LUMINA: Jena bringt Projekt gegen Einsamkeit in europäischen Austausch ein
Wie Städte ein aktives, selbstbestimmtes und würdevolles Altern fördern können, stand im Mittelpunkt der europäischen Konferenz LUMINA (Linking Urban Municipalities In New Ageing) in Pavia. Eine Delegation aus Jena stellte dort das Projekt „Gemeinschaft auf Rezept“ vor und tauschte sich mit Vertretern aus sieben europäischen Kommunen über Ansätze für mehr Teilhabe und Lebensqualität im Alter aus.
An der Konferenz in der italienischen Projektpartnerstadt Pavia nahmen Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima, Heike Eisenhauer, Leiterin des Begegnungszentrums Jena e. V., Sozialplaner Daniel Meier und Valerii Shkuropat, Referent für Internationale Beziehungen, teil.
Die Vertreter der sieben Kommunen teilten ihre Erfahrungen und stellten Projekte vor, mit denen sie auf den demografischen Wandel reagieren. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, die Selbstständigkeit älterer Menschen zu stärken, ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und ihre Lebensqualität zu erhalten.
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Jena stellt „Gemeinschaft auf Rezept“ vor
Auf reges Interesse stieß die Vorstellung des Jenaer Projekts „Gemeinschaft auf Rezept“. Die Stadt fördert damit die soziale Teilhabe älterer Menschen und wirkt Einsamkeit entgegen. Das Konzept setzt auf die Zusammenarbeit mit Arztpraxen: Ärztinnen und Ärzte können älteren Patientinnen und Patienten mit Unterstützungsbedarf ein sogenanntes „Rezept für Gemeinschaft“ ausstellen.
Das Rezept eröffnet den Zugang zur agathe-Fachberatung. Dort erhalten die Betroffenen eine individuelle Beratung zu Begegnungs-, Freizeit- und Unterstützungsangeboten in Jena. Darüber hinaus unterstützt die Fachberatung bei der Beantragung von Sozial- und Pflegeleistungen.
Die Vermittlung über Hausärztinnen und Hausärzte soll auch ältere Menschen erreichen, die mit kommunalen Angeboten sonst nur schwer in Kontakt kommen. Damit nutzt das Projekt einen Zugang, über den Menschen mit Unterstützungsbedarf direkt angesprochen werden können.
Sozialdezernentin Kathleen Lützkendorf betonte die Bedeutung des europäischen Austauschs: „Der europäische Austausch bietet eine wertvolle Gelegenheit, voneinander zu lernen und neue Perspektiven für ein gutes, selbstbestimmtes und aktives Älterwerden in unseren Städten zu entwickeln. Jena geht dabei mit den vielfältigen Angeboten der Altenhilfeplanung sowie innovativen Projekten wie ›Gemeinschaft auf Rezept‹ bereits voran.“

Grand Poitiers verbindet Senioren mit einer eigenen Radtour
Ein weiteres Beispiel für neue Ansätze in der Altenhilfe stellte die EC2U-Partnerkommune Grand Poitiers aus Frankreich vor. Dort wurde die Tour de France zum Vorbild für die „Tour des résidences“.
Bei diesem Konzept absolvieren Seniorinnen und Senioren aus verschiedenen Altenpflegeeinrichtungen der Region eine eigene kleine Tour von Einrichtung zu Einrichtung. Dafür kommen spezielle Rikscha-Dreiräder, sogenannte Triporteurs, und angepasste Bewegungstrainer zum Einsatz.
Ergänzt wird das Angebot durch virtuelle Etappen-Herausforderungen. Bewohnerinnen und Bewohner, Pflegekräfte und Angehörige können dabei gemeinsam symbolisch die Kilometer-Distanzen der Profi-Radrennen nachvollziehen. Das Projekt verbindet Bewegung mit gemeinschaftlicher Aktivität und bezieht unterschiedliche Gruppen aus den Einrichtungen ein.
JenaMedia – Veranstaltungstpp:
Schattentanz Friday 13th Edition Rosenkeller Jena 13.11.
Jena unterzeichnet Vereinbarung für das LUMINA-Projekt
Während der Konferenz in Pavia unterzeichnete Kathleen Lützkendorf für die Stadt Jena ein „Memorandum of Understanding“. Die Vereinbarung regelt die gemeinsamen Ziele des europäischen Projekts.
Die sieben Partnerkommunen stellen ihre gesammelten Projekte in einem gemeinsamen Projekthandbuch zusammen. Es soll die Übertragung erfolgreicher Konzepte auf andere Kommunen erleichtern. Die Erfahrungen und Ansätze aus den beteiligten Städten werden damit für die weitere kommunale Arbeit zugänglich gemacht.

Stadt Jena prüft Übertragung auf lokale Bedingungen
Jena untersucht derzeit, welche der vorgestellten Ideen und Projekte sich auf die örtlichen Rahmenbedingungen übertragen lassen und in die kommunale Arbeit integriert werden können. Dabei sollen das Netzwerk der Altenhilfe und der Kommunale Seniorenbeirat der Stadt Jena einbezogen werden.
Der Austausch im Rahmen von LUMINA liefert dafür Beispiele aus sieben europäischen Kommunen. Neben dem Jenaer Projekt „Gemeinschaft auf Rezept“ gehört dazu auch der Ansatz aus Grand Poitiers, der Bewegung und gemeinschaftliche Aktivitäten in Altenpflegeeinrichtungen miteinander verbindet.
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