Planfeststellungsbeschluss für Ausbau der Osttangente in Jena liegt öffentlich aus
Für den geplanten vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße B 88 im Bereich der Jenaer Osttangente liegt seit dem 29. Juni 2026 der Planfeststellungsbeschluss des Thüringer Landesverwaltungsamtes vor. Die Behörde regelt damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das umfangreiche Verkehrsprojekt. Interessierte können die Unterlagen vom 31. August bis einschließlich 14. September 2026 in Jena einsehen, und zwar in der Dienststelle Am Anger 26, Raum 00_13. Das Vorhaben ist Teil des städtischen Verkehrsentwicklungsplans und soll zentrale Innenstadtbereiche spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten.
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Was der Planfeststellungsbeschluss regelt
Ein Planfeststellungsbeschluss ist die rechtliche Grundlage, auf deren Basis ein Infrastrukturvorhaben dieser Größenordnung überhaupt umgesetzt werden darf. Er bündelt alle notwendigen behördlichen Genehmigungen und schafft damit Planungssicherheit für die beteiligten Träger. Mit dem Beschluss vom 29. Juni 2026 hat das Thüringer Landesverwaltungsamt den Weg für den vierstreifigen Ausbau der B 88 im Bereich der Osttangente frei gemacht. Die öffentliche Auslegung der Unterlagen dient dazu, Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Betroffenen Einblick in die Planungen zu geben.
Entlastung von Löbdergraben und Karl-Liebknecht-Straße
Der vierstreifige Ausbau der Osttangente ist fester Bestandteil des Verkehrsentwicklungsplans der Stadt Jena. Vorrangiges Ziel ist es, sensible Stadträume wie den Löbdergraben und die Karl-Liebknecht-Straße vom gebietsbezogenen Durchgangsverkehr zu befreien. Diese beiden Straßenzüge zählen zu den zentralen innerstädtischen Achsen Jenas und sind entsprechend stark durch Verkehrsaufkommen belastet. Perspektivisch soll darüber hinaus eine weitgehende Verkehrsberuhigung des Löbdergrabens erreicht werden, wodurch sich die Aufenthaltsqualität in diesem innerstädtischen Bereich verbessern könnte.
Das Vorhaben ist komplex angelegt und betrifft mehrere Teilabschnitte im Osten der Stadt. Dazu zählen der Verkehrsknoten Fischergasse/Knebelstraße, die Straßen Am Eisenbahndamm und Am Anger, der südliche Abschnitt der Wiesenstraße sowie die Angerkreuzung. Diese Streckenabschnitte bilden zusammen das Rückgrat der geplanten Osttangente und sollen künftig den überörtlichen Verkehr aufnehmen, der bislang durch die Innenstadt geführt wird.
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Radverkehr wird durchgängig mitgeplant
Neben dem motorisierten Verkehr berücksichtigt die Planung auch den Radverkehr. Vorgesehen sind durchgängige, beidseitige und richtungstreue Radverkehrsanlagen entlang der gesamten Ausbaustrecke. Damit erhalten Radfahrerinnen und Radfahrer eine durchgehende, sichere Verbindung, die nicht durch Streckenwechsel oder Lückenschlüsse unterbrochen wird.
Diese Radverkehrsplanung gewinnt vor dem Hintergrund der zunehmenden Bebauung entlang der Strecke an Bedeutung. Insbesondere der entstehende Universitätscampus im Umfeld der Osttangente sorgt künftig für mehr Rad- und Fußverkehr in diesem Bereich. Eine durchgängige Infrastruktur soll diesem wachsenden Bedarf gerecht werden und den Umstieg auf das Fahrrad erleichtern.

Umfangreiche Baumneupflanzungen geplant
Im Zuge des Ausbaus sind zudem umfangreiche Baumneupflanzungen vorgesehen. Sie sollen dazu beitragen, den Eingriff in das Stadtbild und den Naturhaushalt entlang der Ausbaustrecke auszugleichen. Details zu Art und Umfang der Pflanzungen liegen den nun ausliegenden Unterlagen bei.
Der Ausbau der Osttangente markiert einen wichtigen Schritt in der langfristigen Verkehrsentwicklung Jenas. Die Stadt verfolgt mit dem Projekt das Ziel, innerstädtische Straßenzüge vom überörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern. Für Anwohnerinnen und Anwohner entlang von Löbdergraben und Karl-Liebknecht-Straße könnte der Ausbau mittelfristig zu einer spürbaren Reduzierung des Durchgangsverkehrs führen.
Gleichzeitig zeigt die Einbindung von Radverkehrsanlagen und Baumpflanzungen, dass das Vorhaben nicht isoliert als reines Straßenbauprojekt behandelt wird. Vielmehr fügt es sich in eine Gesamtstrategie ein, die stadtplanerische, verkehrspolitische und ökologische Aspekte miteinander verbindet.
Unterlagen bis Mitte September einsehbar
Wer sich über die Details des Vorhabens informieren möchte, hat dazu bis zum 14. September 2026 Gelegenheit. Die Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss liegen bis dahin in Jena, Am Anger 26, Raum 00_13, öffentlich aus. Die weiteren Schritte zur Umsetzung des vierstreifigen Ausbaus der B 88-Osttangente werden sich an den im Beschluss festgelegten planungsrechtlichen Rahmenbedingungen orientieren.
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