Schwimmparadies Jena zieht nach zehn Monaten positive Bilanz zum Einsatz künstlicher Intelligenz

Rund zehn Monate nach der Einführung einer KI-gestützten Unterstützung für die Wasseraufsicht zieht das Schwimmparadies Jena eine erste positive Zwischenbilanz. Seit Anfang Oktober des vergangenen Jahres unterstützt das System die Mitarbeitenden bei der Überwachung der Sportschwimmhalle und trägt dazu bei, Notfälle schneller zu erkennen. Nach Angaben der Jenaer Bäder hat sich die neue Technik im täglichen Betrieb bewährt und ergänzt die Arbeit des Aufsichtspersonals.

Mit der Einführung der Technologie gehört das Schwimmparadies Jena zu den Vorreitern in Thüringen. Als erstes Bad im Freistaat setzt die Einrichtung auf ein KI-gestütztes Sicherheitssystem, das Bewegungen im Wasser analysiert und das Aufsichtspersonal bei möglichen Gefahrensituationen unmittelbar informiert. Ziel ist es, die Sicherheit der Badegäste weiter zu erhöhen und gleichzeitig die Reaktionszeiten im Ernstfall zu verkürzen.

„Der Einsatz der KI-Unterstützung im Schwimmparadies hat sich bewährt“, erklärt Bernhard Dengel, Geschäftsführer der Jenaer Bäder. „Die Sicherheit unserer Badegäste hat für uns oberste Priorität. Mit dem neuen System setzen wir auf moderne Technik, die unser Personal unterstützt, ohne es zu ersetzen. So gewinnen wir wertvolle Zeit im Notfall.“

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KI ergänzt die Arbeit der Schwimmmeister

Im Mittelpunkt des Systems steht die Unterstützung der Schwimmmeisterinnen und Schwimmmeister bei ihrer verantwortungsvollen Aufsichtstätigkeit. Seit der Einführung gehört eine Smartwatch zur Standardausrüstung des Personals. Während handelsübliche Smartwatches häufig Gesundheitsdaten erfassen, übernimmt sie im Schwimmparadies eine andere Aufgabe.

Die Uhr empfängt in Echtzeit Warnmeldungen des KI-Systems und informiert die Aufsichtskräfte darüber, wenn sich im Becken eine möglicherweise kritische Situation entwickelt. Dadurch können die Mitarbeitenden unmittelbar reagieren und den angezeigten Bereich gezielt kontrollieren.

Die technische Unterstützung ersetzt die menschliche Aufsicht ausdrücklich nicht. Vielmehr dient sie als zusätzliches Sicherheitsinstrument, das die Aufmerksamkeit des Personals ergänzt und im Ernstfall wertvolle Sekunden gewinnen kann.

Zwölf Kameras analysieren ausschließlich Bewegungen

Grundlage der Technik ist das KI-System Lynxight, das mit zwölf Kameras über den Becken der Sportschwimmhalle arbeitet. Anders als klassische Videoüberwachung zeichnet das System keine identifizierbaren Bilder von Badegästen auf.

Stattdessen erkennt die Software ausschließlich Bewegungen und Positionen der Personen im Wasser. Diese erscheinen innerhalb des Systems lediglich als anonymisierte Punkte. Erkennt die künstliche Intelligenz, dass sich ein Punkt über einen ungewöhnlich langen Zeitraum nicht bewegt oder sich dauerhaft unter der Wasseroberfläche befindet, wird automatisch eine Warnung an die Smartwatch der Aufsichtskraft gesendet.

Dadurch kann das Personal den entsprechenden Bereich unverzüglich überprüfen und bei Bedarf Rettungsmaßnahmen einleiten.

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Datenschutz wurde vor Einführung umfassend geprüft

Vor der Inbetriebnahme wurde das System nach Angaben der Jenaer Bäder umfangreich geprüft. Neben dem KI-Gremium der Stadtwerke Jena war auch der Datenschutzbeauftragte in den Auswahl- und Bewertungsprozess eingebunden.

Die Videodaten werden lokal gespeichert und nach 48 Stunden gelöscht. Lediglich ausgewählte technische Informationen werden an den Systemanbieter übermittelt. Eine Gesichtserkennung oder personenbezogene Auswertung findet nicht statt.

Bernhard Dengel betont: „Vor der Anschaffung haben wir das System durch das KI-Gremium und den Datenschutzbeauftragten der Stadtwerke Jena sorgfältig prüfen lassen. Damit stellen wir sicher, dass die hohen Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit erfüllt werden.“

Erfahrungen aus anderen Städten bestätigen den Nutzen

KI-gestützte Systeme zur Wasseraufsicht kommen bereits in mehreren deutschen Schwimmbädern zum Einsatz. Einrichtungen unter anderem in Köln, Wiesbaden und Karlsruhe nutzen vergleichbare Technologien, um das Aufsichtspersonal zu unterstützen.

Die Systeme können mehrere Schwimmer gleichzeitig überwachen, Bereiche erfassen, die aus bestimmten Blickwinkeln nur eingeschränkt einsehbar sind, und sowohl Bewegungen über als auch unter der Wasseroberfläche analysieren. Dadurch lassen sich potenzielle Gefahrensituationen schneller erkennen.

Die Erfahrungen aus diesen Bädern waren ein wichtiger Anhaltspunkt für die Einführung der Technologie in Jena.

Innovativ. KI im Schwimmparadies Jena erhöht Sicherheit. Foto: Illustration via KI
Innovativ. KI im Schwimmparadies Jena erhöht Sicherheit. Foto: Illustration via KI

Erstes Bad in Thüringen mit KI-Unterstützung

Mit der Einführung des Systems nimmt das Schwimmparadies Jena innerhalb Thüringens eine Vorreiterrolle ein. Nach den bisherigen Erfahrungen sehen die Jenaer Bäder die Technik als sinnvolle Ergänzung der bestehenden Sicherheitsmaßnahmen.

Sollte sich das System dauerhaft bewähren, planen die Jenaer Bäder, die Technologie künftig auch im Freizeitbad GalaxSea sowie in den Freibädern einzusetzen. Eine endgültige Entscheidung soll auf Grundlage der praktischen Erfahrungen im Schwimmparadies getroffen werden.

So arbeitet das KI-System im Schwimmparadies Jena

Das Sicherheitssystem basiert auf mehreren miteinander vernetzten Komponenten:

  • Zwölf Kameras erfassen Bewegungen und Positionen im Becken.
  • Personen werden ausschließlich als anonymisierte Punkte dargestellt.
  • Eine Gesichtserkennung oder personenbezogene Bildauswertung erfolgt nicht.
  • Erkennt das System ungewöhnlich lange Bewegungslosigkeit oder dauerhaftes Untertauchen, wird automatisch eine Warnung ausgelöst.
  • Die Meldung erreicht die Smartwatch des Aufsichtspersonals in Echtzeit.
  • Die Mitarbeitenden können dadurch schneller den betroffenen Bereich erreichen und die Situation überprüfen.

Moderne Technik als Ergänzung der Wasseraufsicht

Die erste Bilanz nach zehn Monaten zeigt, dass sich der Einsatz künstlicher Intelligenz im Schwimmparadies Jena in den täglichen Betriebsablauf integriert hat. Die Technologie unterstützt das Aufsichtspersonal bei der Überwachung des Badebetriebs, ohne dessen Verantwortung zu übernehmen.

Mit der Kombination aus geschultem Personal und digitaler Assistenz verfolgen die Jenaer Bäder das Ziel, die Sicherheit der Badegäste kontinuierlich weiterzuentwickeln und technische Möglichkeiten dort einzusetzen, wo sie den Menschen sinnvoll unterstützen können.

Weitere Informationen: https://www.jenaer-baeder.de/
Informationen zum KI-System Lynxight: https://www.lynxight.com/

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