Neuer Masterstudiengang in Jena startet zum Wintersemester 2026/27: Interdisziplinärer Umweltstudiengang mit internationaler Ausrichtung
An der Friedrich-Schiller-Universität Jena startet zum Wintersemester 2026/27 der neue englischsprachige Masterstudiengang „Biogeoscience of the Anthropocene“. Das Programm verbindet Geowissenschaften, Biologie, Chemie und Datenwissenschaften und richtet sich an Absolventinnen und Absolventen natur- und umweltwissenschaftlicher Fächer. Bewerbungen sind seit dem 1. April 2026 möglich.
Ziel des Studiengangs ist es, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf Umweltprozesse systematisch zu analysieren und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze zu entwickeln.
Interdisziplinärer Ansatz im Fokus moderner Umweltforschung
Der Masterstudiengang ist auf vier Semester angelegt und umfasst 120 ECTS-Punkte. Die Lehrsprache ist Englisch, wodurch sich das Angebot sowohl an internationale Studierende als auch an deutsche Bewerberinnen und Bewerber mit globaler Perspektive richtet.
Inhaltlich verbindet das Programm verschiedene Disziplinen der Umweltforschung. Studierende lernen, komplexe ökologische und geochemische Prozesse experimentell, analytisch und datenbasiert zu untersuchen. Dabei kommen moderne Methoden der Modellierung, Datenauswertung und Laboranalyse zum Einsatz.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Wechselwirkungen zwischen biologischen, chemischen und physikalischen Prozessen im Erdsystem.
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Die „kritische Zone“ als zentrales Forschungsfeld
Im Mittelpunkt des Studiengangs steht die sogenannte „kritische Zone“. Diese umfasst den obersten Bereich der Erdkruste, einschließlich Böden, Grundwasser und der Aerationszone.
Dieser Bereich ist entscheidend für das Verständnis globaler Stoffkreisläufe und Umweltveränderungen. Hier wirken zahlreiche Prozesse zusammen, die durch menschliche Aktivitäten zunehmend beeinflusst werden.
Die Studierenden beschäftigen sich unter anderem mit den Auswirkungen von Landnutzungsänderungen, Urbanisierung und klimatischen Veränderungen. Auch die Rolle von Mikroorganismen in biogeochemischen Kreisläufen sowie deren Anpassungsfähigkeit an Umweltstressoren wird analysiert.
Darüber hinaus erwerben die Studierenden Kompetenzen in mathematischer Modellierung, etwa zur Beschreibung von Wasserströmungen und Stofftransporten. Diese Kenntnisse sind zentral, um Umweltprozesse quantitativ zu erfassen und Prognosen zu erstellen.
Praxisnahe Ausbildung durch Labor- und Geländepraktika
Ein wesentliches Merkmal des Studiengangs ist der hohe Praxisanteil. Bereits ab dem ersten Semester nehmen Studierende an Labor- und Geländepraktika teil.
Diese praxisorientierten Lehrformate vermitteln methodische Grundlagen zur Analyse komplexer Umweltprozesse. Studierende lernen, Daten zu erheben, auszuwerten und wissenschaftlich zu interpretieren.
Zudem bietet das Studium Möglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung. Dadurch können Studierende ihr Kompetenzprofil gezielt an persönliche Interessen und berufliche Ziele anpassen.
Der Studiengang qualifiziert Absolventinnen und Absolventen für ein breites Spektrum an Berufsfeldern. Dazu zählen Tätigkeiten in Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Behörden und internationalen Organisationen.
Mögliche Einsatzbereiche sind Umweltanalytik, Grundwasser- und Bodenschutz, Altlastensanierung sowie Ökosystemmanagement. Auch Tätigkeiten in Umweltbildung oder politiknaher Beratung sind denkbar.
Durch die interdisziplinäre Ausrichtung und die internationale Lehrsprache bietet der Studiengang eine solide Grundlage für Karrieren in einem globalen Arbeitsumfeld.

Vielfältige Karriereperspektiven in Wissenschaft und Praxis
Das Studienangebot richtet sich an Studieninteressierte mit einem Bachelorabschluss in einem geo- oder umweltwissenschaftlichen Fachgebiet. Erwartet werden zudem grundlegende Kenntnisse naturwissenschaftlicher Methoden sowie ein breites Interesse an Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.
Mit dem englischsprachigen Konzept möchte die Universität gezielt internationale Studierende ansprechen und zugleich deutschen Absolventinnen und Absolventen den Zugang zu global ausgerichteten Berufsfeldern erleichtern.
Prof. Dr. Kai Uwe Totsche, einer der Initiatoren des Studiengangs, erklärt: „Mit unserem neuen Studienangebot schaffen wir eine Plattform, die wissenschaftliche Exzellenz mit internationaler Ausrichtung verbindet und gezielt auf die Anforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vorbereitet.“
Studienfachberater Dr. Dirk Merten ergänzt: „Die Fokussierung auf die kritische Zone ermöglicht es, Umweltprozesse ganzheitlich zu betrachten. Dieser Ansatz ist entscheidend, um nachhaltige Lösungen für komplexe Umwelt- und Klimaprobleme zu entwickeln.“
Bedeutung für Wissenschaft und Region
Mit dem neuen Masterstudiengang stärkt die Friedrich-Schiller-Universität Jena ihr Profil im Bereich der interdisziplinären Umweltforschung. Gleichzeitig reagiert sie auf den wachsenden Bedarf an Fachkräften, die komplexe Umweltveränderungen analysieren und bewerten können.
Angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Biodiversitätsverlust gewinnt die Ausbildung entsprechender Expertinnen und Experten zunehmend an Bedeutung.
Der Studiengang leistet damit auch einen Beitrag zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region und stärkt den Hochschulstandort Jena im internationalen Wettbewerb.
Bewerbungsphase und Studienstart
Die Bewerbungsphase für den Masterstudiengang „Biogeoscience of the Anthropocene“ läuft seit dem 1. April 2026. Studienbeginn ist das Wintersemester 2026/27.
Interessierte können sich online über die Website der Friedrich-Schiller-Universität Jena bewerben und weitere Informationen zu Studieninhalten, Zulassungsvoraussetzungen und Ablauf abrufen.
Mit dem neuen Studienangebot setzt die Universität ein klares Signal für die Weiterentwicklung der Umweltwissenschaften und die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte im Bereich nachhaltiger Transformation.
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Info, UNI Jena | Fotos, Bernd Kohlhepp // Uni Jena | Veranstaltungen im Eventkalender


















