Neuer Flächennutzungsplan soll Jenas Entwicklung bis 2035 steuern
Die Stadt Jena steht vor einem wichtigen Schritt ihrer langfristigen Stadtentwicklung. Mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans soll ein neuer strategischer Rahmen geschaffen werden, der die räumliche Entwicklung der Stadt für die kommenden zehn bis 15 Jahre beschreibt. Der Stadtrat soll noch vor der Sommerpause über das Planwerk entscheiden.
Der bisher gültige Flächennutzungsplan stammt aus dem Jahr 2006. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen in Jena deutlich verändert. Die Einwohnerzahl ist gewachsen, der Bedarf an Wohnraum bleibt hoch, Unternehmen benötigen Entwicklungsflächen und die Anforderungen an Mobilität, Infrastruktur sowie Klimaanpassung haben zugenommen. Mit dem aktualisierten Plan reagiert die Stadt auf diese Entwicklungen und schafft eine aktuelle Grundlage für künftige Entscheidungen.
„Als Ergebnis eines intensiv geprüften und breit diskutierten Prozesses liegt uns nun ein fortgeschriebener Flächennutzungsplan vor, der fachlich belastbar und entscheidungsreif ist“, erklärt Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena.
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Stadt Jena legt aktualisierten Planungsrahmen für Wohnen, Wirtschaft und Freiräume vor
Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans wurde über mehrere Jahre vorbereitet. Dabei waren Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Träger öffentlicher Belange, Ortsteilräte, Beiräte und weitere Institutionen eingebunden.
Bereits 2023 wurde ein Vorentwurf öffentlich ausgelegt. Im Jahr 2025 folgte die zweimonatige Offenlage des Entwurfs. Die eingegangenen Hinweise und Stellungnahmen wurden ausgewertet und in den Abwägungsprozess einbezogen.
Das Ergebnis bestätigt die wesentlichen Leitlinien der Planung. Änderungen betreffen überwiegend redaktionelle Anpassungen, Präzisierungen sowie ergänzende Hinweise. Die grundlegende Struktur des Planwerks bleibt erhalten.
„Die Auswertung der Offenlage bestätigt die planerischen Leitgedanken der gesamtstädtischen Grundkonzeption. Das auf aktuellen Fachplanungen beruhende Planwerk erweist sich damit als tragfähige Grundlage für die kommenden Jahre“, so Lange.
Flächennutzungsplan bündelt zentrale Entwicklungsziele der Stadt
Der Flächennutzungsplan beantwortet die grundlegende Frage, wo und in welcher Form sich Jena künftig entwickeln kann. Dabei werden unterschiedliche Nutzungsansprüche zusammengeführt und aufeinander abgestimmt.
Grundlage sind zahlreiche bereits beschlossene Fachkonzepte und Strategien. Dazu gehören unter anderem das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, Konzepte zur Wohnbauflächenentwicklung, zur Gewerbe- und Arbeitsplatzentwicklung, zur Gartenentwicklung sowie zum Stadtklima.
Der Flächennutzungsplan verknüpft diese Einzelstrategien zu einem gesamtstädtischen Entwicklungsbild. Er dient der Verwaltung als Handlungsrahmen und schafft zugleich Transparenz für Politik, Investoren sowie die Öffentlichkeit.

Wohnungsbau bleibt eine zentrale Herausforderung
Ein Schwerpunkt des Planwerks liegt auf der langfristigen Sicherung von Flächen für den Wohnungsbau. Angesichts der anhaltenden Nachfrage nach Wohnraum gehört die Bereitstellung geeigneter Wohnbauflächen zu den wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung.
Der Flächennutzungsplan schafft zwar kein unmittelbares Baurecht für einzelne Grundstücke, er legt jedoch fest, welche Flächen perspektivisch für Wohnnutzungen vorgesehen werden können. Damit bildet er die Grundlage für spätere Bebauungspläne und konkrete Entwicklungsprojekte.
Zugleich unterstützt das Planwerk die Umsetzung des Jenaer Baulandmodells Wohnen. Dieses Instrument soll dazu beitragen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, kommunale Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern und soziale sowie ökologische Ziele in der Stadtentwicklung zu verankern.
Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Jena soll weiter wachsen
Neben dem Wohnungsbau nimmt die wirtschaftliche Entwicklung einen wichtigen Platz im Flächennutzungsplan ein. Jena zählt zu den führenden Wissenschafts- und Technologiestandorten in Thüringen und verfügt über eine starke Forschungs- und Innovationslandschaft.
Der neue Flächennutzungsplan soll die räumlichen Voraussetzungen schaffen, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue Unternehmensansiedlungen zu ermöglichen. Gewerbeflächen, Forschungsstandorte und innovative Branchen werden dabei als wichtige Bausteine der zukünftigen Stadtentwicklung betrachtet.
Durch die frühzeitige Sicherung geeigneter Flächen soll die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig gestärkt werden.
Kompakte Stadt bleibt zentrales Leitbild
Ein wesentlicher Grundsatz der Planung ist die sogenannte Stadt der kurzen Wege. Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Kultur und Freizeit sollen möglichst gut erreichbar bleiben.
Kurze Wege fördern den Fuß- und Radverkehr sowie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Gleichzeitig können Verkehrsbelastungen reduziert und Flächen effizient genutzt werden.
Dieses Leitbild verbindet ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele miteinander und prägt zahlreiche Planungsentscheidungen innerhalb des Flächennutzungsplans.

Freiräume und Klimaschutz bleiben wichtige Bestandteile der Planung
Neben der baulichen Entwicklung berücksichtigt der Flächennutzungsplan auch den Schutz von Freiräumen und natürlichen Ressourcen. Nach den aktuellen Planungen bleiben rund 80 Prozent des Stadtgebiets als Freiflächen erhalten. Dazu zählen Waldflächen, Landwirtschaftsflächen, Grünanlagen und Gewässer.
Diese Flächen übernehmen wichtige Funktionen für das Stadtklima, den Hochwasserschutz, die Biodiversität sowie die Naherholung der Bevölkerung.
Die Stadt verfolgt damit das Ziel, Wachstum und Flächenschutz miteinander zu verbinden. Der verantwortungsvolle Umgang mit den begrenzten Flächenressourcen gehört zu den zentralen Herausforderungen moderner Stadtentwicklung.
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Bedeutung für künftige Planungsverfahren
Der Flächennutzungsplan ist der vorbereitende Bauleitplan einer Kommune. Er legt die beabsichtigte Bodennutzung für das gesamte Stadtgebiet in den Grundzügen fest und bildet die Grundlage für spätere Bebauungspläne.
Anders als ein Bebauungsplan enthält er keine grundstücksscharfen Festsetzungen und begründet keine direkten Baurechte. Seine Funktion besteht darin, langfristige Entwicklungsziele räumlich darzustellen und künftige Planungen zu koordinieren.
Darüber hinaus gewinnt ein aktueller Flächennutzungsplan durch neue bundesrechtliche Instrumente zur Beschleunigung des Wohnungsbaus an Bedeutung. Er stellt sicher, dass beschleunigte Bauvorhaben in ein übergeordnetes städtebauliches Konzept eingebunden bleiben.
Nächste Schritte bis zur Genehmigung
Vor einer endgültigen Wirksamkeit muss der fortgeschriebene Flächennutzungsplan mehrere Verfahrensschritte durchlaufen. Zunächst wird sich der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss mit dem Planwerk befassen und eine Empfehlung an den Stadtrat aussprechen.
Nach dem Feststellungsbeschluss des Stadtrats wird der Plan dem Thüringer Landesverwaltungsamt zur Genehmigung vorgelegt. Rechtswirksam wird der Flächennutzungsplan erst mit der öffentlichen Bekanntmachung der Genehmigung.
Mit der Fortschreibung erhält Jena einen aktuellen Orientierungsrahmen für die räumliche Entwicklung der kommenden Jahre. Das Planwerk verbindet die Anforderungen von Wohnungsbau, Wirtschaft, Wissenschaft, Klimaanpassung und Freiraumschutz und schafft die Grundlage für zahlreiche zukünftige Entscheidungen in der Stadtentwicklung.
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