Stadtrat beschließt umfassendes Graffiti-Konzept für Jena
Der Stadtrat der Stadt Jena hat am 6. Mai 2026 mit großer Mehrheit ein neues Maßnahmenpaket zum Umgang mit illegalen Graffiti beschlossen. Damit liegt erstmals ein stadtweites Konzept vor, das Prävention, Strafverfolgung, Reinigung und legale StreetArt-Angebote miteinander verbindet.
Mit dem Beschluss erhält die Stadtverwaltung den Auftrag, die einzelnen Maßnahmen schrittweise umzusetzen. Ziel ist es, illegale Graffiti und Tags langfristig zu reduzieren, betroffene Eigentümer besser zu unterstützen und Meldungen systematischer zu erfassen. Gleichzeitig sollen legale Formen urbaner Kunst stärker gefördert werden.
CHE-Ranking 2026: Herausragende Bewertungen für die Uni Jena

Stadt reagiert auf zunehmende Graffiti-Beschädigungen
Nach Angaben der Stadtverwaltung beschäftigen illegale Graffiti und Schmierereien seit Jahren sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch kommunale Einrichtungen. Besonders Tags an Fassaden, Unterführungen, Haltestellen und öffentlichen Gebäuden sorgen regelmäßig für Beschwerden.
Bürgermeister Benjamin Koppe sieht darin auch Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum. Die zunehmende Zahl von Sachbeschädigungen beeinflusse die Wahrnehmung einzelner Stadtbereiche und verursache zusätzliche Kosten für Reinigung und Instandhaltung.
„Die zunehmende Zahl an Tags und Beschädigungen beeinflusst das Sicherheitsgefühl und die Wahrnehmung des öffentlichen Raums“, erklärt Koppe. Deshalb werde das Thema erstmals umfassend bearbeitet. Das Konzept verbinde Prävention, konsequente Verfolgung, schnellere Bereinigung und legale Angebote für junge Menschen.
Sechs Säulen bilden die Grundlage des Konzepts
Das Maßnahmenpaket basiert auf einem sogenannten Sechs-Säulen-Modell. Entwickelt wurde es von einer multiprofessionellen Arbeitsgruppe mit Beteiligung von Verwaltung, Eigenbetrieben, Jugendhilfe und Polizei.
Die sechs Bereiche umfassen:
- Prävention
- Repression und Strafverfolgung
- Bereinigung öffentlicher Flächen
- Unterstützung privater Eigentümer
- Monitoring und Verwaltungsabläufe
- Förderung legaler StreetArt
Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe reichen einzelne Maßnahmen allein nicht aus, um illegale Graffiti dauerhaft einzudämmen. Stattdessen sollen verschiedene Ansätze miteinander kombiniert werden.
JenaMedia – Veranstaltungstipp:
Eindrucksvolles Benefizkonzert Blues im Mai 25.05. auf dem Kirchplatz Jena

Legale Flächen und Präventionsarbeit sollen ausgebaut werden
Ein Schwerpunkt liegt auf präventiven Angeboten für junge Menschen. Geplant ist unter anderem der Ausbau legaler Graffiti-Flächen sowie zusätzlicher Projekte in Jugendzentren und Schulen.
Damit soll Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, sich kreativ auszudrücken, ohne fremdes Eigentum zu beschädigen. Gleichzeitig sollen legale StreetArt-Projekte gezielt zur Gestaltung öffentlicher Räume beitragen.
In vielen Städten gelten legale Graffiti-Flächen inzwischen als Bestandteil moderner Jugend- und Kulturarbeit. Sie dienen häufig auch dazu, Konflikte zwischen Szene, Eigentümern und Behörden zu reduzieren.
Mängelmelder erhält neue Kategorie „Graffiti“
Für Bürgerinnen und Bürger bringt der Beschluss eine unmittelbare Änderung: Illegale Graffiti können ab sofort über den Mängelmelder der Stadt Jena gemeldet werden. Dort wurde die neue Kategorie „Graffiti“ eingerichtet.
Die Stadtverwaltung will Hinweise künftig zentral erfassen und Zuständigkeiten schneller klären. Gleichzeitig sollen Schwerpunkte im Stadtgebiet besser sichtbar werden.
Besonders wichtig seien Meldungen zu frischen Graffiti sowie zu beleidigenden, strafbaren oder extremistischen Inhalten. Diese Fälle sollen prioritär geprüft und bearbeitet werden.
Durch die strukturierte Erfassung verspricht sich die Stadt außerdem bessere Daten über betroffene Bereiche und wiederkehrende Problemstandorte.

Unterstützung für Eigentümer perspektivisch vorgesehen
Das Konzept sieht außerdem vor, private Eigentümer künftig stärker zu unterstützen. Geprüft werden unter anderem mögliche Förderangebote für die Entfernung von Graffiti oder vorbeugende Schutzmaßnahmen.
Eine finanzielle Unterstützung steht derzeit allerdings noch nicht zur Verfügung. Laut Stadtverwaltung müssen entsprechende Mittel zunächst im Rahmen kommender Haushaltsberatungen beschlossen werden.
Zusätzlich plant die Stadt weitere Informationsangebote. Vorgesehen sind Hinweise zu Meldewegen, Reinigungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen gegen erneute Beschädigungen.
Die konkrete Umsetzung soll schrittweise erfolgen. Zuständige Dezernate und Eigenbetriebe müssen dafür entsprechende Finanzmittel anmelden.
Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz soll intensiviert werden
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz. Dort, wo Täter ermittelt werden, sollen Verfahren konsequent verfolgt werden.
„Uns ist wichtig, dass Betroffene künftig nicht allein gelassen werden und gleichzeitig deutlich wird, dass illegale Sachbeschädigung kein Zustand ist, den wir dauerhaft akzeptieren“, erklärt Bürgermeister Benjamin Koppe.
Die Stadt setzt dabei auf eine Kombination aus Prävention, Strafverfolgung und schneller Entfernung von Schäden. Gerade frisch entfernte Graffiti gelten in vielen Kommunen als wichtiger Faktor, um Nachahmungseffekte zu reduzieren.
Graffiti-Debatte betrifft viele Städte
Die Diskussion um illegale Graffiti beschäftigt zahlreiche Kommunen in Deutschland. Städte stehen vor der Herausforderung, zwischen Kunst im öffentlichen Raum und Sachbeschädigung zu unterscheiden.
Während legale StreetArt-Projekte häufig als kulturelle Aufwertung wahrgenommen werden, verursachen illegale Tags und Schmierereien regelmäßig hohe Reinigungskosten. Gleichzeitig spielt die Frage eine Rolle, wie öffentliche Räume gestaltet und genutzt werden.
Mit dem jetzt beschlossenen Konzept verfolgt Jena einen Ansatz, der mehrere Bereiche gleichzeitig einbezieht. Neben ordnungsrechtlichen Maßnahmen sollen auch kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigt werden.
Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen beginnt nach Angaben der Stadtverwaltung schrittweise in den kommenden Monaten.
Hashtags
#Jena
#Graffiti
#Stadtrat
#StreetArt
#Stadtentwicklung
Info, Stadt Jena | Foto, Frank Liebold, Jenafotografx| Veranstaltungen im Eventkalender



















