Gleisbau am Paradiesbahnhof erreicht Meilenstein: Erste neue Schienen für Jenas Straßenbahnnetz eingetroffen
Der Ausbau der Straßenbahntrasse rund um den Paradiesbahnhof in Jena schreitet planmäßig voran. Am 23. Juli 2026 hat die umfangreiche Gleissanierung einen wichtigen Baufortschritt erreicht: Die ersten neuen Schienen für den Abschnitt auf der Paradiesbrücke wurden angeliefert. Damit beginnt die nächste Phase eines der größten Infrastrukturprojekte des Jenaer Nahverkehrs, das bis April 2027 abgeschlossen werden soll.
Die Arbeiten sind Teil der grundhaften Erneuerung der Straßenbahntrasse zwischen der Paradiesbrücke, dem Paradiesbahnhof, dem Gleisdreieck Holzmarkt und der Haltestelle Paradiesbahnhof West. Insgesamt werden 610 Meter Gleisanlage, sechs Weichen und drei Gleiskreuzungen erneuert. Darüber hinaus entsteht eine barrierefrei ausgebaute Haltestelle am Paradiesbahnhof.
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Bauarbeiten am Paradiesbahnhof verlaufen nach Plan
Seit Ende Juni arbeitet der Jenaer Nahverkehr an der umfassenden Modernisierung eines der wichtigsten Knotenpunkte im Straßenbahnnetz der Saalestadt. Inzwischen ist der Rückbau der bisherigen Gleisanlagen auf der Paradiesbrücke vollständig abgeschlossen. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf den Bereich unmittelbar vor dem Paradiesbahnhof.
Dort werden Betonflächen, Pflaster, Schienen und Tragplatten entfernt. Als nächster Schritt ist der Abriss der bisherigen Haltestelle vorgesehen, bevor mit dem Aufbau der neuen Infrastruktur begonnen werden kann.
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Erste Lieferung umfasst 170 Meter vormontierte Gleisjoche
Mit der aktuellen Lieferung ist das Material für den ersten Bauabschnitt auf der Paradiesbrücke eingetroffen. Für die insgesamt 85 Meter lange Straßenbahntrasse wurden 170 Meter vormontierte Gleisjoche angeliefert. Diese bestehen aus jeweils zwei Schienen, die durch Spurstangen miteinander verbunden sind.
Die Schienen verfügen über eine beidseitige Gummiummantelung. Diese Konstruktion verbessert die Isolierung gegenüber dem Gleisunterbau und dem Brückenkörper. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, spätere Erschütterungen und Geräuschentwicklungen im Straßenbahnbetrieb zu reduzieren.
Insgesamt werden zwölf Gleisjoche mit Längen von 9,28 Metern beziehungsweise 15 Metern verbaut. Je nach Ausführung bringen sie ein Gewicht von rund 1,2 bis zwei Tonnen auf die Waage.

Anspruchsvolle Logistik auf der Paradiesbrücke
Produziert wurden die Gleisjoche vom Gleisbauunternehmen Voest Alpine in Gotha. Der Transport nach Jena erfolgte mit insgesamt vier Tiefladern.
Das Entladen stellte die beteiligten Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Aufgrund der vorhandenen Oberleitungen konnte kein Mobilkran eingesetzt werden. Stattdessen kam ein Zweiwegebagger zum Einsatz, der die schweren Gleise direkt an ihren späteren Einbauorten auf der Paradiesbrücke ablegte.
Damit sich die langen Stahlprofile während der Arbeiten nicht verformen, wurden sie zusätzlich mit Holzbohlen stabilisiert. Auch die Zufahrt zur Baustelle erforderte umfangreiche Vorbereitungen. Damit die Tieflader rangieren konnten, musste der Kreuzungsbereich Friedrich-Engels-Straße und Stadtrodaer Straße mehrfach kurzfristig für den Verkehr gesperrt werden.
Einbau der neuen Straßenbahngleise beginnt Anfang August
Der eigentliche Gleiseinbau soll nach derzeitiger Planung Anfang August starten. Zuvor wird der Unterbau für die neue Straßenbahntrasse vorbereitet.
Die neuen Schienen werden anschließend in eine elastische Vergussmasse eingebettet. Dieses Verfahren reduziert Schwingungen und trägt zur Verringerung der Lärmbelastung bei. Nach dem Einbau werden die Oberflächen zwischen den Schienen hergestellt. Diese Arbeiten sollen voraussichtlich bis Mitte September abgeschlossen sein.

Paradiesbahnhof ist zentraler Knotenpunkt im Jenaer Straßenbahnnetz
Der Bereich rund um den Paradiesbahnhof zählt zu den wichtigsten Abschnitten des öffentlichen Nahverkehrs in Jena. Hier befindet sich die einzige Gleisverbindung zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen.
An einem gewöhnlichen Werktag passiert rechnerisch etwa alle 100 Sekunden eine Straßenbahn diesen Abschnitt. Entsprechend hoch sind die Belastungen für Gleise und Weichen. Besonders das Gleisdreieck in der Knebelstraße wird zusätzlich durch den dichten Straßenverkehr beansprucht.
Der überwiegende Teil der heutigen Gleisanlagen stammt aus der Mitte der 1990er Jahre. Das Gleisdreieck wurde zuletzt im Jahr 2012 erneuert. Nach jahrzehntelangem Betrieb gelten die Anlagen inzwischen als baulich verschlissen und müssen grundlegend modernisiert werden.

Investition von 8,6 Millionen Euro für langfristig sicheren Betrieb
Mit dem Bauprojekt investiert der Jenaer Nahverkehr rund 8,6 Millionen Euro in die Erneuerung der Infrastruktur. Rund 75 Prozent der Gesamtkosten werden durch Fördermittel von Bund und Land finanziert.
Neben den Gleisen werden auch der Unterbau, die Entwässerung, die Steuertechnik und die Stromversorgung vollständig erneuert. Zusätzlich entsteht eine barrierefrei ausgebaute Haltestelle am Paradiesbahnhof, die den Anforderungen eines modernen öffentlichen Nahverkehrs entspricht.
Die Arbeiten erfolgen in insgesamt drei Bauabschnitten. Da Teile der Bauzeit in die Wintermonate fallen, hängt der weitere Verlauf auch von den Witterungsbedingungen ab. Nach aktueller Planung soll die Gesamtmaßnahme bis April 2027 abgeschlossen werden.

Regelmäßige Informationen zum Baufortschritt
Der Jenaer Nahverkehr informiert regelmäßig über den Fortschritt der Bauarbeiten. Aktuelle Informationen zur Gleissanierung, zu Verkehrsänderungen sowie zum Bauablauf veröffentlicht das Unternehmen auf der Projektseite Gleisbau Paradiesbahnhof Jena.
Zusätzlich begleitet der Jenaer Nahverkehr die Arbeiten mit einer Videoreihe auf YouTube. Die zweite Folge mit aktuellen Eindrücken von der Baustelle ist auf dem offiziellen Kanal abrufbar: YouTube-Short zum Gleisbau am Paradiesbahnhof.
Mit der Anlieferung der ersten Gleisjoche ist ein weiterer sichtbarer Schritt auf dem Weg zur Modernisierung eines der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Jenas erreicht. Die Arbeiten sollen langfristig die Betriebssicherheit erhöhen, den Fahrkomfort verbessern und die Infrastruktur des Straßenbahnnetzes für die kommenden Jahrzehnte sichern.
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