Smart City Jena: Stadt vernetzt sich smart – Statusbericht 2025 zur digitalen Stadtentwicklung
Die Stadt Jena treibt ihre digitale Stadtentwicklung mit dem Smart City Projekt weiter voran. Der Statusbericht 2025, der dem Stadtrat vorgelegt wird, zeigt den Stand der Maßnahmen, die Zusammenarbeit im Stadtverbund und die wachsende Einbindung in regionale, landes- und bundesweite Netzwerke. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Angebote den Alltag der Menschen in Jena konkret erleichtern.
„Wir haben in Jena digitale und analoge Anlaufstellen geschaffen, die Verwaltung, Stadtwerke, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft enger verbinden und damit spürbare Mehrwerte im Alltag schaffen“, erklärt Bürgermeister und Dezernent für Digitalisierung Benjamin Koppe. „Unser Ziel bleibt: Digitalisierung soll für alle erlebbar sein, verständlich, niedrigschwellig und mit direktem Nutzen für die Menschen in unserer Stadt.“
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Zentrale Anlaufstellen: ProbierLaden, JEDI und Digitalagent
Ein Schwerpunkt des Smart City Projekts liegt auf gut erreichbaren Orten, an denen Digitalisierung unmittelbar erfahrbar wird. Mit dem ProbierLaden und dem Jena Digital Innovation Hub (JEDI) haben sich zwei zentrale Anlaufstellen etabliert, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.
Der ProbierLaden richtet sich vor allem an Bürgerinnen und Bürger. Er bietet einen offenen Raum zum Ausprobieren, Lernen und Nachfragen. Besucherinnen und Besucher können dort digitale Anwendungen testen, sich zu Angeboten der Stadt informieren und niedrigschwellig ins Gespräch kommen. So wird Digitalisierung an einem vertrauten Ort im Stadtzentrum sichtbar.
Der JEDI spricht stärker Fachöffentlichkeit, Wirtschaft und Wissenschaft an. Er bietet Raum für Austausch, Innovationsprojekte und Kooperationen. Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Verwaltung entwickeln dort gemeinsam neue Ansätze für digitale Stadtentwicklung. Beide Orte zeigen, wie Smart City Jena sowohl in der Breite der Stadtgesellschaft als auch im Innovationsökosystem wirkt.
Ergänzt wird dieses Spektrum durch den Digitalagenten, der seit Herbst 2024 drei Jenaer Modellschulen auf ihrem Weg der digitalen Transformation begleitet. Ziel ist es, digitale Werkzeuge sinnvoll im Unterricht zu verankern und Kompetenzen bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern zu stärken. Dazu gehören Fortbildungen, gemeinsame Konzeptentwicklung und die Erprobung konkreter Anwendungen im Schulalltag.
Gesundheit und Wohnen: Erfahrungen aus dem Smarten Quartier Jena-Lobeda
Im Smarten Quartier Jena-Lobeda wurden digitale Ansätze für Gesundheit und Wohnen weiterentwickelt. Der Telemedizinraum liefert praktische Erfahrungen für neue Formen der medizinischen Versorgung. Hier werden digitale Sprechstunden, Messungen und Beratungsangebote erprobt, die Wege ersparen und Abläufe vereinfachen können.
Im Austausch mit Kommunen wie Langenwolschendorf oder Crossen an der Elster wird geprüft, wie solche Angebote insbesondere in ländlichen Räumen genutzt werden können. Der Statusbericht zeigt, dass Jena seine Erfahrungen bewusst teilt und gemeinsam mit anderen Kommunen weiterentwickelt.
Ein Beispiel für gelungene Verstetigung sind die Gesundheitsapartments im Smarten Quartier Jena-Lobeda. Sie wurden zum 1. Januar 2026 vom Universitätsklinikum Jena übernommen und werden dort künftig eigenständig weiterbetrieben. Damit ist ein im Smart City Projekt entwickeltes Versorgungsangebot dauerhaft in bestehende Strukturen überführt worden.

Vernetzung und Wissenstransfer als Motor der Smart City Jena
Die Smart City Jena versteht Vernetzung und Wissenstransfer als zentrale Grundlage für digitale Stadtentwicklung. Das Projektteam bringt seine Erfahrungen in verschiedene Fachformate ein, etwa in Veranstaltungen des Förderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“, beim Thüringer E-Government-Kongress oder auf der Smart Country Convention in Berlin.
Der Austausch mit anderen Städten zeigt, dass viele Kommunen vor ähnlichen Aufgaben stehen: digitale Infrastruktur ausbauen, Daten sinnvoll nutzen, Beteiligung organisieren, Fachkräfte gewinnen. Jena entwickelt seine Projekte deshalb so, dass sie übertragbar sind. Lösungen sollen sich an andere Städte und Regionen anpassen lassen, etwa bei digitalen Beteiligungsformaten, Bildungsangeboten oder Gesundheitsprojekten.
„Wir arbeiten daran, dass unsere Erfahrungen nicht nur Jena zugutekommen“, sagt Dorothea Prell, Gesamtprojektleiterin und Smart City Beauftragte der Stadt Jena. „Wenn andere Kommunen Bausteine übernehmen können, stärkt das die digitale Entwicklung in der ganzen Region.“

Beteiligung: Digitalisierung im Alltag sichtbar machen
Bürgerbeteiligung bleibt ein fester Bestandteil der Smart City Jena. 2025 wurden unterschiedliche Formate genutzt, um Menschen mit verschiedenen Hintergründen zu erreichen. Der ProbierLaden fungierte als dauerhafte Anlaufstelle. Hinzu kamen Mitmachaktionen beim Kinder- und Familienfest „Dein Tag im Paradies“, die Fachgruppe Smart City sowie Hackathons.
Diese Angebote machen Digitalisierung konkret: Kinder programmieren einfache Anwendungen, Familien testen digitale Services der Stadt, Fachleute diskutieren Datenmodelle, Studierende entwickeln Prototypen. So entsteht ein Bild davon, wie digitale Stadtentwicklung in Jena Schritt für Schritt im Alltag ankommt.
Auch medial fand das Projekt Beachtung. MDR und ZDF berichteten unter anderem über das Smarte Quartier Jena-Lobeda und den ProbierLaden als Beispiele für neue Ansätze in Gesundheitsversorgung und digitaler Bildung. Die Berichte tragen dazu bei, die Smart City Jena über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar zu machen.
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Bedeutung für Stadt, Region und Verwaltung
Der Statusbericht 2025 zeigt, dass Smart City Jena mehr ist als eine Sammlung einzelner Projekte. Die Stadt nutzt das Förderprogramm, um neue Arbeitsweisen zu erproben: ressortübergreifende Zusammenarbeit, gemeinsame Datenbasis, offene Schnittstellen, enge Kooperation im Stadtverbund. Verwaltung, Stadtwerke, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft arbeiten an gemeinsamen Vorhaben.
Für die Region hat das Projekt eine Brückenfunktion. Jena bringt seine Erfahrungen in Netzwerke ein und nimmt Impulse aus anderen Kommunen auf. So entstehen Kooperationen, etwa bei Telemedizin, Bildungsangeboten oder digitalen Beteiligungsformaten. Die Stadt positioniert sich als Partnerin in Thüringen und darüber hinaus.
„Die starke Resonanz zeigt, dass wir mit unserer Smart City Strategie auf einem guten Weg sind“, betont Dorothea Prell. „Wichtig ist uns, dass Projekte im Alltag sichtbar werden und wir frühzeitig klären, wie erfolgreiche Ansätze dauerhaft verankert werden können.“
Ausblick bis 2027: Verstetigung und langfristige Wirkung
Bis 2027 werden die Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms weiter umgesetzt. Parallel rückt die Frage der Verstetigung in den Vordergrund. Im Hinblick auf das Projektende und die Haushaltsplanung 2027/2028 prüft die Stadt, welche Strukturen und Angebote langfristig gesichert werden können.
Dabei geht es um konkrete Projekte wie den ProbierLaden, den JEDI, den Digitalagenten, das Smarte Quartier Jena-Lobeda und um Arbeitsweisen, die sich bewährt haben. Dazu zählen regelmäßige Abstimmungen zwischen Ämtern, gemeinsame Projektteams, offene Datenplattformen und feste Beteiligungsformate.
„Jena bleibt auf Erfolgskurs in der digitalen Stadtentwicklung“, fasst Benjamin Koppe zusammen. „Mit einer stabilen Projektstruktur, starken Partnern im Stadtverbund, klaren Zielen und einer gelebten Beteiligungskultur sind wir gut aufgestellt, um die Chancen der Digitalisierung für alle Jenaerinnen und Jenaer zu nutzen.“
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