Studierendenbeirat fordert klare Konzepte zur Verkehrsberuhigung am östlichen Löbdergraben

Der Studierendenbeirat der Friedrich-Schiller-Universität Jena fordert verbindliche und konkrete Planungen zur Verkehrsberuhigung am östlichen Löbdergraben. Anlass ist die fortschreitende Entwicklung des neuen Campus am Inselplatz, der bereits jetzt den innerstädtischen Verkehr spürbar verändert. Mit dem Bezug des ersten Universitätsgebäudes nimmt die Zahl der Studierenden und Mitarbeitenden zu, die täglich den Löbdergraben queren müssen, um zwischen den verschiedenen Standorten der Universität zu wechseln.

Neuer Campus bringt neue Verkehrsströme

Der Campus Inselplatz entwickelt sich schrittweise zu einem zentralen Hochschulstandort. Studierende und Beschäftigte bewegen sich regelmäßig zwischen dem neuen Campus, dem Campus Carl-Zeiss-Straße und dem Universitätshauptgebäude. Diese Wege führen zwangsläufig über den Löbdergraben, insbesondere im östlichen Abschnitt zwischen Fischergasse und Lutherplatz. In den kommenden Jahren wird sich diese Situation weiter zuspitzen, sobald zusätzliche Gebäude des Campus in Betrieb gehen und die Zahl der täglichen Querungen weiter steigt.

Nachhaltige Mobilität prägt den Hochschulalltag

Nach Angaben des Studierendenbeirats nutzen Studierende und Universitätsmitarbeitende überwiegend nachhaltige Verkehrsmittel. Der Großteil ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Nur eine kleine Minderheit greift auf das Auto zurück. Vor diesem Hintergrund misst der Studierendenbeirat der Umgestaltung des östlichen Löbdergrabens eine besonders hohe Bedeutung bei. Eine Verkehrsführung, die den Umweltverbund stärkt und sichere Querungen ermöglicht, ist aus Sicht der Hochschulangehörigen unverzichtbar.

Kritik an fehlenden verbindlichen Zusagen

Scania Sofie Steger, Vorsitzende des Studierendenbeirats, betont die grundsätzliche Zustimmung zur geplanten Umgestaltung des Löbdergrabens. Gleichzeitig äußert sie deutliche Kritik an der bisherigen Planung. Zwar werde eine Verkehrsberuhigung in Aussicht gestellt, doch konkrete Aussagen dazu, wie der Straßenraum künftig gestaltet werden soll, fehlten bislang. Gerade für Studierende und Mitarbeitende sei jedoch Planungssicherheit entscheidend, da sie täglich auf sichere und gut ausgebaute Wege angewiesen seien.

JenaMedia-Veranstaltungstipp:

Neujahrskonzert am 01.01.2026 in Göschwitz

Modersohn Donath - Neujahrskonzert in der Kirche Göschwitz am 1.1.26 um 15:00 Uhr. Foto: privat
Modersohn Donath – Neujahrskonzert in der Kirche Göschwitz am 1.1.26 um 15:00 Uhr. Foto: privat

Osttangente allein bringt keine Entlastung

Auch Pascal Zillmann, stellvertretender Vorsitzender des Studierendenbeirats, verweist auf bestehende Untersuchungen der Stadt Jena. Diese zeigen, dass der Ausbau der Osttangente nicht automatisch zu einer spürbaren Reduzierung des Autoverkehrs am östlichen Löbdergraben führen wird. Ohne zusätzliche Maßnahmen bleibe die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr weitgehend bestehen. Aus Sicht des Studierendenbeirats ist daher klar, dass eine echte Verkehrsberuhigung nur durch ergänzende Konzepte erreicht werden kann.

Forderung nach Integration in die Osttangenten-Planung

Der Studierendenbeirat fordert, die Umgestaltung des östlichen Löbdergrabens fest und verbindlich in die Planung der Osttangente aufzunehmen. Beide Projekte müssten gemeinsam gedacht werden, um langfristig tragfähige Lösungen zu schaffen. Da der Löbdergraben während der Bauzeit der Osttangente als Umleitungsstrecke dienen soll, sieht der Studierendenbeirat die Zeit bis zum Baustart als wertvolle Phase für Tests und Erprobungen neuer Verkehrsmodelle.

Konkrete Maßnahmen für eine Verkehrsberuhigung

Um die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern, schlägt der Studierendenbeirat eine Reihe konkreter Maßnahmen vor. Dazu gehört die Einführung einer Tempo-20-Zone in Kombination mit dem Abbau von Ampelanlagen, ähnlich wie es bereits am südlichen Löbdergraben umgesetzt wurde. Eine weitere Forderung ist die Reduzierung der Fahrspuren für den Autoverkehr auf maximal eine Spur je Richtung. Dieses Modell orientiert sich an der aktuellen Sperrung auf der westlichen Seite des Löbdergrabens.

Studierendenbeirat fordert verbindliche Planungen zur Verkehrsberuhigung am östlichen Löbdergraben in Jena. Fokus auf Campus, Sicherheit und ÖPNV. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx
Studierendenbeirat fordert verbindliche Planungen zur Verkehrsberuhigung am östlichen Löbdergraben in Jena. Fokus auf Campus, Sicherheit und ÖPNV. Foto: Frank Liebold, Jenafotografx

Mehr Sicherheit für Rad- und Fußverkehr

Ein zentrales Anliegen ist der Ausbau sicherer Infrastruktur für den Radverkehr. Der Studierendenbeirat spricht sich ausdrücklich für geschützte Radfahrstreifen aus und lehnt sogenannte Radschutzstreifen ab. Ergänzend wird eine zusätzliche Querungsmöglichkeit für den Fußverkehr zwischen dem Inselplatz und dem Universitätshauptgebäude gefordert. Auch an den Knotenpunkten Steinweg, Saalstraße und Lutherplatz sollen die Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen, Fußgänger sowie Radfahrende deutlich verbessert werden.

Barrierefreiheit und Transparenz im Straßenraum

Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit schlägt der Studierendenbeirat die Einführung von Restzeitanzeigen an Ampeln für den Fuß- und Radverkehr vor. Diese sollen mehr Transparenz schaffen und insbesondere mobilitätseingeschränkten Personen helfen, Querungen besser einzuschätzen. Insgesamt zielen die Forderungen darauf ab, den Straßenraum gerechter zu verteilen und den Bedürfnissen der Mehrheit der Verkehrsteilnehmenden Rechnung zu tragen.

Verkehrsberuhigung als Teil der Stadtentwicklung

Die Diskussion um den östlichen Löbdergraben zeigt beispielhaft, wie eng Stadtentwicklung, Hochschulplanung und Verkehrspolitik miteinander verbunden sind. Der Studierendenbeirat macht deutlich, dass die wachsende Universität nicht nur neue Gebäude, sondern auch eine zukunftsfähige Verkehrsstruktur benötigt. Verbindliche Planungen zur Verkehrsberuhigung am Löbdergraben könnten dabei ein wichtiger Schritt sein, um Sicherheit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in der Jenaer Innenstadt langfristig zu verbessern.

Hashtags
#Löbdergraben #CampusInselplatz #VerkehrswendeJena

Info, Scania Sofie Steger // Vorsitzende des Studierendenbeirats, Mitglied im Stadtrat (Fraktion SPD) | Foto, Frank Liebold // Jenafotografx | Veranstaltungen im Kalender