Die Stadt Jena trägt auch in den kommenden zwei Jahren den Titel Fairtrade-Stadt.

Fairtrade Deutschland e. V. hat die Auszeichnung erneut bestätigt und würdigt damit das langjährige Engagement der Stadt für fairen Handel, nachhaltigen Konsum und globale Verantwortung. Anlässlich der Rezertifizierung machten die Stadt und zahlreiche Partnerinnen und Partner das Engagement für den fairen Handel mit einer Ausstellung und einer Mitmachveranstaltung öffentlich sichtbar.

Vernissage in der Rathausdiele eröffnet Veranstaltungsreihe

Den Auftakt bildete die Vernissage „Fairer Handel verbindet – von Nicaragua bis Jena” in der Rathausdiele. Gäste aus Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft sowie verschiedenen Initiativen und Organisationen kamen zusammen, um die erneute Auszeichnung zu feiern und sich über die Facetten des Fairen Handels auszutauschen.

Die Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima, Kathleen Lützkendorf, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des gemeinsamen Engagements. Die erneute Auszeichnung zeige, dass fairer Handel in Jena dauerhaft verankert sei. Getragen werde dieses Engagement nicht allein von der Stadtverwaltung, sondern von vielen Menschen in Vereinen, Bildungseinrichtungen, Kirchengemeinden, Unternehmen und Initiativen.

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Baden in der Saale: Stadt Jena warnt vor Wehranlagen

Stadt Jena mahnt: Vorsicht beim Baden in der Saale. Foto: Frank Liebold Fotografie
Stadt Jena mahnt: Vorsicht beim Baden in der Saale. Foto: Frank Liebold Fotografie

Vielfältige Projekte prägen das Engagement der Fairtrade-Stadt Jena

Wie breit das Engagement für fairen Handel in Jena aufgestellt ist, zeigen zahlreiche Projekte der vergangenen Jahre. Dazu zählen das Möhrchenheft für Grundschulen, die digitale Wandelkarte, die Auszeichnung Fairer Kitas und Schulen, der fair gehandelte Stadtkaffee „San Jena” sowie die langjährige Städtepartnerschaft mit San Marcos in Nicaragua.

Diese Partnerschaft bildete zugleich einen Schwerpunkt der Ausstellung in der Rathausdiele. Sie verdeutlichte, wie fairer Handel, kommunale Entwicklungszusammenarbeit und Klimagerechtigkeit zusammenwirken. Gezeigt wurden zudem die Strukturen der Fairtrade-Bewegung sowie die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und landwirtschaftlicher Produktion in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Ausstellung veranschaulichte außerdem, wie Fairtrade-Produzentennetzwerke bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden und wie sich Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weltweit für mehr Klimagerechtigkeit einsetzen.

JenaMedia – Veranstaltungstipp:

Ultimatives Comedy-Event 2026: Luksan Wunder im Kassa

Ultimatives Comedy-Event 2026: Luksan Wunder im Kassa. Fotografik: Faible Booking // Kassa Jena
Ultimatives Comedy-Event 2026: Luksan Wunder im Kassa. Fotografik: Faible Booking // Kassa Jena

Den Abschluss des Eröffnungstages bildete ein gemeinsamer Koch- und Filmabend im Foodsharing-Café Jena, organisiert von fairwertbar e. V. Dort wurden die Themen des Tages beim gemeinsamen Kochen, Essen und Austausch noch einmal aufgegriffen. Die Fotoausstellung ist noch bis zum 13. September 2026 in der Rathausdiele zu sehen und lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Bedeutung des Fairen Handels für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung kennenzulernen.

Ein weiterer Höhepunkt der Vernissage war die Vorstellung eines biozertifizierten und fair gehandelten Kaffees aus Nicaragua. Der Kaffee wurde klimafreundlich per Segelschiff nach Hamburg transportiert und anschließend im Rahmen der „Fairen Kaffeefahrt” mit dem Fahrrad nach Jena gebracht. Die Aktion verbindet fairen Handel mit klimafreundlicher Mobilität und macht nachhaltige Lieferketten anschaulich erlebbar. Organisiert wurde die Tour vom Freiberger Agenda 21 e. V. und gefördert von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die 13-tägige Fahrradtour führte durch acht Bundesländer und machte an 15 Orten Station, darunter auch in Jena.

Ankunft Kaffeefahrt in Jena Foto:  Stadt Jena
Ankunft Kaffeefahrt in Jena Foto: Stadt Jena

Faire Mode als Beitrag zu nachhaltigem Konsum

Am folgenden Tag stand mit der Mitmachveranstaltung „Faire Mode, mach mit!” im Stadtlab Jena ein weiteres Thema im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Eine-Welt-Netzwerk Thüringen e. V. und dem UmsonstHaus im MobB e. V. lud die Stadt dazu ein, sich mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen der globalen Textilproduktion auseinanderzusetzen. In kurzen Impulsen, Gesprächen und interaktiven Angeboten diskutierten die Teilnehmenden über faire Lieferketten, nachhaltigen Konsum und Möglichkeiten, den eigenen Kleiderkonsum bewusster zu gestalten.

Großen Anklang fand die Kleiderverschenke-Aktion des UmsonstHauses Jena. Gut erhaltene Kleidungsstücke wechselten dabei ihre Besitzerinnen und Besitzer und setzten ein praktisches Zeichen für Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Die Veranstaltung machte deutlich, dass fairer Handel und nachhaltiger Konsum bereits im Alltag beginnen.

Schokoladenwerkstatt für Kitas ergänzt die Feierlichkeiten

Im Rahmen der Feierlichkeiten zur erneuten Auszeichnung als Fairtrade-Stadt bietet die Stadt Jena gemeinsam mit dem Eine-Welt-Netzwerk Thüringen e. V. (EWNT) im November eine interaktive Schokoladenwerkstatt für Kindertagesstätten im StadtLab Jena an. Kinder begeben sich dabei auf eine Entdeckungsreise entlang des Weges der Schokolade – von den Kakaoplantagen in Ländern des Globalen Südens über die Verarbeitung bis in die Supermärkte vor Ort.

An verschiedenen Mitmach-Stationen lernen die Kinder mit allen Sinnen, wie Schokolade hergestellt wird und welche Menschen an ihrer Produktion beteiligt sind. Altersgerecht werden dabei auch Themen wie fairer Handel, Kinderarbeit, nachhaltiger Konsum und globale Zusammenhänge vermittelt. Den Abschluss bildet eine kleine Schokoladenmanufaktur, in der die Kinder ihre eigene Schokolade herstellen und gestalten können.

Stadt Jena 2026 erneut als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Foto: Stadt Jena
Stadt Jena 2026 erneut als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Foto: Stadt Jena

Fairtrade als Teil der Jenaer Nachhaltigkeitsstrategie

Die erneute Auszeichnung versteht die Stadt Jena zugleich als Auftrag, den fairen Handel weiter auszubauen. Geplant sind unter anderem weitere Maßnahmen zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Darüber hinaus soll die Fairtrade-Steuerungsgruppe als engeres Netzwerk weiterentwickelt werden.

Die Fairtrade-Towns-Kampagne unterstützt Kommunen dabei, die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs) vor Ort umzusetzen. Die Fairtrade-Towns-Auszeichnung ist deshalb auch als konkrete Maßnahme in der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Jena verankert. Mit der Rezertifizierung als Fairtrade-Stadt bekräftigt Jena damit seinen Anspruch, fairen Handel dauerhaft in kommunales Handeln zu integrieren.

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