Schnupperstudium: Jugendliche aus Lateinamerika lernen den Studienstandort Jena kennen
Friedrich-Schiller-Universität Jena und Ernst-Abbe-Hochschule Jena empfangen internationale Schülerinnen und Schüler
Vom 8. bis 19. Juni 2026 begrüßen die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Ernst-Abbe-Hochschule Jena insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler aus mehreren Ländern Lateinamerikas. Die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren kommen unter anderem aus Brasilien, Venezuela und Peru. Während eines zweiwöchigen Aufenthalts erhalten sie Einblicke in den Studienalltag, das akademische Leben und die Stadt Jena.
Organisiert wird das Programm im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Verbundprojekts „Study in Paradise“. Ziel ist es, internationale Studieninteressierte bereits vor dem Schulabschluss mit den Studienmöglichkeiten in Jena vertraut zu machen und langfristige Verbindungen zum Hochschulstandort aufzubauen.
Begleitet werden die Jugendlichen von Vertreterinnen des Goethe-Instituts São Paulo, das seit vielen Jahren mit der Universität Jena zusammenarbeitet.
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Schnupperstudium vermittelt Einblicke in Studium und Campusleben
Im Mittelpunkt des Aufenthalts steht die Frage, wie sich ein Studium in Deutschland konkret gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler besuchen Vorlesungen, lernen verschiedene Fachbereiche kennen und erhalten Informationen zu Studienangeboten an beiden Hochschulen.
Darüber hinaus umfasst das Programm zahlreiche Begegnungsformate mit Studierenden. Beim sogenannten Studierenden-Speed-Dating können die Gäste direkt mit Studierenden ins Gespräch kommen und Fragen zum Hochschulalltag, zu Studieninhalten und zum Leben in Deutschland stellen.
Neben den akademischen Angeboten lernen die Jugendlichen auch wichtige Orte des Jenaer Campuslebens kennen. Geplant sind Besuche des JenTowers, des Botanischen Gartens sowie verschiedener Einrichtungen des Universitätssports. Auch die Mensa gehört zum Programm und vermittelt einen praktischen Eindruck vom Alltag deutscher Hochschulen.
Dr. Claudia Hillinger, Leiterin des Internationalen Büros der Universität Jena, betont die Bedeutung des Projekts:
„Mit dem Schnupperstudium möchten wir jungen Menschen frühzeitig zeigen, welche Studienmöglichkeiten Jena bietet und wie offen, international und persönlich der Hochschulstandort ist. Wer Jena schon vor dem Schulabschluss erlebt, kann eine gut informierte Studienentscheidung treffen und bleibt im besten Fall langfristig mit uns verbunden.“

Begegnungen fördern kulturellen Austausch
Der Aufenthalt dient nicht allein der Studienorientierung. Ebenso wichtig ist der persönliche und kulturelle Austausch zwischen den internationalen Gästen und der Hochschulgemeinschaft in Jena.
Ein zentraler Programmpunkt ist das Café International am 17. Juni 2026 ab 20 Uhr im Haus auf der Mauer. Dort präsentieren die Jugendlichen ihre Herkunftsländer mit kurzen Vorträgen sowie kulinarischen Beiträgen.
Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Hochschulangehörige und Interessierte. Sie schafft einen direkten Austausch über kulturelle Unterschiede, gemeinsame Erfahrungen und Perspektiven für internationale Bildung.
Das Konzept verfolgt das Ziel, internationale Kontakte bereits vor einem möglichen Studienbeginn aufzubauen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
DAAD fördert internationale Nachwuchsgewinnung bis 2028
Das Schnupperstudium ist Teil des gemeinsamen Projekts „Study in Paradise“, das von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena umgesetzt wird.
Für den Förderzeitraum von 2026 bis 2028 stellt der Deutsche Akademische Austauschdienst rund 210.000 Euro bereit. Mit den Mitteln sollen internationale Kooperationen mit deutschen Auslandsschulen sowie Schulen mit besonderem Deutschlandbezug weiter ausgebaut werden.
Das Projekt umfasst deutlich mehr als die Aufenthalte in Jena. Geplant sind digitale Informationsveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Ergänzend werden Selbstlernangebote entwickelt und internationale Bildungs- und Schulmessen besucht.
Darüber hinaus vergeben die Hochschulen Studienstartstipendien für ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Programme. Die aktuelle Bewerbungsphase für das Wintersemester läuft noch bis Mitte Juli.
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Zielregionen reichen von Lateinamerika bis Zentralasien
Die internationalen Aktivitäten konzentrieren sich auf verschiedene Regionen weltweit. Zu den Zielgebieten gehören neben mehreren Staaten Lateinamerikas auch Serbien, die Türkei, Slowenien, Usbekistan und Tadschikistan.
Die Hochschulen verfolgen damit eine langfristige Strategie zur Internationalisierung. Ziel ist es, talentierte junge Menschen frühzeitig über Studienmöglichkeiten in Deutschland zu informieren und ihnen konkrete Einblicke in das Hochschulleben zu ermöglichen.
Erste Ergebnisse zeigen bereits Wirkung. Nach Angaben der Projektverantwortlichen haben fünf Absolventinnen und Absolventen aus Serbien nach einer früheren Förderphase ein Studium an der Universität Jena aufgenommen.

Bedeutung für Hochschulen, Fachkräftesicherung und Region
Internationale Studieninteressierte spielen für Hochschulen und Regionen eine zunehmend wichtige Rolle. Viele deutsche Hochschulstandorte stehen vor der Herausforderung, qualifizierte Studierende zu gewinnen und langfristig an die Region zu binden.
Programme wie das Schnupperstudium schaffen dafür frühzeitig persönliche Kontakte. Jugendliche erhalten die Möglichkeit, Studienbedingungen vor Ort kennenzulernen und eine fundierte Entscheidung für ihren weiteren Bildungsweg zu treffen.
Für die Region Jena ergibt sich daraus eine zusätzliche Perspektive. Internationale Absolventinnen und Absolventen können später als Fachkräfte in Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen tätig werden. Gleichzeitig stärken sie die internationale Vernetzung des Hochschul- und Wirtschaftsstandorts.
Mit dem Besuch der 24 Schülerinnen und Schüler aus Lateinamerika setzen die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Ernst-Abbe-Hochschule Jena ihre internationale Nachwuchsarbeit fort. Das Schnupperstudium verbindet Studienorientierung, kulturellen Austausch und persönliche Begegnungen miteinander.
Das DAAD-geförderte Projekt „Study in Paradise“ schafft dafür die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen. Bis 2028 sollen weitere Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Regionen der Welt die Möglichkeit erhalten, Jena als Studienort kennenzulernen.
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