriminierung, die Stärkung demokratischer Teilhabe sowie das Daphne‑Programm zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt. Unterstützt werden Projekte, die demokratische Prozesse stärken, gesellschaftliche Vielfalt sichtbar machen, Erinnerungskultur pflegen oder Menschen vor Gewalt schützen.
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Für Deutschland – und auch für Thüringen – ist CERV längst ein wichtiger Motor für gesellschaftliche Entwicklung. Zahlreiche Initiativen aus Kommunen, Hochschulen und Vereinen nutzen die Förderung, um lokale Demokratieprojekte umzusetzen, Präventionsarbeit zu leisten oder neue Formen der Bürgerbeteiligung zu entwickeln. Die nationale Kontaktstelle unterstützt Antragsteller bei der Partnersuche und der Einreichung von Projekten.
Mit CERV setzt die EU ein deutliches Zeichen: Demokratie, Menschenrechte und Gleichstellung sind keine Selbstverständlichkeit, sondern Aufgaben, die aktiv gestaltet und geschützt werden müssen. Das Programm bietet dafür die finanziellen Mittel – und eröffnet engagierten Akteuren die Chance, ihre Ideen europaweit sichtbar zu machen.
Weiterführende Infos und Links
Hintergründe zum Projekt und die Impulspapiere
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