Nachhaltige Lösung: Kommunikationstafeln verbessern Teilhabe auf Jenaer Spielplätzen
In Jena sind auf fünf öffentlichen Spielplätzen neue Kommunikationstafeln installiert worden, um die Verständigung zwischen Kindern und Erwachsenen zu erleichtern. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Bürgerbudgets 2024 umgesetzt und richtet sich insbesondere an Menschen mit eingeschränkter Lautsprache sowie an Personen mit anderer Muttersprache als Deutsch. Ziel ist es, Barrieren im Alltag abzubauen und die gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben zu fördern.
Die Tafeln ermöglichen mithilfe von Symbolen eine einfache, visuelle Kommunikation. Dadurch können Bedürfnisse, Wünsche und Emotionen unabhängig von sprachlichen Voraussetzungen ausgedrückt werden.
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Bürgerbudget als Grundlage für konkrete Umsetzung
Die Initiative geht auf einen Vorschlag aus der Bürgerschaft zurück. Im Beteiligungsverfahren des Bürgerbudgets 2024 erreichte das Projekt mit 322 Stimmen den vierten Platz unter 25 eingereichten Ideen. Für die Umsetzung der Maßnahme stellte die Stadt rund 5.800 Euro bereit.
Die Einreicherin des Projekts war aktiv in die Planung eingebunden. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung wurden sowohl die Standorte als auch die konkrete Ausgestaltung der Tafeln festgelegt. Diese Form der Beteiligung gilt als Beispiel für gelungene Kooperation zwischen Bürgerschaft und Verwaltung.
Produziert wurden die Tafeln von einem spezialisierten Fachverlag aus der Schweiz. Die Montage übernahm der Kommunalservice Jena. Installiert wurden die Tafeln an den Standorten Alfred-Diener-Straße, Emil-Wölk-Straße, Kunitzer Straße, Sickingenstraße im Bereich Lommerweg sowie im Marienwäldchen.
Niedrigschwellige Kommunikation im öffentlichen Raum
Die Kommunikationstafeln umfassen insgesamt 66 leicht verständliche Piktogramme. Diese decken typische Situationen auf Spielplätzen ab. Dazu gehören unter anderem Aktivitäten wie Schaukeln, Rutschen oder Spielen im Sand. Ebenso lassen sich Bedürfnisse wie Durst, Müdigkeit oder der Wunsch nach Hilfe ausdrücken.
Die Tafeln sind bewusst in niedriger Höhe angebracht. Dadurch können auch jüngere Kinder oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Inhalte problemlos erreichen und nutzen. Die Gestaltung folgt dem Prinzip der unterstützten Kommunikation, das darauf abzielt, Verständigung ohne gesprochene Sprache zu ermöglichen.

Beitrag zur inklusiven Stadtentwicklung
Die Einführung der Kommunikationstafeln ist Teil einer breiteren Entwicklung hin zu mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Insbesondere Spielplätze sind zentrale Orte sozialer Interaktion, an denen Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinandertreffen.
Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima der Stadt Jena, betont die Bedeutung der Maßnahme: „Mit den Spielplatztafeln schaffen wir ein niedrigschwelliges Angebot für mehr Verständigung im Alltag. Wenn Kommunikation erleichtert wird, profitieren alle Beteiligten.“

Auch die Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Ines Muskalla, sieht in den Tafeln einen wichtigen Fortschritt: „Sie ermöglichen es Menschen mit eingeschränkter Sprachfähigkeit, ihre Bedürfnisse sichtbar zu machen und aktiv am gemeinsamen Spiel teilzunehmen.“
Die Maßnahme leistet damit einen konkreten Beitrag zur Umsetzung inklusiver Strukturen und unterstützt die gleichberechtigte Nutzung öffentlicher Räume.
Das Projekt zeigt, wie vergleichsweise kleine Investitionen eine hohe gesellschaftliche Wirkung entfalten können. Mit einem Budget von unter 6.000 Euro wurde ein Angebot geschaffen, das dauerhaft genutzt werden kann und eine breite Zielgruppe anspricht.
Darüber hinaus verdeutlicht die Umsetzung die Bedeutung partizipativer Instrumente in der kommunalen Entwicklung. Bürgerbudgets ermöglichen es Einwohnerinnen und Einwohnern, eigene Ideen einzubringen und aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfelds mitzuwirken.
Die Initiatorin des Projekts, Daniela Egert, hebt die gesellschaftliche Dimension hervor. Die Tafeln seien ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Wertschätzung unterschiedlicher Kommunikationsformen. Gleichzeitig wachse die Aufmerksamkeit für das Thema über die Stadt hinaus, etwa im Rahmen fachlicher Austauschformate zur unterstützten Kommunikation.
Weitere Beteiligung im Bürgerbudget 2026
Nach der erfolgreichen Umsetzung des Projekts richtet sich der Blick auf kommende Beteiligungsprozesse. Die Einreichungsphase für das Bürgerbudget 2026 beginnt am 1. Juni und läuft über einen Zeitraum von acht Wochen.
Im Anschluss prüft die Stadtverwaltung die eingereichten Vorschläge auf Umsetzbarkeit. Die Abstimmungsphase ist für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 12. November vorgesehen. In dieser Zeit können alle Einwohnerinnen und Einwohner von Jena über die eingereichten Projekte abstimmen.
Die aktuellen Maßnahmen zeigen, wie bürgerschaftliches Engagement konkrete Verbesserungen im Alltag bewirken kann. Gleichzeitig unterstreichen sie die Rolle der Kommunen bei der Förderung von Inklusion und Barrierefreiheit als zentrale Bestandteile einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
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