Schwimmhalle Lobeda-West: Machbarkeitsstudie zeigt Perspektiven für die weitere Nutzung
Die Zukunft der ehemaligen Schwimmhalle in Lobeda-West bleibt eines der größeren Stadtentwicklungsprojekte in Jena. Am 6. Mai 2026 wurde dem Jenaer Stadtrat ein Zwischenstand zur möglichen Nachnutzung des Gebäudes vorgestellt. Grundlage dafür ist eine Machbarkeitsstudie, die im Auftrag der Jenaer Bäder und Freizeit GmbH erstellt wurde. In die Untersuchung flossen außerdem Ergebnisse aus Bürgerbeteiligungen und Workshops ein.
Die ehemalige Schwimmhalle wird seit der Eröffnung des neuen Schwimmparadieses in der Karl-Marx-Allee im August 2023 nicht mehr für den regulären Badebetrieb genutzt. Seitdem wird nach tragfähigen Konzepten gesucht, die sowohl wirtschaftlich umsetzbar sind als auch einen Mehrwert für den Stadtteil und die Stadt Jena schaffen.
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Bürgerbeteiligung brachte zahlreiche Nutzungsideen hervor
Bereits im Sommer 2024 hatte die Stadt Jena eine Online-Umfrage zur Zukunft der Halle durchgeführt. Rund 2.700 Menschen beteiligten sich daran. Die eingereichten Vorschläge deckten ein breites Spektrum ab. Genannt wurden unter anderem Sport- und Bewegungsangebote, Kulturveranstaltungen, Freizeitflächen sowie Begegnungsorte für unterschiedliche Altersgruppen.
Auf Basis dieser Ergebnisse organisierte die Stadtverwaltung im Frühjahr 2025 ein dreistufiges Workshopverfahren. Daran beteiligt waren Vertreter des Stadtsportbundes, umliegende Schulen, JenaKultur, das Jugendparlament, der Ortsteilbürgermeister sowie verschiedene Fachämter und kommunale Einrichtungen. Begleitet wurde der Prozess durch das externe Büro „Die Zukunftsoptimisten UG“.
Die Ergebnisse der Beteiligungsformate wurden anschließend in die Machbarkeitsstudie integriert. Ziel war es, Ideen aus der Bevölkerung mit baulichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen abzugleichen.
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Stadt und Jenaer Bäder setzen auf schrittweise Entwicklung
Nach Angaben der Stadtverwaltung soll die zukünftige Nutzung sorgfältig vorbereitet werden. Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt, verweist auf die Vielzahl der eingegangenen Vorschläge und die Bedeutung einer langfristig tragfähigen Lösung.
„Das Interesse an der Nachnutzung der alten ehemaligen Schwimmhalle ist groß. Es gibt viele gute Vorschläge, die einen Mehrwert bieten würden. Aber die Entscheidung muss gut überlegt werden“, erklärt Lange. Die Stadt arbeite eng mit der Jenaer Bäder und Freizeit GmbH zusammen, um tragfähige Konzepte zu entwickeln.
Auch die Jenaer Bäder sehen die Machbarkeitsstudie als Grundlage für die weiteren Schritte. Geschäftsführer Bernhard Dengel betont, dass die Entwicklung gemeinsam mit der Stadt und den Stadtwerken Jena erfolgen solle. Die bisherigen Workshops hätten dafür wichtige Hinweise geliefert.
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Zwischennutzungen bereits konkret geplant
Neben langfristigen Konzepten werden bereits erste temporäre Nutzungen vorbereitet. Diskutiert wurde unter anderem, den ehemaligen Beckenbereich für offene Freizeit-, Bewegungs- oder Kulturangebote einzusetzen. Weitere Räume könnten künftig für Proberäume, subkulturelle Projekte, Sportangebote oder gastronomische Nutzungen zur Verfügung stehen.
Ein Teil der Halle wird bereits ab Juni 2026 im Rahmen der Sanierung des Freizeitbades GalaxSea genutzt. Dann ziehen Massage- und Kosmetikangebote vorübergehend in die ehemalige Schwimmhalle Lobeda um.
Mit diesen Zwischenschritten soll das Gebäude weiterhin genutzt und gleichzeitig getestet werden, welche Angebote im Stadtteil angenommen werden.

Bedeutung für Lobeda-West und die Stadtentwicklung in Jena
Die Diskussion um die ehemalige Schwimmhalle zeigt die Herausforderungen vieler Kommunen im Umgang mit großen Bestandsgebäuden. Nach dem Wegfall ursprünglicher Nutzungen stehen Städte häufig vor der Frage, wie bestehende Infrastruktur erhalten und sinnvoll weiterentwickelt werden kann.
Für Lobeda-West besitzt die Halle dabei eine besondere Bedeutung. Der Stadtteil gehört zu den größten Wohngebieten Jenas und verfügt über eine vielfältige Bevölkerungsstruktur. Angebote für Sport, Kultur und Begegnung gelten dort seit Jahren als wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur.
Die geplante Nachnutzung könnte deshalb über den Stadtteil hinaus Wirkung entfalten. Möglich wären neue Räume für Vereine, Jugendangebote, kulturelle Initiativen oder niedrigschwellige Freizeitangebote. Gleichzeitig spielen wirtschaftliche Faktoren eine zentrale Rolle. Die spätere Nutzung muss langfristig finanzierbar und organisatorisch umsetzbar sein.
Weitere Entscheidungen stehen noch aus
Mit der Vorstellung der Machbarkeitsstudie ist noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der ehemaligen Schwimmhalle gefallen. Die Ergebnisse sollen nun ausgewertet und politisch beraten werden. Anschließend könnten konkrete Nutzungsvarianten vertieft geprüft werden.
Der Jenaer Stadtrat hatte die Stadtverwaltung Ende November 2024 damit beauftragt, Optionen für Zwischen- und Nachnutzungen systematisch zu untersuchen. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse bilden dafür die Grundlage.
Wann eine endgültige Entscheidung getroffen wird, ist derzeit noch offen. Klar ist jedoch, dass die ehemalige Schwimmhalle in Lobeda-West auch künftig eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Stadtteils spielen dürfte.
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