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Stahl und Licht: Poetische Skulpturen von Cornelia Weihe ab 29.05. im Frommanschen SkulpturenGarten

Ausstellung „lucide“ im Frommanschen Skulpturengarten Jena zeigt Stahlskulpturen von Cornelia Weihe im Dialog mit Natur.

Stahl und Licht: Poetische Skulpturen von Cornelia Weihe. Foto: Cornelia Weihe
Stahl und Licht: Poetische Skulpturen von Cornelia Weihe. Foto: Cornelia Weihe

Stahl, Licht, Raum: Ausstellung „lucide“ von Cornelia Weihe in Jena

Der Frommansche Skulpturengarten der Friedrich-Schiller-Universität Jena eröffnet am 28. Mai um 18 Uhr die Ausstellung „lucide“ mit Arbeiten der Bildhauerin Cornelia Weihe. Gezeigt werden sechs Skulpturen aus Stahl, die mit ihrer offenen, transparenten Struktur gezielt auf Licht, Luft und Vegetation reagieren. Die Ausstellung richtet sich an kunstinteressierte Bürgerinnen und Bürger, Studierende sowie Gäste der Stadt und macht Metallkunst im öffentlichen Raum unmittelbar erfahrbar.

Zur Eröffnung sprechen Prof. Dr. Verena Krieger vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte und Robert Sorg vom Jenaer Kunstverein e. V. Die Kuratorin Kristin Wenzel führt in das Konzept der Ausstellung ein. Die Künstlerin Cornelia Weihe ist anwesend und steht für Gespräche zur Verfügung. Ab dem 29. Mai sind die Skulpturen im Frommanschen Skulpturengarten am Fürstengraben 18 in Jena öffentlich zugänglich.

Ort, Zeit und Konzept der Ausstellung „lucide“

Die Ausstellung findet im Frommanschen Skulpturengarten der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt, einem grünen Innenhof in unmittelbarer Nähe zur Jenaer Innenstadt. Der Garten ist als frei zugänglicher Kunst- und Begegnungsraum etabliert und verbindet universitäres Umfeld, Stadtgesellschaft und Kultur.

  • Ort: Frommanscher Skulpturengarten, Fürstengraben 18, 07743 Jena
  • Ausstellungseröffnung: 28. Mai, 18 Uhr
  • Ausstellungszeitraum: ab 29. Mai
  • Veranstalter: Friedrich-Schiller-Universität Jena in Kooperation mit dem Jenaer Kunstverein e. V.
  • Zielgruppe: Kunstinteressierte Öffentlichkeit, Studierende, Lehrende, Gäste der Stadt, Fachpublikum aus Kunst und Kultur

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Skulpturen aus Stahl, deren durchlässige Konstruktion den Blick in den Raum öffnet. Die Arbeiten reagieren auf wechselnde Lichtverhältnisse und binden die Vegetation des Gartens in ihre Wirkung ein. So entsteht ein wandelbares Bild, das sich je nach Tageszeit, Wetter und Standpunkt verändert.

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Offene Formen im Dialog mit Natur und Stadt

Weihes Skulpturen zeichnen sich durch offene Formen und eine reduzierte Formensprache aus. Die Konstruktionen lassen Zwischenräume bewusst sichtbar und machen den umgebenden Raum zum Teil der Arbeit. Licht fällt durch die Stahlstrukturen, Schatten zeichnen sich auf Boden und Pflanzen ab, und die Skulpturen treten in einen sichtbaren Dialog mit Bäumen, Sträuchern und Architektur.

Im Kontext des Gartens entfalten die Werke eine besondere Dynamik. Wer den Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten besucht, erlebt die Skulpturen immer wieder anders: morgens mit flachem Licht, mittags in klaren Konturen, abends mit längeren Schatten. Der Garten fungiert damit nicht nur als Ausstellungsort, sondern als integraler Bestandteil der künstlerischen Erfahrung. Besucherinnen und Besucher können sich frei zwischen den Arbeiten bewegen, Perspektiven wechseln und eigene Beobachtungen entwickeln.

„Mich interessiert, wie Material, Raum und Licht zusammenwirken“, sagt Cornelia Weihe. „Der Garten in Jena bietet dafür ideale Bedingungen, weil die Skulpturen hier nicht isoliert stehen, sondern mit der Umgebung in Beziehung treten.“

Cornelia Weihe: Profil einer Metallbildhauerin

Cornelia Weihe, geboren 1959 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), gehört zu den profilierten deutschen Bildhauerinnen im Bereich der Metallkunst. Von 1981 bis 1988 studierte sie Metallbildhauerei und Email an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle bei Irmtraud Ohme. Ihre Arbeit verbindet plastische Form mit materialbezogener Technik und einem präzisen Umgang mit Stahl.

Neben ihrer freischaffenden Tätigkeit war Weihe von 1990 bis 2024 als künstlerische Mitarbeiterin im Fachgebiet Bildhauerei an der Burg Giebichenstein tätig. In dieser Zeit prägte sie mehrere Generationen von Studierenden und trug zur Weiterentwicklung der Metallbildhauerei als künstlerischem Feld bei.

Portrait der Künstlerin Cornelia Weihe (Foto: Cornelia Weihe)
Portrait der Künstlerin Cornelia Weihe (Foto: Cornelia Weihe)

1991 gründete sie das „Atelier für Metallkunst“, das die Arbeit mit Metall als bildhauerischem Medium erforscht. Ihre Werke wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, unter anderem in München, Meiningen, Celle, Merseburg und Bamberg. Internationale Stationen waren unter anderem die Ausstellung der „Dansk Billedhuggersamfund“ in Gl. Holtegaard (Dänemark) 1993 sowie „Prag meets Halle“ in der Galerie „u prstenu“ in Prag 1998.

Für ihr künstlerisches Schaffen erhielt Cornelia Weihe 1996 den Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Bildhauerei. Arbeiten von ihr befinden sich unter anderem in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Damit ist sie sowohl im Ausstellungsbetrieb als auch in öffentlichen Sammlungen fest verankert.

Bedeutung für Jena und die regionale Kunstszene

Mit „lucide“ setzt der Frommansche Skulpturengarten ein Zeichen für zeitgenössische Skulptur im öffentlichen Raum. Die Ausstellung stärkt Jena als Standort für Kunst im Stadtraum und knüpft an bestehende Initiativen von Universität, Kunstverein und Stadt an. Metallkunst wird hier nicht im geschlossenen Museum, sondern im Alltag der Stadt erlebbar.

Für die Region eröffnet die Präsentation von Cornelia Weihe eine zusätzliche Perspektive auf aktuelle Bildhauerei. Die Verbindung von Stahl, Licht und Natur spricht sowohl ein fachkundiges Publikum als auch Menschen an, die Kunst eher beiläufig im Vorübergehen wahrnehmen. Studierende und Lehrende der Universität finden im Skulpturengarten einen Ort, an dem künstlerische Praxis, Forschung und Lehre zusammenkommen.

„Der Frommansche Skulpturengarten ist ein wichtiger Schnittpunkt zwischen Universität und Stadtgesellschaft“, betont Kuratorin Kristin Wenzel. „Mit den Arbeiten von Cornelia Weihe zeigen wir, wie Skulptur Räume öffnet und Wahrnehmung schärft.“

Stahl und Licht: Poetische Skulpturen von Cornelia Weihe. Foto: Cornelia Weihe
Stahl und Licht: Poetische Skulpturen von Cornelia Weihe. Foto: Cornelia Weihe

Besonderheiten des Ausstellungsortes

Der Frommansche Skulpturengarten liegt geschützt im Innenhof, ist aber zugleich Teil des städtischen Wegesystems. Zwischen historischen Gebäuden, Rasenflächen und Bäumen entsteht eine ruhige Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Die Stahlskulpturen fügen sich in diese Umgebung ein, ohne sie zu dominieren. Sie markieren Blickachsen, rahmen Ausschnitte der Architektur und setzen klare Akzente im Grün.

Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum: Anwohnerinnen und Anwohner, die den Garten als Durchgangs- oder Aufenthaltsort nutzen, Besucherinnen und Besucher der Universität, Schulklassen, Kunststudierende und Fachpublikum. Durch die offene Zugänglichkeit eignet sich der Ort auch für Menschen, die selten Ausstellungen besuchen und Kunst eher im Alltag erleben.

Die Location hat zugleich eine kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung: Als Teil der Friedrich-Schiller-Universität verbindet der Garten akademische Tradition mit zeitgenössischer Kunstpraxis. Er zeigt, wie Hochschulen ihre Räume für die Stadt öffnen und kulturelle Angebote im Zentrum Jenas verankern.

Begleitprogramm und Termine im Überblick

Zur Ausstellung „lucide“ ist ein Begleitprogramm geplant, das unterschiedliche Zugänge zur Metallkunst von Cornelia Weihe bietet:

  • 5. Juni 2026, 18–20 Uhr: Lange Nacht der Museen, Kuratorinnenführung mit Kristin Wenzel um 19 Uhr
  • 21. Juni 2026, 14–17 Uhr: Tag der Offenen Gärten, Kuratorinnenführung um 15 Uhr
  • 16. Juli 2026, 17 Uhr: Finissage mit Künstlerinnengespräch mit Cornelia Weihe

Die Führungen richten sich an alle Interessierten, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Im Künstlerinnengespräch zur Finissage besteht die Möglichkeit, Fragen zu Arbeitsweise, Material und Werkentwicklung direkt an Cornelia Weihe zu richten.

Metallkunst im öffentlichen Raum weiterdenken

Mit „lucide“ setzt der Frommansche Skulpturengarten einen Schwerpunkt auf Metallkunst und ihre Wirkung im Freiraum. Die Ausstellung zeigt, wie Stahlskulpturen Räume strukturieren, Licht sichtbar machen und Natur einbeziehen. Sie lädt dazu ein, den Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum in Jena weiter zu diskutieren.

Die Kooperation zwischen Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jenaer Kunstverein und der Künstlerin Cornelia Weihe kann als Ausgangspunkt für weitere Projekte dienen, die Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft verbinden. Der Skulpturengarten bleibt dabei ein Ort, an dem neue Arbeiten erprobt und unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden können.

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